Johannes von Heinsberg – Bildsprache – Wortsprache

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

20. Mai 2024
von JvHS
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Alltagsschnipsel: abgehängt – abgelegt

„Unser Verstand hat die Unart, nur auf dasjenige aufmerksam zu sein, was ihm nicht der erste Blick entdeckt, und nachlässig zu übergehen, was ihm klar war wie die Sonne.“ – Johann Joachim Winkelmann; 1717 – 1768

19. Mai 2024
von JvHS
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Ex-AfDler Jörg Meuthen im Interview mit der NZZ (Neue Züricher Zeitung) – zwischen AfD-Transparenz und Reinwaschung

„Bedenkt, dass Fanatiker gefährlicher sind als Schurken. Einen Besessenen kann man niemals zur Vernunft bringen, einen Schurken wohl.“ – Voltaire

Vorab: Es gibt eine andere Alternative für Deutschland: Rapcrew „01099“  – kreativ, sprachaktiv und positiv!

Ob (Ex-)AfDler oder Aktiv-AfDler – jedoch immer als „Armseligkeit für Deutschland“!

Die Vokabeln, die der Ex-AfDler Jörg Meuthen in seinem Interview (mit der NZZ) nutzt, sind die Andeutungen nicht wert, weil sie lediglich seine Gesinnung als brandstiftend entlarven („versifften links-rot-grünen 68er-Deutschland“). Worte, die mit fragwürdiger inhaltlicher Identität und Zuordnung und in pseudo-analytischer Art und Weise in den Ring geworfen werden.

Meine Rolle war es, die Partei zusammenzuhalten mit meinen freiheitlich-marktwirtschaftlichen Ideen. Deshalb habe ich damals, 2016, in Stuttgart auf dem Parteitag gesagt, dass wir wegmüssen von diesem versifften links-rot-grünen 68er-Deutschland. Die Menschen haben gejubelt – und ich dachte tatsächlich, das bekomme ich hin.“

Mit seiner Selbstrechtfertigung, sich als „Kämpfer für die freiheitlich-demokratische Grundordnung“, „liberale Marktwirtschaft“ und moralischen „Saubermann“ innerhalb der rechtsextremistischen Partei darzustellen, verliert er das letzte Quäntchen Glaubwürdigkeit.

„Die AfD propagiert einen sogenannten solidarischen Patriotismus, was im Grunde ein Euphemismus für einen nationalistischen Sozialismus ist: ein staatspaternalistisches, protektionistisches Linksprogramm. Deshalb fürchtet die AfD das Bündnis Sahra Wagenknecht. Beide fischen nämlich im selben Teich. Aber das zeigt auch das ganze Problem in Deutschland: Wir wollten doch mit der AfD eine freiheitlich-marktwirtschaftliche Alternative aufbauen.

Und Höcke als „geradezu liberal“ im Vergleich mit dem Spitzenkandidaten der AfD für die Europawahl – Krah –zu beschreiben, zeugt entweder vom Verlust jeglicher Realität oder ist eine bösartige Verharmlosung des Rechtsextremisten Höcke!

 „Das ist diese finstere völkisch-nationalistische Rechtsaussenecke. Gegen Krah ist ja sogar Höcke noch geradezu linksliberal.“

In die gleiche Kategorie (Realitätsverlust oder bewusste Falschbeschreibung) ist auch die Aussage zu verorten, dass die AfD „wirtschaftspolitisch“ eine „linke Partei“ sei. Er will wissentlich eine falsche Fährte legen, weil die ökonomische Gesinnung der meisten AfD-Abgeordneten neoliberalistische Thesen vertreten, also genau jene Ausrichtung, die Meuthen unter „einem klaren marktwirtschaftlich-freiheitlichen Profil“ versteht!

 „Denn wirtschaftspolitisch, das wird oft übersehen, ist die AfD eine linke Partei.“

Und natürlich ist der Herr Meuthen nicht so gepolt, wie seine Konkurrenten in der Parteiführung! Als  Fraktionsmitglied in Europa (Meuthen ist ebenso wie Krah aktuell noch Europa-Abgeordneter und war bis zu seinem Austritt aus der AfD auch Fraktions-Partner von Krah!) unterscheide er sich im Umgang mit dem EU-Mandat wie auch als Parteifunktionär durch ehrlich bemühte Arbeit und Verantwortlichkeit für einen Demokratie bejahenden Kurs der AfD! Nicht er, sondern Alice Weidel zeige „Doppelmoral“:

Das Programm von Alice Weidel aber heisst allein Alice Weidel. Diese Frau hat keine Überzeugungen, sondern vor allem einen Karriereplan in eigener Sache.“

Das Fazit des Weltbild Meuthens dürfte wie folgt zu ziehen sein:

  1. Transparenz in Sachen charakterlicher Beschreibung des Führungspersonals entlarvt die AfD als anti-demokratisch, völkisch-nationalistisch mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
    • Egoistische Machtgier von Karriereristen (Seidel, u.a.)
    • Unmoralische und korruptionsaffine Materialisten (Krah, Bystron)
    • Führungsschwache Vorsitzende (Chrupalla, Petry, Gauland; nur nicht Meuthen!)
  2. Bestätigung der Verlagerung der AfD zur rechtsextremistischen, völkisch-nazistischen und anti-demokratischen Partei
    • Höcke und „Causa Kalbitz und formale, aber nicht inhaltliche Auflösung des Flügels
    • Nach dem Ausscheiden der konservativ-demokratischen Gründungsmitgliedern sei eine völkisch-nationalistische Truppe samt sich damit zu Karrierezwecken arrangierenden Opportunisten, die die Partei fest im rechtsextremistischen Griff hat, übrig geblieben.
  3. Von den  neoliberalistischen Marktwirtschaftlern ist niemand mehr in der AfD. Lucke, Henkel, Starbatty, Kruse, Meuthen, Cotar… „all die „Guten“ seien weg…!“
  4. Denn sie waren naiv, konservativ-europaskeptisch und Euro-ablehnend! Arrogante Überheblichkeit und Verblendung in Sachen Gefahr der Übernahme der Partei durch rechtsextreme Partei-Gruppierungen muss den Gründungsmitgliedern bescheinigt  und als mitverantwortlich für den Rechtsruck bezeichnet werden!

„Der Fanatismus ist sehr rasch bei der Hand, immer, wenn er sich ein bißchen gekratzt fühlt. Dieses Scheusal hat Angst vor der Vernunft, wie die Schlangen vor den Störchen. – Voltaire“

Wer nach diesem „Plaudern aus dem Nähkästchen“ der AfD und ihrem heutigen Zustand noch AfD wählt, muss sich eine Zuschreibung als „Anti-Demokraten mit rechtsextremistischer Gesinnung“ gefallen lassen! Die Wähler der AfD werden sich der Verantwortung für die Zerstörung der Demokratie und für die Gefährdung des eigenen Wohlstandes stellen müssen!

„Wir waren in der AfD“ – Dokumentation zur AfD durch ausgetretene Funktionäre

19. Mai 2024
von JvHS
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Bolle reiste jüngst zu Pfingsten… – oder: Das Bauchgefühl bestimmt das Bewusstsein

Nach Höcke, Krah und Bystron – Skandale der AfD entlarven eine in Teilen rechtsextreme Partei und ihr Personal als Egoisten, die unter Zukunftsgestaltung verstehen, der eigenen Person den Vorrang zu geben!

„So zeigt sich, dass die Neue Rechte in vielen Dingen eine sehr alte Rechte ist. Mit ihrem neuerlichen Aufstieg steht viel auf dem Spiel.“ (Volker Weiß)

„Die Festigung der national-völkischen, faschistischen Kerngedanken in den rechtsextremistisch autoritären Weltbildern beruht nicht nur auf deren traditionelle und generationenüberspringende Weitergabe in Familien-, Verein- und Freundesstrukturen, sondern parallel dazu wirken verstärkend die Einflussnahmen und Auswirkungen des Lobbyismus rechts-konservativer und neoliberaler Parteien á la CDU/CSU und FDP auf die – von Adorno  formulierten – Finanz- und Kapitalbesitzer-Praktiken der leistungslosen Vermögensvermehrungen !“ – jwb

AfD zu wählen, heißt, die Demokratie abzuwählen und der Ungerechtigkeit noch mehr Raum zu geben! 

Es scheint nicht mehr verständlich zu sein, warum – nach einer Umfrage als Ergebnis präsentiert – rund ein Drittel der deutschen Wahlberechtigten darüber nachdenken, der dubiosen und demokratiegefährdenden und in Teilen rechtsextremen AfD ihre Stimme zu geben!

Das rechtsextreme Weltbild, geprägt von rassistischen, völkischen- nationalistischen sowie chauvinistischen Werteverständnissen, steht im Widerspruch zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Heute werden mit der Bezeichnung „Rechtsextremismus“ politische Bestrebungen am rechten Rand des politischen Spektrums beschrieben, welche die Beseitigung der freiheitlich demokratischen Grundordnung zum Ziel haben. 

  • Scheinbar neigt ein Drittel der wahlberechtigten Bevölkerung dazu, autoritären und demokratiefeindlichen Absichten zur Macht zu verhelfen und darin ein Modell der Staatsführung zu sehen, welche offenbar – wider besseren Wissens aus der Vergangenheit, wie die Geschichte gezeigt hat – die Probleme von Klimawandel, Kriege und Bedrohungen durch die (Finanz-) Wirtschaft besser lösen zu können, als in einer Demokratie.
  • Offenbar wird von einem nicht zu unterschätzenden Teil der Bevölkerung die rationale und faktenbezogene Vernunft zur Einschätzung der Wirklichkeit und als Grundlage des Handelns durch Emotionen ersetzt zu werden. Das Bauchgefühl bestimmt das Bewusstsein!
  • Die Bandbreite der negativen Gefühle (Hass, Wut, Neid, Rache, Angst) bestimmt das Handeln!
  • Die Fähigkeit, Konflikte zu verstehen und konstruktiv lösen zu können, scheint verloren gegangen zu sein.
  • Wertschätzung und Würde des Mitmenschen werden offensichtlich aus den Gedanken und dem Handeln verdrängt.
  • Solidarität und Empathie werden durch Gewalt und Menschenfeindlichkeit ersetzt.
  • Bekämpfung tritt an die Stelle von Zusammenarbeit.
  • Realität wird ignoriert und durch gesinnungshaftes Wunschdenken ersetzt.
  • Fremd- und Selbsttäuschung haben Konjunktur.

Zudem müssen sich die demokratischen Teile in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft fragen:

Wieso wirken TV-Formate wie Dokumentationen zur Geschichte, zur Natur, zur Politik und Gesellschaft nicht Demokratie stabilisierend? Was läuft schief in der Erziehung in Elternhaus, Kitas und Schule? Weshalb ist die Vermittlung der Lerninhalte in Schule ebenso wenig aufklärend und persönlichkeitsstärkend, um selbstbewusst Manipulationen á la AfD zu durchschauen und zurückzuweisen? 

Im Umgang mit der AfD hilft nur, wenn Klarheit in der Haltung und Aufklärung in der Sache die Kritik bestimmen

Definition: …„geschlossenes rechtsextremes Weltbild“

17. Mai 2024
von JvHS
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Definition: …„geschlossenes rechtsextremes Weltbild“

„Die nationalsozialistische Bewegung hat eine geräuschvolle Gegenwart, aber gar keine Zukunft. Sie lebt von der Erregung plötzlich proletarisierter Schichten, die nicht wissen, welchen politischen und ökonomischen Kräften sie ihren Sturz aus bürgerlicher Geborgenheit in ein soziales Pariatum verdanken.“ – Carl von Ossietzky (Friedensnobelpreis 1935)

„Es ist unendlich viel leichter, im Gehorsam gegen einen menschlichen Befehl zu leiden als in der Freiheit eigenster verantwortlicher Tat.“ – Dietrich Bonhoeffer – Theologe und 1945 von den Nazis ermordet

Die Sinus-Studie (*)hat sechs Komponenten betrachtet, die zusammengenommen ein rechtsextremes Einstellungsmuster ergäben:

  • Autoritarismus, d. h. die Bereitschaft, sich freiwillig einem Stärkeren zu unterwerfen;
  • Nationalismus, d. h. die Überbetonung der eigenen Nation und die Abwertung anderer Nationen;
  • Fremdenfeindlichkeit, d. h. die Abwertung, Benachteiligung, Ausgrenzung anderer Ethnien;
  • Wohlstands-Chauvinismus, d. h. die Diskriminierung von Menschen aus sozioökonomischen Motiven;
  • Antisemitismus, d. h. Feindseligkeit gegenüber Jüdinnen und Juden;
  • Pro-Faschismus und -Nazismus, d. h. Verharmlosung oder Rechtfertigung des Nationalsozialismus:
  1. Seit den 1970er Jahren verwendet der deutsche Verfassungsschutz den Begriff „Rechtsextremismus“ für verfassungsfeindliche, gegen die Freiheitliche demokratische Grundordnung (FDGO) gerichtete Inhalte und Aktivitäten, den Begriff „Rechtsradikalismus“ dagegen für politische Ziele im demokratischen Spektrum, die als Ausdruck legitimer Radikalkritik an einer bestehenden Gesellschaftsordnung verstanden werden.
  2. Der Vorschlag einiger Autoren, „das Attribut extremistisch für die Beobachtungsgegenstände der Verfassungsschutzbehörden zu reservieren und die Bezeichnung Radikalismus für das wesentlich breitere sozialwissenschaftliche Betätigungsfeld zu verwenden“, konnte sich bislang nicht durchsetzen.
  3. Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer schlug 2018 den Begriff des „autoritären Nationalradikalismus“ vor, da die korrespondierenden Phänomene Rechtspopulismus und Rechtsextremismus darauf abzielen, Institutionen zu destabilisieren, die wichtig für die Gesellschaft seien. (Quelle: Wikipedia) 

Charakteristisch ist ein autoritäres, auf hierarchische und zentralistische Strukturen unter Führung nationaler „Eliten“ ausgerichtetes Politikverständnis. Der liberale Rechtsstaat, der weniger auf Gefügsamkeit als auf die Einsicht zivilisierter Bürger setzt und daher tendenziell nicht autoritär, gemäßigt und geduldig auftritt, wird von Rechtsextremisten angesichts ihrer radikalen Zielsetzungen als verweichlicht, kraftlos und ineffektiv angesehen. Eine autoritäre Ordnung wird nicht als Bedrohung, sondern als Schutzraum herbeigesehnt; entscheidend sind hierfür oft vorpolitische, persönliche Prägungen (etwa autoritäre Eltern), charakterliche Ursachen oder eine Überforderung durch die vom liberalen Rechtsstaat vorausgesetzte bürgerliche Selbstkontrolle. 

Theodor W. Adorno nahm  in einem Vortrag am 6. April 1967 in Wien schon Stellung zum Wiedererstarken des völkisch-nationalen Gedankenguts. Er konstatierte: 

„Und die Menschen in Deutschland scheinen in einer immerwährenden Angst um ihre nationale Identität zu leben, eine Angst, die zu der Überwertigkeit des Nationalbewußtseins sicher das Ihrige beiträgt.“ 

Zitat Adorno:

„Die einzelne Nation ist in ihrer Bewegungsfreiheit durch die Integration in die großen Machtblöcke außerordentlich beschränkt. Man sollte nun daraus aber nicht etwa die primitive Folgerung ziehen, dass deswegen der Nationalismus, wegen dieser Überholtheit, keine entscheidende Rolle mehr spielt, sondern im Gegenteil, es ist ja sehr oft so, dass Überzeugungen und Ideologien gerade dann, wenn sie eigentlich durch die objektive Situation nicht mehr recht substantiell sind, ihr Dämonisches, ihr wahrhaft Zerstörerisches annehmen.“

Adorno weiter:

„Mit diesem Wort des Antizipierens des Schreckens glaube ich nun wirklich etwas sehr Zentrales berührt zu haben, das, soweit ich sehen kann, in den üblichen Ansichten über den Rechtsradikalismus viel zu wenig berücksichtigt wird, nämlich die sehr komplexe und schwierige Beziehung, die hier herrscht, zu dem Gefühl der sozialen Katastrophe. … Auf der einen Seite wird nach der rationalen Dimension hin gefragt: »Wie soll das weitergehen, wenn es etwa einmal eine große Krise gibt?« – und für diesen Fall empfehlen sich diese Bewegungen. Aber sie haben auf der andern Seite etwas gemeinsam mit jener Art von manipulierter Astrologie von heute, die ich für ein sozialpsychologisch außerordentlich wichtiges und charakteristisches Symptom halte, daß sie nämlich in gewisser Weise die Katastrophe wollen, daß sie von Weltuntergangsphantasien sich nähren, so wie sie übrigens, wie wir aus den Dokumenten wissen, auch der ehemaligen Führungsclique der NSDAP gar nicht fremd gewesen sind.“  Zitatende (Quelle: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus)

(*) „Sinus-Milieus“ – aus der Sinus-Studie 1981 hervorgegangene Untersuchung zum Rechtsextremismus als damaligen Schwerpunkt der Untersuchung! –  wird seit 2002 mit dem Ziel des Geschäftsmodells „Marketingforschung“ zu betreiben und anzubieten, der politische Schwerpunkt völlig außer Acht gelassen.

Zitat und Selbstbeschreibung:

„Anfang der 1980er Jahre entwickelt und seither kontinuierlich an die gesellschaftlichen Veränderungen angepasst, ist das Milieu-Modell für Deutschland der Klassiker der sozialwissenschaftlichen Gesellschaftsanalyse.“ 

„Die Sinus-Milieus verdeutlichen, was die verschiedenen Lebenswelten in unserer Gesellschaft bewegt (Werte, Lebensziele, Lifestyles) – und wie sie bewegt werden können (Mediennutzung, Kommunikationspräferenzen). Sie bieten deshalb dem Marketing mehr Informationen und bessere Entscheidungshilfen als herkömmliche Zielgruppenansätze.“

 

17. Mai 2024
von JvHS
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Das Grundgesetz als Gewähr für Freiheit in der Demokratie und Grundlage zur Abwehr der Feinde der Gesellschaft

“Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.” – Karl Raimund Popper 

Es ist schon ein seltsames sprachliches und gedankliches Gebilde: die Freiheit – auch und gerade in Form der Meinungsfreiheit. Im Austausch der Gedanken und der inhaltlichen und bedeutungsmäßigen Be- und Zuschreibungen erfolgen Definitionen, was denn Freiheit und Meinungsfreiheit ausmacht.

Am 23.05.2024  jährt sich das Grundgesetz (GG) zum 75sten Mal.  Das GG ist der demokratische Gesellschaftsvertrag für unser Land und die Grundlage der rechtsstaatlichen und parlamentarischen Demokratie. Das GG ist einer Verfassung gleichgestellt.

In den ersten Artikeln des GG sind neben der unantastbaren Menschenwürde, den unveräußerlichen Menschenrechten, der Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive und der Rechtsprechung), der Gleichheit, der unverletzlichen Freiheit der Person (Art2), der Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses (Art 4), der Meinungsfreiheit, auch die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung zu betonen. Die Freiheit der Kunst, Wissenschaft, Forschung und Lehre (Art 5) werden zudem  ausdrücklich genannt.

Doch schon in der Urfassung des GG wird die Einschränkung der Freiheit mit ge- und bedacht! Und dies immer dann, wenn der Missbrauch zu Lasten der Menschenwürde, der Menschenrechte und der Freiheitsrechte aktiv betrieben werden sollte, mit dem Motiv, Macht zu erlangen oder zu bewahren. Macht, Gewalt, Unterdrückung und damit die geplante und aktive Verletzung der Unantastbarkeit der Würde sowie der Unverletzbarkeit des einzelnen Menschen begründen die Einschränkung von Freiheit.

Im Diskurs um die Auslegung der genannten Freiheitsbezüge werden Aphorismen von Philosophen, Wissenschaftler und Verfassungsrechtler oft  formuliert:

„Freiheit ist immer auch die Freiheit des Anderen (des Mitmenschen) und seines Denkens. Es gibt keine Freiheit, wenn die Freiheit des Gegenüber nicht mitgedacht wird!“ –  Rosa Luxemburg 

Wer zudem sich als Gegner und Feind der demokratischen Gesellschaft zu erkennen gibt, wer aktiv die Abschaffung oder die Einschränkung der Grundrechte zum Ziel hat, verliert damit den Anspruch auf die Grundrechte. Parteien, die sich formal auf Artikel 2, 3 oder 5 berufen, um das Ziel der Zerstörung dieser Rechte damit zu rechtfertigen, denen muss der demokratische Rechtsstaat entgegentreten. 

Politiker wie Höcke, Bystron und Parteien wie die AfD sind programmatisch auf die Vernichtung der Freiheit und Demokratie ausgerichtet. Verurteilungen (als Rechtsextremist) bei Verdacht antidemokratischen Ziele sind notwendig in einer wehrhaften Demokratie. Gerichtsverhandlungen gegen Politiker wie Donald Trump gehören zur Abwehr der Gefahr für die freien Gesellschaften und die Demokratie.

„Die Freiheit des anderen mitdenken“ bedeutet, eine ethische Haltung einzunehmen mit der Bereitschaft zum verantwortlichen Handeln, zur Toleranz, sowie Kooperation zu praktizieren und Solidarität zu zeigen und Gerechtigkeit umzusetzen. 

„Die Freiheit des anderen zu bedenken“, und demokratisch zu sein, das geschieht seitens der AfD nur propagandistisch und „wahrlügend“ (Hannah Arendt). In der extremistisch infizierten AfD -Weltsicht kommt diese Haltung der Lüge und dem Betrug nahe. In der AfD zeigt sich eine Haltung, die auf Gesinnung fußt, und die mit Gewalt und List die Menschen manipulierend in eine völkisch- antidemokratische und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit hineinzieht. Mit autokratischer und egomanischer Systematik die Mitmenschen in Unfreiheit und Unterdrückung zu bringen, dafür stehen  exemplarisch Staaten wie Russland (Putin), China (Xi Jingpin) oder Terrorgruppen wie Hamas, Hisbollah, der IS mit seinen Kalifaten oder die Taliban in Afghanistan.  

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