Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

18. Februar 2017
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Sicherheitsdiskurse der ganz besonderen Art – Freiheit oder Sicherheit

Freiheit- Gleichheit – Brüderlichkeit (Liberté, Égalité, Fraternité)  

Forderungen, die mit der Frage nach Sicherheit für Staaten, Gesellschaften und Einzelpersonen in Konkurrenz getreten sind.

Dass auch der Begriff Sicherheit aus völlig unterschiedlichen Sichtweisen nicht in den Diskurs genommen wird, hat mit der Parteienlandschaft zu tun, in der das Reflektieren über die Grundsatzfragen eines Gemeinwesens kaum mehr stattfindet.

Zitat: WiWo

Eine ungeschriebene aber allseits akzeptierte Spielregel des Politbetriebes scheint festzulegen, dass man jedes große Thema (zum Beispiel Sicherheit) sofort auf betriebsinterne Machtfragen (zum Beispiel den Streit um die Abschaffung der Landesverfassungsschutzämter zu Gunsten des Bundesverfassungsschutzes) herunter zu brechen habe. Wo es um wirklich Politisches und nicht um Machtoptionen, Wahltaktik und Regierungstechnik geht, gähnt in den Parteien die reine Leere.

Politische Positionen gedeihen also nicht etwa im real existierenden Parteienbetrieb, sondern verkümmern durch ihn.

Zitatende

So ist es nicht verwunderlich, dass die Sicherheitsbedürfnisse der Bürger völlig andere sind, als die der Politik. Oder der Medien, die aus Quoten- und Umsatzgründen die unsäglichen Formate der Polit-Talkshows auf das Thema Sicherheit hetzen.

Im Westen der Nation ist das Augenmerk der Bevölkerung und Teilen der Politik auf Tihange gerichtet. Deshalb ist die Forderung nach Sicherheit und die Frage nach den Quellen des Jod 131 (Iodine-131 (131I), a radionuclide of anthropogenic origin) eine inhaltlich völlig andere als die des Lobby-gestriegelten Bundesinnenminister.

Denn Herr De Maizière: Meine Daten gehören mir, weder dem Staat und erst recht nicht Privatunternehmen!

 

15. Februar 2017
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CETA Zustimmung des EU-Parlaments – Schiedsgerichte sichern die Renditen der Global Player zu Lasten der Steuerzahler

„Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.“ Adorno, Minima Moralia

CETA hat die Zustimmung der Mehrheit des EU-Parlaments erhalten und kann in vielen Teilen aktiv genutzt werden. Es ist in diesem Blog kontinuierlich darüber berichtet worden, weshalb auch CETA in der nun zugestimmten Form ein Anschlag auf die Arbeitsrechte, die Parlamentshoheit und die Interessen der Gesamtgesellschaft ist. Mit der Zustimmung des Vertrages hat sich das Parlament selbst entmachtet, denn nun holen sich die globalenPlayer ihre Renditen zur Not auch bei den nationalen Steuerzahlern. Gesetzliche Änderungen, die eine Gesellschaft und ihre Regierung für notwendig erachten, werden umgangen. Das ist eindeutig ein Verrat an der Aufgabe eines Abgeordneten: zum Wohle der Gesamtgesellschaft zu entscheiden, nicht nur eines Teils!

Warum ignoriert das wirtschaftliche und politische Establishment nur weiter die Bedenken der Bevölkerung? Weil den Etablierten die Bevölkerung egal ist? Weil aus machtpolitischen und egoistischen Gründen das Hemd des Neoliberalismus näher als der Rock der Gesamtgesellschaft ist? Weil die Konstruktionen der Parlamente, dem EU Parlament wie den nationalen Parlamenten, es ermöglichen, dass gewählte und über die Parteien installierte Abgeordnete sich über die wissenschaftlichen Gutachten hinwegsetzen und  gegen die Vernunft entscheiden! Da stellt sich die Frage: was ist die Grundlage ihrer Entscheidung oder wird lediglich dem Fraktionszwang gefolgt?

Oder unterliegen jene Abgeordnete dem Beeinflussungs-Ansturm bestimmter Meinungsmacher? Wer Vorgänge in den Leitmedien (Die Zeit) beobachtet, wie auf einem anderen Themenfeld (Verbreitung der These: Russland wird mit Cyberangriffen die deutsche Wahl beeinflussen) Mitglieder der Atlantikbrücke ihre Themen verbreiten, erkennt, dass diese Leitmedien ihre Plattform zur Verfügung stellen, um Deutungshoheiten zu behalten.

Dabei wird es mit den  Fakten und der Verpflichtung zur neutralen Berichterstattung nicht so ganz ernst gemeint sein, schätzt zumindest eine Gegenmeinung so ein.

14. Februar 2017
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Opfer des Neoliberalismus

Es mag sein, dass es schwierig sein wird, eine überzeugende Verknüpfung mit dem Neoliberalismus als Ursache für einen Suizid in Italien herzustellen. Jedoch sind die subjektiv aufgeführten Gründe für die Selbstaufgabe des dreißigjährigen Schreibenden durchaus Indizien dafür, dass die im neoliberalen Wirtschaftsmodell eingeführten Arbeits-(zeit)formen von Zeit- und Leiharbeit (Beispiel in D) Ursachen für das Aufgeben dieses jungen Menschen sind.

Was in dem Abschiedsbrief beschrieben wird, ist die subjektive Erkenntnis eines Menschen, es nicht mehr zu ertragen, weil ein System übergestülpt wurde, das sich lediglich an der absoluten Spitze von Leistungsvermögen, dem Verbiegen der eigenen Persönlichkeit und der Bereitschaft zur Selbstausbeutung orientiert. In diesem System haben weder Empathie noch Solidarität Platz.

Die Dynamisierung der Zuspitzung auf wenige Erfolgreiche und Superreiche, die das System bis zum letzten Tropfen auspressen und unermesslichen Reichtum einerseits anhäufen, sowie unmenschliches Leid anderseits verursachen.  

Und so lauten einige Zeilen des Briefes:

„Ich habe dreißig Jahre lang (schlecht) gelebt, einige werden sagen, dass es ein zu kurzes Leben war. Diese Leute aber können nicht die Grenzen der Geduld und des Erträglichen bestimmen, denn diese Grenzen sind subjektiv, nicht objektiv. Ich habe versucht, ein guter Mensch zu sein. Ich habe Fehler begangen. Ich habe viele neue Versuche gestartet. Ich habe versucht, meinem Leben einen Sinn zu geben und mir selbst ein Ziel zu setzen und dabei meine Fähigkeiten einzusetzen. Ich habe versucht, aus dem Unbehagen eine Kunst zu machen.“

„Ich bin es leid, den Erwartungen Anderer gerecht zu werden, obwohl meine eigenen Erwartungen nie erfüllt wurden. Ich bin es leid, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, Interesse vorzutäuschen, mich selbst zu enttäuschen, auf den Arm genommen zu werden, aussortiert zu werden und mich selbst sagen zu hören, dass Sensibilität eine besonders tolle Charaktereigenschaft ist. Alles Lügen.“

Brief eines Unbekannten (Quelle: heise-Verlag)

 

Die große Anzahl der Reaktionen auf diesen Abschiedsbrief scheinen das Zeitgefühl  Millionen junger Menschen zu treffen. Ein weiteres Mosaiksteinchen in den paar Tausend Jahren der Menschheitsgeschichte, in der der Mensch dem Menschen ein Raubtier war und es sich nichts geändert hat!

Update:

Dass zum Neoliberalismus auch diese Auswüchse des Systems (Target-Saldos!) gehören – und damit noch weit mehr Menschen gefährdet sind, die sich zurzeit noch als Gewinner betrachten – ist die bittere Ironie, die uns in D bald ins Mark treffen kann.

12. Februar 2017
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Der Mutmacher oder die Freiheit

(K. Thiel – Ausschnitt aus „Troja“ )

Als Mensch habe ich das Glück, in einem befreiten Land geboren worden zu sein, nur wenige Jahre nach dem WW2. Die Zeiten meinten es gut mit mir – auch weil die Anfangszeiten dieses heutigen Deutschlands und die da noch spürbaren Existenznöte wirkten und somit Demut und Bescheidenheit als Bestandteil menschlicher Existenz noch als Erfahrung gelehrt wurden, jedoch ein Aufbruch mit Ausdauer, Bildung und beruflicher Auswahl in bessere Zeiten möglich war.

Ich habe die zeitgeschichtliche Möglichkeit eingeräumt bekommen, alle bisherigen Staatsoberhäupter dieses Staates erleben zu dürfen. Nun mit Frank-Walter Steinmeier den 12. Bundespräsidenten dieses Staates.  Eines Staates, der mit Adenauer einen katholisch konservativen Machtmenschen aus dem vorletzten Jahrhundert lange an der Spitze hatte, der dazu beigetragen hat, dass wegen „der Unfähigkeit zu trauern“ eine Aufarbeitung der Gräuel nicht gelang, mit Willi Brandt einen Aufbruch erlebte in die mit Hoffnung versehene Zeit von „Mehr Demokratie wagen“ und mit dem Zeitwenden-Kanzler Kohl den Umbau des Staates in die „geistig-moralische Wende“ erleben musste, welcher die Voraussetzung für den Verlust der Solidarität und damit den Beginn des Neoliberalismus schaffte. Mit dem „Genossen der Bosse“ wurden jedoch die Strukturen gelegt, die der Solidarität den letzten Rest gaben und der sich „weitenden Schere zwischen Arm und Reich“ die Weichen stellte –  Hartz IV installierte, der Zerschlagung des solidarischen Renten- und Sozialsystems zugunsten der privaten Wirtschaft den Boden bereitete,  der Zeitarbeit und der Privatisierung der Daseinsfürsorge Tür und Tor öffnete. Der Turbo des Neoliberalismus wurde damit angeworfen.  

Und der Stratege dieses Auseinanderdriften der Gesellschaft wurde heute zum 12. Bundespräsidenten gewählt. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des hiesigen Establishment, jener gesellschaftlich Bevorzugten und der Seilschaften, die die Entwicklung dieses Staates beeinflussten, und damit einherging, dass große Teile der Bürger nicht mitgenommen wurden und ihre Stimmen nicht gehört wurden.

Des neuen bald amtierenden Bundespräsidenten Motto lautet „Mut machen“. Wem will er Mut machen? Aus innenpolitischer Sicht ist da die Frage zu stellen, ob er die unter dem Neoliberalismus Leidenden und Abgehängten oder letztlich die Etablierten meint, dass ein „weiter so“ des Neoliberalen unter den globalen Bedrohungen der richtige Weg sei? Aus außenpolitischer Sicht ist die Frage berechtigt, ob das Festhalten an der Parteien-Demokratie namens „parlamentarische Demokratie“ immer noch besser sei, als die nationalistischen Tendenzen der Großmächte von den USA, über Russland bis zu China, die Europa und seine strukturelle Zerstörung zum Ziel erklärt haben?

Wenn unser Staat eine Chance haben soll, sich gegen die inneren wie äußeren Feinde zu wehren – und diese sind immer noch in der fremdenfeindlichen, nationalistischen und faschistischen Ecke zu suchen, weil sie erklärtermaßen die Demokratie zerstören wollen – dann muss dieses „Mut machen“ bedeuten, dass sowohl die Solidarität wieder ein zu stärkender Wert sein muss, an dem zu arbeiten es sich lohnt! Eine Solidarität auf der Ebene unseres Staates ist dann ebenso notwendig wie innerhalb der EU. Dann muss „Mut machen“  die Mitnahme der ganzen Bevölkerung bedeuten und nicht nur des Establishments. Wenn diese Notwendigkeit nicht vom neuen Bundespräsidenten erkannt und betont wird, dann bleibt auch das genannte Motto nur eine Wortblase und die Symbolik von Schwarz-Rot-Gold gerät aus den Fugen.

Die Freiheit der Menschen ist dann auch in unserem Staat wieder mehr als gefährdet.   

23. Januar 2017
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Ausstellung Willi Wagels im Krankenhaus Geilenkirchen

Willi Wagels

„Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.“ Adorno, Minima Moralia

Geilenkirchen. Mit Werken des Künstlers Willi Wagels eröffnet die Gruppe „Kultur im Krankenhaus“ die erste Ausstellung im neuen Jahr 2017. Zur Vernissage am 26. Januar 2017 um 19.00 Uhr  im Lichthof der Stationen C3/B3 im Krankenhaus Geilenkirchen sind alle Kunstinteressenten eingeladen.

„3xK“ – Kirche, Kreuz und „Kristentum“ nennt Willi Wagels seine Ausstellung, wohlwissend, dass das „K“ im Wort Christentum lautmalerischer Kompromiss ist. In seiner Ausstellung zeigt er eine Auswahl alter und neuer Arbeiten mit überwiegend religiösen Bezügen.

Der Künstler verortet seine Bilder im Umfeld einer gegenständlich-experimentellen Malerei. Materialien aus der Natur oder Teile ehemaliger Werkzeuge werden in die Gesamtheit eines Werkes miteingebaut. So erfährt ein Werk in mehreren Bearbeitungsschritten eine wachsende Veränderung.

Mit seiner Freude für experimentelles Arbeiten gelingt es Willi Wagels immer wieder, seine Themen auch hintergründig und mehrschichtig zu präsentieren. Er verwendet verschiedene Untergründe wie Leinwand, Hartfaser, Mehrschichtplatten und Styrodur. Letzteres Trägermaterial erfährt eine vom Künstler entwickelte besondere Grundierung und Behandlung.

Willi Wagels arbeitet überwiegend in Acryl, experimentiert aber auch mit weiteren Materialien wie Spachtelmasse, Gewebe, Draht, Metall, Sand, Holz und diversen Fundsachen aus der Natur und abgelegten Nutzgegenständen. Ein augenzwinkernder Humor wird nicht selten an seinen Materialcollagen nachvollziehbar. „Wir sind alle Pfeifen“ – ein Bezug zu einem Gedicht von Bernhard Langenstein macht dies exemplarisch sichtbar.

In seinem beruflichen Leben haben verschiedene Ausbildungen seine handwerklichen Fähigkeiten geschult und erweitert. Er habe viel getüftelt und gebastelt in seinem Leben, beschreibt Wagels eine seiner Stärken. Wer sein Domizil in Gangelt besucht, das auch schon öfters Ausstellungsort bei der Kunsttour im Kreis Heinsberg war, kennt die Gestaltungskraft seiner Kreativität.

Die Malerei sei  erst in den letzten zwanzig Jahren dazugekommen, verrät er im Gespräch. Seine künstlerische Ausbildung habe er in mehreren Kunstakademie-Seminaren und Kursen auf Gut Rosenberg,  der Akademie für Handwerksdesign der Handwerkskammer Aachen im Stadtteil Aachen-Horbach, gemacht. Die Dozenten Georg Glaser, Gerhard Almbauer, Prof. Zuworka Chirca-Hermaneana und Beate von Bock waren seine Ausbilder.

Willi Wagels nahm an vielen Gruppenausstellungen wie der Kunsttour oder dem Kunst-und Kulturtag Wassenberg  teil. In Einzelausstellungen präsentierte er seine Werke.

Seit 2008 arbeitet er mit dem Künstler-Stammtisch Wassenberg, einem Zusammenschluss freier Künstler,  zusammen und gestaltet die jährliche Ausstellung im Rathaus Wassenberg mit.  Willi Wagels lebt und arbeitet in Gangelt-Birgden. Er ist seit 54 Jahren verheiratet und hat drei Kinder und acht Enkelkinder. (jwb)