Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Heilige Schrift – ein Begriff mit Aktualität oder ein Anachronismus?

Die „Heilige Schrift“, ein mehrdeutig interpretierter Begriff, der angesichts der aktuellen, globalen Situation der Menschen in seiner Bedeutung bestenfalls verschieden verstanden wird, realiter einem großen Anteil der Menschheit überhaupt nicht bekannt sein dürfte. Und dennoch sind gerade die damit verbundenen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam in der Gefahr, sich gegenseitig in inhumaner Weise das Leben schwer zu machen.

Literarisch hat sich Gotthold Ephraim Lessing mit dem Thema beschäftigt und den Humanismus und den Toleranzgedanken der Aufklärung  in den Blick genommen.

Nathan der Weise – die Parabel von der Fehlbarkeit der Menschen, dem Toleranzgebot der Religionen, der Aufklärung durch Vernunft als Vorbild für die Ordnung des Gemeinwesens, der Notwendigkeit der Kontrolle der Gefühle und der Unanfechtbarkeit der Menschenrechte und der gelebten Humanität als Basis jeglicher Glaubwürdigkeit ist auch heute noch aktuell. Die darin präsentierte ethische Grundnorm ist auch Blaupause für das politische Handeln der Abgeordneten. Die Würde des Menschen ist unantastbar, die Menschenrechte sind unveränderlich gültig und in der jeweiligen Auslegung der „Heiligen Schrift“ wird eben nicht propagiert, dass der politische Zweck die Mittel heiligt.

„Da liegt der entscheidende Punkt. Wir müssen uns klarmachen, daß alles ethisch orientierte Handeln unter zwei voneinander grundverschiedenen, unaustragbar gegensätzlichen Maximen stehen kann: es kann »gesinnungsethisch« oder »veranwortungsethisch« orientiert sein.“ – Max Weber, Politik als Beruf, 1919

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