Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Nahles, Nöler, Nörgler

Es wird der Dame Nahles – Funktionärin und Fraktionsvorsitzende der SPD im neuen Bundestag und Mitglied der Führungsebene der SPD  – immer nachhängen, jenes Wort von „in die Fresse“. Nein, eine intellektuelle Großleistung ist damit nicht verbunden. Ob man es Mut nennen kann, diesen falschen Zungenschlag in die Welt zu setzen, ähnlich der Zumutung ihres Gesanges am Rednerpult im Bundestag, das mag dahingestellt sein. Es hat schon ein wenig von Rumnölen an sich und passt sich dem Stil und der Leistungsebene der SPD insgesamt an, in dem so den Nörglern begegnet wurde. Insgesamt macht die Führungsriege um die bekannten Köpfe der SPD kaum den Eindruck, dass sie den Anforderungen zu den notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen Kompetenz halber gewachsen sei. 

In einem Spruch aus den frühen 1960er Jahren des letzten Jahrhundert kursierte ein ähnliches pubertäres Sprüchlein, in dem der kategorische Imperativ verballhornt wurde:

„Was du nicht willst, dass man dir tut, das tu`auch nicht, was willst du denn? Eins in die Fresse?“ 

Wo sind die Think-Tanks der SPD, der Kräfte, die dem „Weiter so“ durch kreative Ideen Einhalt gebieten können? Wenn nun die dritte GroKo innerhalb von 13 Jahren ihre Tätigkeit aufnimmt, dann steht zu befürchten, dass die Abgehängten in der Gesellschaft weiter zurückgedrängt werden. Die Ungerechtigkeit weiter anwächst, die Bevorzugung der Vermögenden weiter ausgebaut wird und die Altersarmut weiter um sich greift. 

Zuviel Sand wird in die Augen der Gesellschaft gestreut. Fast ist man geneigt, den Deutschen zu empfehlen: wählt endlich mal umfassend eindeutig und gebt entweder den Konservativen (nicht den AfD-Populisten, auch nicht der Ein-Personen-FDP oder den Grünen) eure Stimme bis zur absoluten Mehrheit. Dann kann dieser Staat deutlich konservativ und noch stärker in Richtung Wirtschaftsmacht umgestaltet werden. Und jeder, der nicht als Vermögender profitieren wird,  kann erkennen, dass dies das Werk der Konservativen ist und nicht irgend einem Koalitionspartner angehängt werden kann. Koalitionen sind Mist, halbe Sachen und faule Kompromisse!

Oder gebt einer linken Sammlungsbewegung umfassend eure Stimme und eine neue geistige und gesellschaftliche Wende könnte ausprobiert werden. Immer geht es um die Verteilungsfrage. Und um Egoismus oder Solidarität, Reichtumsförderung oder Armutsbekämpfung, Privatisierung oder gesellschaftliche Verfügung über die Infrastruktur in der Hand des Staates, Schutz der Unternehmen oder der Umwelt.

Vor allem ist aber darauf zu achten, dass der Rechtsstaat erhalten bleibt, dass die Gewaltenteilung nicht gefährdet wird und dass auf dem Boden des Grundgesetzes agiert wird. Was wir nicht brauchen, sind Gebilde wie sie in Polen, Ungarn, Türkei und anderen autokratischen Staaten entstehen, in dem das Nationalkonservative und  die Zerstörung des Rechtsstaates  gefördert wird. 

Dass dem Wahl müden Volk jedoch eine personelle Erneuerung in den Parteien/Blöcken präsentiert werden muss, das geht dem angedachten Modell voraus.

 

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