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Aufklärung III – Neoliberalismus als Weltanschauung und Demokratieunterwerfung

Ein feingesponnenes Netz von Gesinnung, Einflussnahme und Verstrickung weniger Menschen macht sich Politik und Gesellschaft untertan.

Ausgehend von den Gedankengebäuden der Urneoliberalisten Friedrich August von Hayek und Walter Lippmann, die in einer Reihe mit Milton Friedmann zu nennen sind, untermauert der Ökonom Prof. Dr. Walter Ötsch in einem Interview seine Thesen von der geplanten Neugestaltung der globalen Wirtschaftsordnung des Neoliberalismus durch von Hayek und den Erkenntnissen der Manipulation und Propaganda Walter Lippmanns als Instrument der Durchsetzung –  auch gegen den Willen der Bevölkerung und zu Lasten der Demokratie.

Zur Agenda des Neoliberalismus gehörte, dass die Umsetzung in einer demokratischen Gesellschaft nur durch Netzwerke und Lobbyismus erfolgen könne. Diese Netzwerke wurden nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut und sind davon gekennzeichnet, dass sie Menschen gleicher Gesinnung aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medienwelt in teilweise geheim tagenden Vereinigungen zusammenfassen und in konzertierten Aktionen die Ideen in den westlichen Gesellschaften in Bildung und öffentlicher Meinung verankern lassen. Als Maxime gilt bis heute, dass der Wirtschaft (Finanz- wie Kapitalgesellschaften) völlige Freiheit ermöglicht wird. Eine gesellschaftliche und politische Freiheit soll dem unterworfen sein.

Zitat:

Der Neoliberalismus der MPS will einen ökonomischen, aber keinen politischen Liberalismus. Prof. Dr. Walter Ötsch

Zitatende (Quelle…)

Interessant sind die Ansätze von Ötsch, weil er argumentiert, dass zwar die Netzwerke wirksam sind, aber nicht im platten Sinne dessen, dass sie die Macht haben, diese durchzusetzen, sondern dass sowohl die Korrektive einer diskursiven wie auch kritischen Gegenposition fehlen und mehr und mehr zurückgedrängt werden aufgrund der sich festsetzenden neoliberalen Ideen.

Zitat:

Walter Ötsch: Das Hauptproblem für die Demokratie sehe ich darin, wie selbstverständlich ein Denken „des Marktes“ geworden ist, wie tief das eingesickert ist, Angela Merkel zum Beispiel spricht von einer „marktkonformen Demokratie“. Der spannende Punkt ist, wie Hayek und seine Mitstreiter in eine einflussreiche Position gelangen konnten und wie lange es gedauert hat, dass sie Erfolg hatten.

In der Zwischenkriegszeit hat Hayek in der direkten Auseinandersetzung mit Keynes den Kürzeren gezogen, zum Hauptwerk von Keynes (1936) hat er nicht einmal eine Kritik geschrieben. Das System von Bretton Woods etabliert ab 1945 eine – so kann man es deuten – keynesianische Weltordnung: ein Viertel Jahrhundert mit hohen Wachstumsraten, stark steigenden Reallöhnen und dem Ausbau des Sozial- und Wohlfahrtsstaates (in Deutschland in einer Synthese von Ordoliberalen und Keynesianern, Karl Schiller zum Beispiel ist Mitglied der MPS).

Ab den 1970er-Jahren ändert sich schrittweise das Bild. Jetzt erst – nach fast 50 Jahren Theorie- und Netzwerkbildung – werden die Neoliberalen sichtbar mächtig. Der Durchbruch in der Politik erfolgt mit Ronald Reagan und Margarete Thatcher, Helmuth Kohl hat keine wirklich neoliberale Wende unternommen.

Zitatende (Quelle auf heise.de)

Sichtbar wird, dass es den „Markt“ nicht gibt, sondern das Personen wie Margret Thatcher, Ronald Reagan, Helmut Kohl und der aktuellen Kanzlerin Angela Merkel, aber auch den Agenda2010-Verwirrten Gerhard Schröder, Joschka Fischer und den Sozialstaatzerstörer und Trojaner Wolfgang Clement gelungen ist, in die politischen Machtpositionen zu  kommen, damit die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu erlassen, welche es den Wirtschaftslenkern und Vermögenden ermöglichte, ihre neoliberalen Konzepte umzusetzen.

Dass Veränderungen in der Politik hin zu Parteien wie die der AfD  erfolgte – die zudem noch zur eigenen Machtstärkung dem Rechtsradikalismus und der Menschenfeindlichkeit á la Rassismus und Religionsphobien offene Türen schaffte und der es gelungen ist, Fuß zu fassen in deutschen Parlamenten –  ist ein weiterer Schritt zur  Demokratiezerstörung.

Technologien wie das Internet und soziale Medien á la Facebook und Twitter öffnen dabei der Demokratiezerstörung Tür und Tor mittels der dort bestens platzierbaren Manipulationen und Propaganda-Aktionen.

Zu den wirksamsten Netzwerken gehören vor allem der Elitezirkel Mont Pèlerin Society, zu dem auch der Sozialwissenschaftler Dieter Plehwe forscht. Aber Netzwerke wie die Bilderberger und ihre Bilderberg-Konferenz gehören ebenso dazu wie auch die INSM eines Wolfgang Clement.

In einem Interview erläutert Plehwe die Wirkweisen dieser Netzwerke mit ihren Manipulationen und  Propagandamethoden, die sie betreiben, ganz im Sinne der Machtelite-Theorie von C. Wright Mills .

Eine Linkliste zu Artikeln und Studien lässt das Wirken des Neoliberalismus nachvollziehen.

Beispiele für die Umsetzung des Neoliberalismus:

Toll Collect – ein weiteres Beispiel für die Vernetzung von Wirtschaft und Politik zum Nachteil der Bevölkerung, weil Privatisierung als Weg zur Durchsetzung von Neoliberalismus gezielt von den Ministern wie Dobrindt (bis 2017) und Konsorten genutzt wird.

Think Tank-Network

Neoliberaler Elitezirkel Mont Pèlerin Society

 

Literatur und Theorie-Entwicklungen des Neoliberalismus:

Charles Wright Mills‘ Buch „The Power Elite“

Walter Lippmann „Die öffentliche Meinung“

Studie: Wem gehört die EU?

H.J.Krysmanski  auf Uni-Münster

Wem gehört die EU?  von Prof. Dr. Krysmanski
(2006/7)

 Einleitung

  1. Strukturen des Reichtums

1.1. Superreichtum und Geldmachtapparat
1.2. Empirisch-statistische Impressionen zur Reichtumsentwicklung
1.3. Wirkungsmechanismen der Reichtumskonzentration
1.4. Reichtumsstrukturen sind global

  1. Akteure der Geldmacht

2.1. Profiteure des Geldmachtapparats
2.2. Wissenseliten: ‚Informieren’, Verwalten und Wohlfühlen
2.3. Politische Eliten: das Geschäft der ‚gerechten‘ Verteilung
2.4. Wirtschaftseliten: private Kapitalverwertung mit allen Mitteln
2.5. Die Geldelite: Konstituierung eines neuen Souveräns

  1. Aspekte europäischer Herrschaft

3.1. Power Structure Research
3.2. Agenturen des Geldmachtapparats
3.3. Der Brüsseler Hofstaat
3.4. Gesichter und Spielplätze des neuen Souveräns
3.5. Stiftungskultur
3.6. Kapitalismusbasierte High-Tech-Refeudalisierung?

Studie als pdf-Datei downloadbar!

 

Wem gehört die Welt? (die Website der RLS zur Reichtumsforschung)
Institute for Power Structure Research 
Machteliten&Biopolitik
American Empire? 
Neue Weltordnung

Grundlagen des Historischen Materialismus
Der Zeitrhythmus des Kapitalismus 
Der Religionskrieg um Öl und Geld

 

 

 

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