Bei verallgemeinerten Begrifflichkeiten wie „die Politik“ und „die Wirtschaft“ ist immer nach den konkreten Personen dahinter zu fragen

Idealismus ist der Despot des Denkens

Politik ist der Despot des Machtwollens

Wirtschaft ist der Despot der lohnabhängigen Menschen

Es wird oft von „der Politik“ gesprochen, wobei nicht selten der Nutzer sowie der Empfänger dieser Sprachformel vernachlässigen zu erläutern,  wer „die Politik“ denn nun verkörpert. Auch ein Nachfragen und Nachdenken über diesen Fakt wäre hilfreich. Wer es tut, dem wird schnell klar: es sind einzelne Menschen, die sich Positionen im Machtzirkel verschafft haben oder als Teil eines Netzwerkes in diese Positionen gehievt wurden. Sind die Positionen nun eingenommen, wird nicht selten eine Seilschaft des gegenseitigen Nehmens und Gebens aktiviert. Je höher der mit der Position verbundene Einfluss auf Entscheidungen, Gesetze, Finanzfreigaben oder auch  auf das  – nicht selten in das Halbdunkel abgerutschte – Gefälligkeitshandeln ist, je größer wird der Schaden für die Gemeinschaft praktiziert. Ein Beispiel wird vom Publizisten Werner Rügemer mit dem ehemaligen sächsischen  Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (CDU) vorgestellt.

Die Tradition des auf dem rechten Auge blind sein zu müssen, wird seitdem von seinen Nachfolgern weiter fortgesetzt. Warum ein Auge oder sogar den gesamten Blick auf die Bedürfnisse der anvertrauten Bevölkerung richten, wenn das Mitmachendürfen in der wirtschaftlichen Schickeria und die Annehmlichkeiten des gesponserten Lebens doch so viel gelingender erscheint. Da blitzt sie wieder aus allen Ritzen durch, die Bigotterie der christunionsmäßigen Werte und die Interessenlosigkeit am Fuß- und  Wahlvolk. Vielleicht sollte die Silbe „Un“ vor dem Kürzel von CDU/CSU stehen?

Dass sich das Potenzial des Faschismus, Rassismus und der Gewaltbereitschaft nun Bahn bricht und die Brandstifter wie auch die Mitläufer innerlich und heimlich Beifalls zollen, ist kaum verwunderlich, aber nicht weniger brandgefährlich für die demokratische Gesellschaft. Die Verbohrtheit und Irrationalität bei den ostdeutschen Bevölkerungsschichten verdrängt das Menschliche und die Solidarität mit den Betroffenen und Mitleidenden des Neoliberalismus sprich des rigiden Kapitalismus, anstatt den Verursacher zur Verantwortung zu ziehen. (Wo bleibt denn die strafrechtliche Verfolgung solcher Vorgänge, wie die Causa Verlängerung von Toll Collect-Einnahmen zugunsten des Toll-Collect-Konsortiums durch Dobrindt, oder aktuell bei der Causa Eurofighter wie der im Artikel des Heise-Verlags dargestellten „Verzichtserklärung auf eine Verjährung“, die den Steuerzahler in beiden Fällen Mrd. Euro kosten?)

„Wer aber vom Kapitalismus [und Neoliberalismus] nicht reden will [und Verantwortung ablehnt], sollte auch vom Faschismus schweigen.“ – Max Horkheimer