Unter Himmeln

„Ihr könnt keinen Kapitalismus haben ohne Rassismus.“ 

„Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“ – Max Horkheimer

„Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat – die teuflischste Variante, die man sich denken kann – nämlich: das Wahrlügen.“ – Hannah Arendt, Zur Zeit

„Rassismus ist keine kritische Meinung sondern ein Verbrechen.“

„Die Verschärfung des Asylrechts, der Fremdenhass, die zunehmende Gettoisierung – ich wusste davon und hatte es doch nie erfahren.“ – Günter Wallraff, Ganz unten, Köln am 7. Oktober 1985

Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“ – Albert Memmi, Rassismus

Ein Himmel weiß nichts von Faschismus und Rechtsradikalismus – und dennoch erfolgt unter den täglichen Himmeln wieder die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit am laufenden Band durch den rechten Terror. Gedeckt von staatlichen Diensten wie dem Verfassungsschutz. Und ein Innenminister agiert noch immer aus persönlichen Anlässen als Multiplikator dieser Gesinnung. Eine Gesinnungsförderung die mitverantwortlich ist für den Rechtsruck und die Bereitschaft, sich dem Populismus zu öffnen.

(Update II vom 041018: Bertelsmann-Studie zum Thema Populismus )

Die Flucht der Finanz- und Kapitaleigner Anfang der 1933er Jahre aus Deutschland ist ein Beispiel für die Flucht der Mitverursacher sozialer Umbrüche dereinst wie auch heute. So lässt Lion Feuchtwanger einen seiner Protagonisten in seinem Roman „Geschwister Oppenheimer“ zu einem der völkischen Strippenzieher und Nutznießer sagen:

„Ich weiß, es ist nur ein Teil von euch, der diese Schweinereien gemacht hat. Es [Die Deutschen] ist ein anständiges Volk im Grund … Vierzehn Jahre hat es die wüsteste Propaganda gegen die Juden [gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit] über sich ergehen lassen – Sie wissen ja, wie es gemacht wurde, Sie sind ja mit schuld daran – … Aber zur Zeit ist mir die Luft bei euch zu schlecht. Ich bin Kapitalist. Ich verstehe eure Motive. Ich weiß, dass ihr eure verrottete Wirtschaft nicht anders habt sanieren können als dadurch, dass ihr diesen lausigen Mob [und rechten Pöbel] habt machen lassen und euch ihrer bedient habt. Sehen Sie, ich bin Jude [Araber, Türke, Linker, Behinderter, Liberaler, Intellektueller, Journalist etc.]. Wenn Sie mir sagen: Wir schlagen die Juden tot , aber wir meinen die Gewerkschaften [die Engagierten für Frieden und Verhinderung von Armut, die Demokratiebewahrer, die Empathiefähigen, die Menschenfreunde], dann werden wir Juden  [Araber, Türken, Linken, Behinderte, Liberale, Intellektuelle, Journalisten etc.] davon auch nicht wieder lebendig.“ 

Wie bei den Metronomen, die in Reih` und Glied stehend nach wenigen Augenblicken schon eintönig und sich angepasst im Gleichklang takten, sie wird ein Großteil des Volkes dem ständigen Takt der Rechten wieder folgen und sich einordnen.

„Später wird es dann wieder zu spät gewesen sein“, formulierte Erich Kästner nach dem 12 Jahre dauernden „1000jährigen Reich“ in Anbetracht des erfolgten Terrors, des Krieges und des Genozids, bei dem ein Großteil des so anständigen Volkes mitgemacht oder weggeschaut hatte.

Update vom Tag der Deutschen Einheit 031018: Siehe hier! Soweit zum Denken und Verhalten der AfD – Funktionäre. Wer diese Figuren wählt, muss sich sagen lassen: Nazis muss man Nazis nennen.

Heute ist der Himmel im Osten unserer Republik schon längst wieder verdunkelt, weil die Menge der „menschlichen Metronome“ schon im völkischen Gleichtakt von Pegida, AfD und Rechtsradikalen sich bewegen.

Das avisierte Ziel dieser Gruppen ist die Zerstörung des Rechtsstaates und der Demokratie. Sie agieren nach dem Motto von „der Macht des Rechts“ zum „Unrecht der Macht durch Gewalt“.