Fantastische Welten versus fanatische Welten

“Aber hat Natur uns viel entzogen, war die Kunst uns freundlich doch gewogen, unser Herz erwarmt an ihrem Licht.” – Friedrich Schiller

Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.” – Friedrich Schiller

“Das Leben ahmt die Kunst weit mehr nach als die Kunst das Leben.” – Oscar Wilde’

“Die Kunst ist der Statthalter der Utopie.” – Walter Benjamin

“Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kraft der menschlichen Kreativität. Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kunst.” – Joseph Beuys

“Nirgends ist Konservatismus so schädlich wie in der Kunst.” – Leo Tolstoj

Wie die Kreativität als Verteidiger der Demokratie heute notwendiger Weise sich in das politisch-gesellschaftliche Leben einmischen kann, ist hier zu finden. Denn es darf nicht unterschätzt werden, wie tief die rechtsnationalistische Unterstützung in der Gesellschaft schon vorgedrungen ist. (Nicht zuletzt, weil auch Portale wie die “Achse des Guten” den Brandstiftern eine Plattform bieten, sich mittels rhetorisch-geschickter Darbietung des rechtsnationalen Denkens einerseits bedeckt zu halten, andererseits aber das nationalsozialistische und rechtskonservative Denkmuster wieder salonfähig zu machen!)

Und auch, weil Parteien insgesamt die “sogenannte” Mitte nach rechts verortet haben. (Siehe hier und im Video hier!)  Aber auch, weil im neoliberalen Denken die Lebensentwürfe von Gier, Macht und Egoismus sich ausbreiten konnten und die Wissenschaft und Bildung einerseits korrumpierbar und andererseits teilprivatisiert wurde.

Die Verbreitung dieses unchristlichen, unmenschlichen und unsolidarischen Weltbildes – auch durch Figuren in hohen Staatsämtern – erfolgte durch die Medien und Portale, die durch die Finanzkraft der neoliberalen Kräfte gestärkt wurde.

Wie tief das Weltbild dieser unaufgeklärten und unmündigen Geisteshaltung in die Legislative und Exekutive eingedrungen ist, zeigt das Beispiel, dass die kreative Kraft der Demokratieverteidigung eher überwacht und von der Staatsräson blockiert wird, als dem rechten Pöbel den Prozess zu machen, wie die Polizei in Sachsen es oft genug demonstriert .

Es bleibt mittlerweile nur noch der Zivilgesellschaft und Künstlervereinigungen wie dem Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) überlassen, die Demokratie zu verteidigen, weil die Ordnungskräfte diese als ihre Gegner ansieht, dem Mob klammheimlich jedoch zustimmt. Das sind Zustände wie zum Beginn der 1930er Jahre.

Und mit dem Kandidaten zur Wahl des/der Vorsitzenden der CDU steht eine Figur parat, der oben gezeichneten Entwicklung noch mehr Dynamik zu verleihen, weil er in seinem Denken und Handeln das Pendant zu Franz von Papen darstellt. Jenem Mann, der in seiner rechtsnational-konservativen Gesinnung die Gefahr der Diktatur der Nazis ebenso verkannte und blind für die aufkommende Gefahr war, wie es Friedrich Merz in seiner Gesinnung für den Neoliberalismus aktuell ist.

Wie tief eine Gesellschaft gesunken ist, wird erkennbar daran, dass alle Beteiligten zur Denunziation greifen.