Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

28. November 2017
von JvHS
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Schatten an der Wand – oder was ist Politik II?

Der Kanzlerstuhl ist leer – inhaltlich wie vorbildlich.

„Die bloße Mahnung an die [Richter ] Poliker, nach bestem Wissen und Gewissen zu [urteilen] handeln, genügt nicht. Es müssten auch Vorschriften erlassen werden, wie klein das Wissen und wie groß das Gewissen sein darf.“ –  In Abänderung und in Memoriam Karl Kraus – Fackel 267/268 42; aus: Sprüche und Widersprüche

Was ist Politik?

Im Umfeld des Glyphosat-Skandals ist Politik nur noch Schmierentheater. Die Rolle von Bundeskanzlerin Merkel ist nicht ambivalent, sondern dubios zu nennen. Ihre Erklärung und die – medial sogenannte – schallende Ohrfeige für ihren CSU-Minister Christian Schmidt ist eine Szene aus dieser politischen Schmierenkomödie.

Entweder hat Frau Merkel ihren Laden nicht im Griff, dann belegt sie damit, dass ihre Führungsqualitäten nicht vorhanden sind, was für Deutschland ebenso eine Katastrophe bedeutet, hinsichtlich des Respektes, der für diese Funktion notwendig ist. Oder es ist ein abgekartetes Spiel nach der Regieanweisung Merkels – mach´ es Schmidt, wie dann geschehen, aber dann muss ich dich öffentlich abkanzeln. Entlassen wirst du aber nicht! Nur ist dieses Verhalten genauso schädlich wie die andere Variante.

Hier zeigt sich, wie weit CDU/CSU die Dienstleister und Marionetten der eigentlichen Strippenzieher von Kapital und Wirtschaft sind. Pfui, Deibel!

Was ist Politik? Teil 1

28. November 2017
von JvHS
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Wie wird man Figuren wie Minister Schmidt wieder los?

Wer sich wie ein Hampelmann im Politladen verhält, sollte ins Archiv versetzt werden.

„Wo Politik ist oder Ökonomie, da ist keine Moral.“ – Friedrich von Schlegel

„Was moralisch falsch ist, kann nicht politisch richtig sein.“ – William Ewart Gladstone

„Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach.“ – Stefan Zweig

„Verschmilzt die Wirtschaft Europas zur Gemeinschaft, und das wird früher geschehen als wir denken, so verschmilzt auch die Politik.“ – Walther Rathenau

Das Problem bei Figuren wie die eines Christian Schmidt ist sein „puppet-on-the-string-Dasein“. Als williges Helferlein und Lobbyist macht er den Job als Vollzugstrickser der Interessen von Großkapital und neoliberalen Weltbildern, maskiert und verdeckt mit dem Umhang des Christen im Sinne des „C“SU. Statt im Sinne des Volkes zu handeln, hat er die Investitionen von Bayer geschützt und sich als Lobbyist der Landwirtschaftsvereinigungen ein Fehlverhalten im Amte geleistet. Bei seiner Anweisung nach Brüssel, für eine Zustimmung der Verlängerung von Glyphosat-Anwendungen zu stimmen – entgegen den partnerschaftlichen Vereinbarungen in der GoKo, bei Widerspruch des Koalitionspartners sich zu enthalten – hat er sich nicht nur moralisch strafbar gemacht. Vertragsbruch ist ein kriminelles Verhalten. Das wird bei jedem Bürger geahndet. Ein Minister ist lediglich ein Bürger in einem Amt auf Zeit.

Auch eine Abstimmung, die auf einer Lüge/einem vertragsbrüchigem Verhalten basierend zustande kam, muss rückgängig gemacht werden können. Das ist für kleine Vereine schon vorgegeben. Es muss für die weitreichenden Vorgänge europaweiter Entscheidungen erst recht gelten!

Die Frage, wie man Typen mit einem derartigen Fehlverhalten zum Nachteil des Großteils der Bevölkerung, wieder los werden kann, ist eine leicht zu beantwortende: die Bundeskanzlerin muss umgehend seine Entlassung bewirken. Wenn die Schwesterpartei dann in Koalitionsverhandlungen Schwierigkeiten machen sollte, dann verhandelt die CDU eben mit SPD und Grünen. Das reicht auch ohne das Mitwirken der CSU! Denn diese 6 % Prozent-Partei ist sowieso nur ein unsozial handelnder Lobbyisten-Verein.

 

27. November 2017
von JvHS
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Der aktuelle Typus des politischen Akteurs – oder Irrungen und Wirrungen auf der Bühne der Politik

Zur Zeit kommt es dem Bürger vor, dass die politische Realität nur noch vom Typus des Clowns besetzt ist. Mehr als ein Schauspiel des Unsäglichen scheinen die vom Souverän beauftragten Abgeordneten nicht mehr hinzubekommen.

So wird analysiert und recherchiert – vor allem durch die beauftragten Marketing-Fabriken – welcher Typus gefragt ist. Da geriert sich der Bratt Piet-Verschnitt des Polittheaters als Figur des dynamischen, agilen und modernen Stars und alle Profiteure und Zujubler des egomanischen, egozentrischen und egoistischen Narzissen lassen sich blenden von diesem Provinzstar der FDP. 

Inhaltlich wird nichts vermittelt – stattdessen werden wie im Werberausch Worthülsen unters Volk gestreut.Erst im Verhalten und den daraus notwendig gewordenen sprachlichen Beschönigungen und Umdeutungen entlarvt die Sprache jenes Weltbild und die wahre Funktion: hier ist ein Typ namens Lindner unterwegs mit nichts anderem als den Auftrag/Willen, ein Wirtschaftslobbyist zu sein, der jenes in Gesetze gießen soll, was nichts anderes ist als unsoziale Umverteilung von unten nach oben.

Allerdings sind auch die anderen Vertreter des Politschauspiels nichts anderes als puppet-on-the strings, statt gelb nur  grün, lila, rosa, braun oder schwarz gefärbt.

Fangt endlich an, wieder über Inhalte zur Weiterentwicklung des Gemeinwohls und der friedlichen, gebildeten und frei von existenziellen, materiellen Sorgen zu entwickelnden Gesellschaft zu verhandeln, anstatt Klientelvertretung zu machen.

27. November 2017
von JvHS
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Verschiebungen II

Verschiebungen – oder Geometrie im politischen Raum

 

Der schwarze Stuhl – oder der leere Kanzlersitz

„Diejenigen, die zu klug sind, sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer (aktuell: egozentrischer und unsozialer) sind als sie selbst.“ – Platon

„Alle große politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und bemänteln dessen, was ist.“ – Ferdinand Lassalle, Das System der erworbenen Rechte

„Die Welt muss begreifen, dass Staatsmoral ebenso lebenswichtig ist wie Privatmoral.“ – Franklin D. Roosevelt

25. November 2017
von JvHS
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Wenn Perspektiven sich verschieben, dann spielt die Wunschvorstellung den Narren unausweichlich Streiche

Das Heulen und Zähneklappern wird noch kommen – wann besinnt sich die SPD auf ihre Wurzeln und arbeitet verstärkt daran, dass aus einer Parteien-Demokratie eine wirkliche selbstbewusste Parlamentarische Demokratie wird? Viel Zeit hat sie nicht mehr. Das wusste in den 1932er Jahren schon Tucholsky, als er formulierte:

Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem 1. August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas –: vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen.“ Die Weltbühne, 19. Juli 1932, Nr. 29, Seite 98