Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Leistungsschutzrecht oder EU-Urheberrechtsschutzreform als neue Einnahmequelle generieren

Auf freier Wildbahn – Verleger und Verlage

“Das sind die wahren Wunder der Technik, dass sie das, wofür sie entschädigt, auch wirklich kaputt macht.” – Karl Kraus, Fackel 360/361 3; Nachts

Morgen stimmt das EU-Parlament über einen EU-Kommissionsvorschlag ab, der im Artikel 11 die Urheberrechte ausweiten will auch auf Links. Dabei scheint das Kind wieder mit dem Bade ausgeschüttet zu werden, weil die Suchmaschinen wie google und die sozialen Medien wie twitter, aber vor allem Facebook mit ihren Verwertungs-Algorithmen gemeint sind, aber jegliche Linksetzung – auch die der Blogs zur freien Meinungsäußerung – getroffen werden. 

Die Verlegerrechte zu stärken gegen die Verwertungs-Modelle von google und Co. ist das eine Anliegen; die Zerstörung der freien Informationsmöglichkeiten und ihre Hyperlink-Methodik wie bei Wikipedia wird dabei in Kauf genommen. Und wieder sind es die CDU-Vertreter, die einseitig die Interessen der großen Verlegerfamilien vertreten. Denn längst ist die Stärkung der Verlegereinnahmequelle nicht die Gewähr dafür, dass die Mitarbeiter wie z.B. die Journalisten durch angemessenere Entlohnung und Honorare daran partizipieren würden .

In Zukunft ist -beim Durchwinken der neuen Urheberrechtsreform und des o.g. Leistungsschutzrechts durch das EU-Parlament – zu befürchten, dass – wie bei der DSGVO – die Rechtsunsicherheit bleibt und auf dem Rücken der privaten Blogger ausgetragen wird, in dem jede freie Meinungsäußerung und Nutzung einer Linksetzung auf eine öffentlich zugängige Quelle erst durch die Gerichte in jahrelangen Instanzenklärungen geklärt werden muss, ob diese rechtens ist. Das aber wäre der Tod der Linksetzung und würde auch ein Modell wie jenes von wikipedia ins Mark treffen.

Hier bei t3n, bei golem, bei Stefan Niggemeier (Über Medien) und bei Julia Reda wird auf die Problematik der Abstimmung am 20. Juni 2018 im EU-Parlament näher eingegangen.

Dass das geplante Gesetz auch zur Zensur geeignet ist, lässt die geplante Blockierung scheinbarer Urheberrechtsverletzungen durch Algorithmen und Datenbanken befürchten. Näheres belegt das Portal “Nachdenkseiten”.

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