Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Von abhängiger Lohnarbeit und arbeitsfreiem Gewinn als diskurswürdige Bestandteile des Sozialstaates

Einkauf von fremder Arbeitskraft macht reich, Verkauf der eigenen Arbeitskraft macht arm und abhängig. (jwb)

Armut ist in unserer Gesellschaft nicht die Ausnahme, sondern die Regel. (Arian Schiffer-Nasserie und Renate Dillmann)

Im System der Existenzsicherung macht der Verkauf der Arbeitskraft zur Existenzsicherung  jene reich, die das Kapital (und die sie unterstützenden Seilschaften) haben, die Arbeitskraft einzukaufen. Es ist ein Diskurs zu führen über die  systemische Veränderung der arbeitsfreien Einkommensart “Gewinn” und  der existenzsichernden, arbeitsintensiven Einkommensart “Lohnarbeit”.  Der Eingriff über die Regulierung des Sozialstaates und die lobbyistisch beeinflussten Einwirkung der Vermögenden auf den Sozialstaat verhindern die Beseitigung respektive die Reduzierung von Armut und Abhängigkeit. Systemische Strukturierungen wie Hartz IV und Privatisierungen öffentlicher Daseinsfürsorge wie z.B. bei der Arbeitsvermittlung schaffen die Bedingungen für die Verteilung von unten nach oben zu Lasten der Lohnabhängigen. In dem Buch Der soziale Staat: Über nützliche Armut und ihre Verwaltung (Arian Schiffer-Nasserie und Renate Dillmann – Leseprobe dort) nehmen die beiden Autoren das Thema der Gegensätze von Lohn und Gewinn unter die Lupe. In einem Interview werden Kernthemen der bisher nicht berücksichtigten Facetten des Sozialstaates angesprochen.

 

Im Artikel in der FR vom 04.10.2018 macht der Autor Christoph Butterwegge darauf aufmerksam, dass die AfD – “Armseligkeit für Deutschland” auch keinen Lösungsansatz für die o.g. Tatsache zu bieten hat. Sie täuscht die Betroffenen mit der Umlenkung des Diskurses vom Auseinanderdriften der Gesellschaft durch die sich öffnende Schere zwischen Armut und Reichtum, in dem sie auf den unsäglichen Nebenkriegsschauplatz von Nationalismus, Rassismus und rechter Ideologie führt. Gruppenbezogene  Menschenfeindlichkeit und ihre Grenzüberschreitungen halten die lohnabhängigen Menschen davon ab, einen Diskurs über die Lösungswege zu führen, ob und wie Gewinn und Lohn in einem demokratischen System zur gerechten Teilnahme an einem guten Leben führen kann.

Update vom 08.02.2019

Der Spiegel greift das Thema auf: SPD und die Hartz IV- Unerträglichkeit – Neues Konzept oder nur neuer Name?

Update vom 07.02.2019

Christoph Butterwegge mit einem Artikel zum Thema ” Auf dem Weg zu einem neuen Sozialstaat”

Warum Hartz IV  ein Demokratie zerstörender Weg war und ist:

Mehr als 100 Milliarden Euro hat der Staat seit 2005 an Erwerbsaufstocker/innen gezahlt und damit letztlich Unternehmen subventioniert, die Lohndumping betreiben. (Quelle:  Chr. Butterwegge )

Das ist Umverteilung von unten nach oben par excellence!

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

Kommentare sind geschlossen.