Von der Vielfalt zur Einfalt

Nichts können ist nur dann eine Schande, wenn der Nichtkönner sich und andere täuscht oder nichts davon wahrnimmt.

Die Einfalt scheint auf vielen Ebenen ihren Einzug zu halten und zum überwiegenden Charakteristikum des Handelns zu werden. Statt der Vielfalt des Lebens eine Chance zu geben, plädieren immer mehr der Profiteure in Politik und Gesellschaft in stetiger Einfältigkeit für die Eindimensionalität ihrer Weltbilder. Dabei wird mit Ellenbogen und Hinterhältigkeit das eigene Interesse durchgeboxt, ohne Rücksicht auf Verluste. Der Brexit und das unwürdige Schauspiel der ältesten Demokratie im Europa der Neuzeit beim Gehampel der Abgeordneten im Unterhaus um den dazu notwendigen Vertrag belegen das aufs Eindringlichste.

Gezeigt hat sich dies aktuell noch in dem Abstimmungsverhalten zum EU-Urheberrecht. Wie viel Einfalt gehört wohl dazu, ein Ja für ein Nein oder umgekehrt abzugeben  bei einem für die gesellschaftliche Weiterentwicklung der Kultur so entscheidenden Inhalt wie der Uploadfilterung?

Dass im Hintergrund Strippenzieher als Graue Eminenzen die Fäden ziehen und von der wachsenden Einfalt profitieren, ist umso schädlicher in der heutigen Gesamtentwicklung der Demokratien zu Autokratien und Diktaturen. Denn gerade der Rechtsruck benötigt die Einfältigkeit so sehr wie das Abwasser die Kläranlagen. So gehören denn auch Neoliberalismus, Fehlleistungen der Parlamente und ihrer Abgeordneten sowie das einseitige Bevorzugen der Vermögenden durch die Gesetzgebung einerseits und die Ausbreitung des nationalistischen Weltbildes andererseits wie die beiden Seiten einer Medaille zusammen.

Update:

Ein weiteres Beispiel für die Unverfrorenheit, wie Strippenzieher vorgehen und mit welcher Schamlosigkeit Funktionsträger so lange im Sinne der Machtstruktur “aufsteigen, bis sie den höchten Grad der Inkompetenz erreicht haben“, ist Zeugnis für die Ausweitung der Einfalt und der Einflussnahme bis an die Grenze von Korruption.

Update II

Zensur-(Ur)-heberrecht nennt die Plattform “fragdenstaat.de” eine beim Kölner Landgericht entschiedene einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung eines Gutachtens zum Thema Glyphosat.