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Altersarmut – Einfluss der Bertelsmann-Stiftung auf die Deutungshoheit und den öffentlichen Diskurs

Was Armut ist, das ist weltweit definiert und die Berechnung für Deutschland beruht auf den Daten des Bundesamtes für Statistik – destatis! Wo Armut beginnt, ist durch den Begriff Armutsschwelle eines Landes  international eindeutig festgelegt:

Wer weniger als 60% des mittleren Einkommens erhält, ist armutsgefährdet. Destatis  berechnete diese Schwelle für Deutschland im Jahr 2018 mit 1.035 € netto. 

Diese Größenordnung scheint bestimmten gesellschaftlichen Schichten nicht zu passen. Die Bertelsmann-Stiftung hat sich dieser Aufgabe angenommen und versucht einen weit niedrigeren Wert in der Öffentlichkeit zu platzieren. Dabei greifen die Ersteller dieser Studie (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung – DIW) auf unlautere Definitionen zurück, um den  lobbyistisch argumentierten Betrag von nur 905 Euro netto ins Spiel zu bringen.

Aufgedeckt hat diese üble Manipulation der Autor Reiner Heyse auf der Plattform “Seniorenaufstand”. 

In diesem Zusammenhang ist folgende Meldung besonders interessant, dass in den Steueroasen(Irland, Luxemburg, Niederlande in der EU! sowie Singapur, Hongkong und die Britischen Jungferninseln)  das Steuerfluchtkapital mittlerweile auf die gigantische Höhe von 15 Billionen Dollar angewachsen ist. Dieses sogenannte Phantom-Kapital dient nur dem Parken zu besonders niedrigen Steuern und keinesfalls als Investitionskapital. Mit der Flucht aus der solidarischen Gemeinschaft eines Staates und der Vermeidung der gerechten Beteiligung an den Sozialkosten, hier auch der Vermeidung von Altersarmut, wird auch offensichtlich, warum diese Steuervermeidungsflüchtlinge ein Interesse daran haben, die Armutsschwelle nach unten zu drücken. Somit sind auch staatliche Grundsicherungen für weniger Bedürftige dann zu leisten. In der Folge wird die Staatskasse weniger belastet und die öffentliche Diskussion über Steuerflüchtlinge weniger interessant. Ebenso soll der Diskurs um die Mindestrente und ein Mindesteinkommen die Luft genommen werden. Nicht zuletzt wird das Werben für eine private Vorsorge wieder in den Vordergrund gespielt.

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