Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Novemberstimmung – oder die Mitverantwortlichkeit beim strukturellen Faschismus und Rassismus

“Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat – die teuflischste Variante, die man sich denken kann – nämlich: das Wahrlügen.” – Hannah Arendt                                                                                                                                                “Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.” – Max Horkheimer

 

Verantwortlichkeit für das eigene Tun – früher und heute! 

Wie dies gehen könnte, zeigt ein Gespräch zwischen und mit drei Deutschen, deren jeweils eigener Lebenslauf und die ihrer Vorfahren mit dem Faschismus und Rassismus und deren Auswirkung auf den Holocaust zu tun hat.

Dieses Thema stellt sich im Rahmen der zunehmenden Unterstützung von Parteien á la AfD jedoch für jeden Demokraten immer öfters. Wenn Elemente von Rassismus in Form von Fremdenfeindlichkeit, in Form der Verleugnung des Holocaust sichtbar werden, sowie für Neo-Nazis Beifall geklatscht wird und selbst rechtsradikale Parolen mitgebrüllt werden, sowie in Worten und Taten die Ausgrenzung von Mitmenschen aufgrund von Vorurteilen praktiziert wird, aber sich herabgewürdigt fühlt, wenn diese Mitläufer und Mittäter bei dieser Weltsicht von anderen Menschen mit dem eigenen Handeln konfrontiert werden und dann behauptet wird, man sei kein Faschist und Rassist, dann ist dies Selbsttäuschung und Ablehnung der Mitverantwortung in Vollendung. So sind Parallelitäten sichtbar zwischen den leugnerischen Beteuerungen der Ausschwitz-Tätern – die vor den Alliierten-Gerichten zu den Kriegsverbrechen selbst bei den unwiderlegbaren Beweisen immer wieder behaupteten: “Nein, ich bin nie ein Rassist gewesen” (z.B. der SS-Führer Hans Stark – Wachmannschaft im Vernichtungslager), indem er argumentierte: “Ich habe nie selber geschlagen, mich nie an Massenerschießungen beteiligt” – und den heutigen Argumentationen der AfD-Wähler und Pegida-Schreier “Ich bin kein Rassist, kein Faschist, ich habe nie einen Molotowcocktail geworfen… etc”. Die strukturelle Parallelität wird sichtbar und wirksam, wer den Molotowcocktail-Werfern Beifall zollt, wer kein Mitleid mit den Opfern empfindet, wer mit seinen Worten und seinem Nichthandeln und Wegschauen die Gewalt gegen Mitmenschen zulässt und unterstützt. 

Jeder AfD-Wähler, jeder Pegida-Demonstrant trägt für den berechtigten Vorwurf, ein Rassist und Faschist zu sein, selber die Verantwortung. Denn in der Partei “AfD” sind Figuren wie Höcke und Kalbitz und viele weitere, sowie der Mepistopheles-Einflüsterer Götz Kubitscheck die Symbolfiguren für Faschismus und Rassismus, die mit dem sich konservativ-nationalistisch verbrämten Gehabe der Weidels, der Gaulands, der Meuthens  gemeinsam als Brandstifter agieren, mit dem Ziel der Schwächung und Abschaffung der Demokratie auch und im Besonderen durch das Hass-Schüren gegen anders Denkende. 

Die immer wieder vernehmbare strategische Forderung, diese Figuren auf dem “politischen Feld” zu stellen, ist eine Selbst- und Fremdtäuschung erster Güte. Es werden damit keine Erfolge bei der Verhinderung des destruktiven Weges der AfD und Rechtsradikalisten zu erzielen sein. Die Belegführung über die eigentliche Absicht dieser Menschen mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wird diese in ihrer Weltsicht und in ihrem Handeln weder ändern, noch aufhalten. Denn hier wirken strukturelle Einflüsse, die von den nicht aufgearbeiteten Mittäterschaften der im dritten Reich verstrickten Familienangehörigen (SS-/SA- Mitgliedschaft/ Junker – und Adolf-Hitler-Schulbesucher/Kriegsverbrecher  etc.) reichen, bis zu den ununterbrochenen terrorgeleiteten Staatsformen der Nazi-Herrschaft und der anschließenden SED- und Stasi-Herrschaft, die in den strukturellen Daseinsformen gleich waren und insbesondere die Menschen in der DDR sozio-biografisch bis heute prägen und empfänglich machen für die Parteien und ihre rechtsradikalen Flügel á la AfD. 

Nur die konsequente juristische und exekutive Verfolgung der Grenzüberschreitungen, der gesetzlichen Verstöße und kriminellen Taten wird diese Menschen aus dem Verkehr ziehen. Der Staat und die verantwortlichen Ministerien müssen endlich handeln und auch eine interne Aufarbeitung der Fremdenfeindlichkeit und gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in der Bundeswehr, der Polizei und den Geheimdiensten angehen.

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

Kommentare sind geschlossen.