Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Armuts- und Überschuldungsland “D”

Die Datenerhebungen zur Einkommensstruktur – vor allem der Menschen, die ihr Einkommen über Lohneinkommen beziehen und nicht über Vermögenseinkommen – belegen, dass neben den Niedriglöhnen und der daraus resultierenden niedrigen Altersversorgung, Armut sich weiter ausbreitet. Die Messgröße für diese Einordung (lt. Definition des Bundesamtes für Statistik) lautet: “Nach dem von der EU gesetzten Standard liegt die Armutsgrenze bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens der Bevölkerung in Privathaushalten.

Parallel dazu steigt ebenfalls die Verschuldungsquote, weil das an der Armutsgefährdung oder unter der Armutsgrenze liegende Einkommen nicht ausreicht, die Kosten des Lebens (wie die Mietkosten und die Mieterhöhungen und die Verteuerung der Wohnnebenkosten Müllgebühren, Strom- und Heizkosten etc.) bei den Grundbedürfnissen zu decken.

Altersarmut und die Verschiebung der Daseinsfürsorge des Staates auf ehrenamtlich geführte und organisierte Ersatzleistungen wie den “Tafeln” belegen das Versagen der Politik und politischen Verantwortlichen  in diesen Bereichen.

Kinderarmut als Folge der von rd. 7 Millionen unter der Armutsgrenze liegenden Haushalte und die Ausgrenzung dieser gesellschaftlichen Gruppe sind ebenso ein Benachteiligungsbeleg für die Möglichkeiten dieser Gruppe. 

Wer dazu noch den Investitionsstau der Bildungseinrichtungen (Schule, Hochschule), die fehlenden Personalressourcen und die Unterrichtsausfälle betrachtet, muss zu den oben genannten Armutskriterien noch die Chancenarmut hinzufügen.

Fehlende Verteilungsgerechtigkeit und steigende ungleiche Einkommensverteilung lassen die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander  gehen. 

Dass zur Zeit gegen diese Argumentation “Geschütze” aufgefahren werden, ist ein Beleg dafür, dass die Vermögenseinkommenbesitzer ihre fehlende Solidarität nicht verändern wollen. 

Update vom 19.11.2019

Den Aktionen der neoliberalen Reichtumsgruppen sei empfohlen, das Interview der Nachdenkseiten mit dem Sozialforscher und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Christoph Butterwegge zu lesen. In diesem Rahmen sei auf das neue Buch Butterwegges: “Die zerrissene Republik“ verwiesen. 

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