Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

AKKs Rücktritt – wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte vom Faschismus schweigen und nicht umarmen!

Nur wer die Entwicklung der Gesellschaft „als eine andere denken könne denn die existierende“ (Adorno  / Minima Moralia) werde das Bild, das sie zu einem bestimmten Zeitpunkt abgibt, analysieren können und eine Weiterentwicklung und Lösung der sichtbaren Probleme initiieren und begleiten können. „Und wer vom Kapitalismus nicht reden wolle, solle vom Faschismus schweigen“, formulierte Horkheimer unter Bezug auf das wissenschaftliche Erkenntnismodell (Kritische Theorie der „Frankfurter Schule“) und ihre Reflexionen zum Zustand der Gesellschaft in den 1930er Jahren und den 1950er-1960 Jahren (Negative Dialektik / Dialektik der Aufklärung 1944).

Leider führte die Weimarer Republik nach den Leiden des I. Weltkrieges nicht zu einer humaneren und aufgeklärten Gesellschaft, sondern in eine konservative-rückwärtsgewandte und zutiefst kapitalistische Form der Demokratie. Und für die Zeit des Nationalsozialismus und seine verursachten Leiden (welche Bedeutungsfälschung in dem Begriff liegt, wird nur noch bei einer ähnlich verzerrenden Begriffsverfälschung wie der „Initiative Neue Soziale Wirtschaft“ INSM erreicht, die ebenso wenig sozial ist wie die Nazis sozialistisch waren!) wird nachvollziehbar, wie diese Entwicklung nach dem II. Weltkrieg sich wiederholte, in der die Demokratie nicht zu einer humaneren Gesellschaft sich entwickelte, sondern  in den letzten Jahrzehnten immer verzerrter und mit dem globalen Finanzkapitalismus in eine noch intensivere Konzentration des Kapitals und der Vermögensverteilung mündet. Die Spaltung der Gesellschaft wurde vorangetrieben. Anstatt zu einer humaneren, aufgeklärten, kosmopolitischen Gesellschaft der “Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit” sich zu entwickeln, ist wiederum – wie in der Weimarer Republik – die Abwicklung schon erreichter menschenfreundlicher Lebens-Modelle hin zu einer inhumanen, ausgrenzenden, nationalistisch-konservativen bis rassistisch-faschistischen Gesinnung die Gesellschaft vorangetrieben worden.

Der Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer, die keine „andere gesellschaftliche Entwicklung“ denken konnte, ist mehr als logisch. Aber anstatt diese CDU/CSU die wirtschaftliche Orientierung hinterfragt, wird der „Merz-Gärtner des Finanzkapitalismus zum Bock“ gemacht, der von den ewig gestrig Denkenden und Profiteuren der Vermögensverteilungskonzepte zum Kanzlerkandidaten erklärt wird. Argumentativ begleitet vom unrealistischen Wunsch, durch diese Person die rechtskonservativen bis nationalistisch-islamophobischen Wählergruppen wieder einfangen zu können. Warum sollte das auf Wählerseite mit einer rückwärtsgewandten Gesinnung goutiert werden? Sie haben ja mit der AfD das Original des Vorurteils und des Faschismus zur Auswahl. Da braucht sie keine Nachahmer.

Ein Friedrich Merz wäre nur ein Turbo-Katalysator in die endgültige Zerstörung der Demokratie. Auch und gerade, weil jener „Blackrock-Heuschrecken-Vertreter“ Merz der letzte wäre, der „vom Kapitalismus und seiner Korrektur sprechen würde!“ Die bürgerliche Wirtschaftsordnung und die Missachtung der Gefahr von rechts würden wieder in ihrer Fehleinschätzung und Orientierung auf den Erhalt des Zustands die Steigbügelhalter für die Faschisten darstellen. Geschichte scheint sich doch zu wiederholen!  

Zu ähnlichem Ergebnis kommt ein Bericht auf Norbert Härings-Blog,  mit Verweis auf  den Blog “makroskop”.

Update vom 11.02.2020

Eine klare Haltung in Sachen Demokratie aus Überzeugung und nicht nur aus formalen Gründen und vorgeschoben, wie bei der AfD oder sogenannter “Werteunion” bleibt notwendig – auch durch Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD, in welcher Form auch immer.  

Update vom 14.02.2020

Ein mögliches Vorgehen gegen die weitere Ausbreitung des Neoliberalismus ist in einem Artikel auf Telepolis zu lesen. Er beschäftigt sich mit der Möglichkeit, mittels Staatsschulden den Neoliberalismus einzudämmen.

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