Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Kinderzeichnung zum Fluchttrauma – Neben Corona sind weiterhin auch andere Gefahren vorhanden

Am Vorplatz zu einem Kinderspielplatz hatten Kinder ihre Kreide-Zeichnungen zu verschiedenen Motiven hinterlassen. Eine Zeichnung ließ sich bei näherer Betrachtung als Wiedergabe von Fluchterlebnissen dekodieren.

Mittig ist ein Weg oder eine Straße gezeichnet. Sie endet an einer Barriere, an deren Eckpunkten zwei verschiedene National-Flaggen platziert sind. Darin einen Grenzübergang zu erkennen, ist durchaus eine realistische Einschätzung. Auf der Grenzlinie sind zwei stehende Figuren zur erkennen. Grenzpolizei oder Militär? Rechts und links am unteren Ende des Weges/der Straße sind zwei Panzer zu finden, die ihre Kanonen gegeneinander gerichtet haben. Parallel zum Weg ist in der linken Hälfte eine Bahnlinie mit ihren Gleisen gezeichnet. Quer darüber ist eine liegende Person gezeichnet. Direkt über sie ist ein Kreuz sichtbar. Ein Unglück oder einen Suizid zu vermuten, liegt nicht außerhalb des Möglichen. Auf gleicher Höhe, jedoch am rechten Rand des Bildes scheint eine Regenwolke mit Blitzen gezeichnet zu sein. Auch dies ikonenhaft eine Gefärdung des Lebens, wer sich wie oft auf der Flucht im Freien aufhalten muss.

Wie ein zweidimensionales Mahnmal eines Traumas taucht es neben Bärchenmalerei und stilisierten Blumenzeichnungen auf. Auch wenn die Welt zur Zeit vom Thema Corona gefangen gehalten wird: Millionen Menschen sind noch immer auf der Flucht vor Kriegen, die Staaten auch wegen ihrer geopolitischen Interessen führen.

 

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