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Weltbild der Herrenzimmer-Clique im Einweg-Spiegel

Perfider und widerlicher lässt sich arrogante Selbstüberschätzung und Fremdtäuschungsverhalten als Antrieb für Manipulation und für den Vertrieb des „kleinbürgerlichen Herrenzimmer-Weltbilds“nicht formulieren. In bekannter, provokanter Weise agierend, verteilt Hendryk Broder seine Ergüsse als „Zückerchen“ für seine Fans aus den Reihen der selbsternannten „Eliten“.

Broders Spiegel: Corona-Sozialismus” – lautet ein heutiger Titel mit inhaltlich vergleichbarer Qualität der bekannten “Blöd”-Zeitung. 

Zitat: “Teil einer jeden sozialistischen Strategie ist es, den Staat in Schlüsselpositionen zu bringen, sowohl in der Meinungsbildung, aber auch in der wirtschaftlichen Aktivität der Bevölkerung. Was wir jetzt erleben, könnte man in dieser Hinsicht als eine Art von Corona-Sozialismus bezeichnen.”Zitatende (Quelle: Broders achgut-Portal)

Wie austauschbar krude Weltbildformulierungen sind, lässt sich nachstehend bestens nachvollziehen:

“Teil einer jeder sich selbstüberhöhenden und gleichzeitig geschäftsideetragenden Strategie ist es, sich in öffentlichkeitswirksamen Äußerungspositionen zu bringen, sowohl für die Meinungsmanipulation der Bevölkerung, aber auch als eine Art der auf Umsätze zielende Selbstvermarktung. Was somit von Teilen der machomäßigen Herrenzimmer-Welt virtuell und wunschgemäß erlebt wird, könnte als eine Art neoliberaler und vorgelebter Sozial-Darwinismus bezeichnet werden.”( jwb)

Ein beredtes Beispiel für das neoliberale Weltbild-Verhalten ist im Meinungstext des Herrn Rainer Zitelmann zu finden.

Wie für die eigenen Zwecke Begrifflichkeiten besetzt werden, das belegt eine Meinungsäußerung der Herrn Rainer Zitelmann auf der Plattform „theeuropean.de“, in dem er Max Weber und seine beiden gegensätzlichen ethischen Maxime aufführt:  Zitelmann zitiert einen Textausschnitt von Max Webers “Politik und Beruf”, in  dem Weber von gesinnungsethisch und verantwortungsethisch geleitetem Handeln spricht.

Auch hier wieder der Versuch, die beiden Begrifflichkeiten inhaltlich zu besetzen. So wird aus dem Weltbild des Herrn Zitelmann klar nachvollziehbar, dass er die Beschränkungen in Form des wirtschaftlichen Lockdowns selbstredend für „gesinnungsethisch“ hält, dagegen die Fortsetzung der wirtschaftlichen Aktivitäten in voller Fahrt und nach kurzer Zeit der Beschränkung als „verantwortungsethisches“ Handeln wertet.

Ein solch neoliberaler „Weltgeist“ wie der des Herrn Zitelmann kommt erst gar nicht auf den Gedanken, dass Menschenrechte und deren gesetzlichen Grundlagen Vorrang vor dem Aktiengesetz und dem neoliberalen Ökonomiemodell haben. Dass genau umgekehrt zu werten ist, was Verantwortungsethik und was Gesinnungsethik bedeutet, verschweigt er oder entgeht ihm in seinem Einweg-Spiegelblick. Verantwortungsethik beinhaltet,  dass die Kapitalinhaber und Vermögensbesitzer zunächst die Rettung ihrer Unternehmen mit den Rücklagen, dem eingesetzten Kapital und den Finanzvermögen aus zuvor gemachten Gewinnen zu decken haben, bevor der Staat mit seinen steuerfinanzierten Mitteln die Haftung und Stützung übernimmt.

Wer die Forderung formuliert, dass Menschenleben zu retten sind, bevor es um die Sicherung der Vermögen in Hedgefonds und Investitionen á la Blackrock geht, der praktiziert als Politiker  verantwortungsethisches Handeln in Sinne Max Webers. Denn schon im Grundgesetz ist formuliert, dass Eigentum verpflichtet – und zwar für den Erhalt der gesamten Gesellschaft. Und wenn der Staat in Vorleistung tritt, somit die entstehenden Kosten für die Stützung des wirtschaftlichen Lebens in Pandemiezeiten übernimmt, dann aber nur solange, bis die Beendigung der Gefährdung der Menschen erfolgt ist. Die staatlichen Vorleistungen für die Kapitaleigentümer sind dann sukzessive an den Staat zurück zu zahlen. Ausnahmen können nur für die Solounternehmer und Klein-und Mittelstandsunternehmen eingeräumt werden, die keine Kapitaleigentümer in Sinne der Konzerne und Aktiengesellschaften und Finanzinvestoren sind. Denn es entständen ja sowieso soziale und staatlich zu finanzierende Kosten, wenn diese Menschen aus dem freiberuflichen Umfeld von Kunst, journalistischer Tätigkeit, gewerblicher Dienstleistungen etc. ihre Selbstständigkeit nicht mehr fortsetzen könnten.

Was allerdings bisher fehlt in den schnell erstellten Verordnungen und Handlungsgrundlagen, das sind die notwendigen Entscheidungen und gesetzlichen Grundlagen für eine Transaktionssteuer und eine Erhöhung respektive wieder Einführung der Vermögenssteuer und Erbschaftssteuern, damit schnell wieder Geld in die Kassen der Staaten fließt, um die Kosten der Wirtschaftsstützung abdecken zu können.

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