Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Von theoretischer und praktischer Vernunft – oder deduktive Logik in Krisenzeiten

Schnell die Corona-Tracking-App holen und Abstand halten – wenn glauben und hoffen denken ersetzt.

Manchmal könnte man meinen, die Forenbeiträge und Kommentare in den sozialen Medien aber auch den Mainstream-Medien seien von Friedrich Nietzsche schon vorweg beschrieben worden:

„Es gibt keine Fakten, sondern nur Interpretationen“ – Nietzsche

Und auch ein Witz beschreibt, warum manche Menschen sich auch von erdrückenden Beweisen nicht überzeugen lassen. Die Krux an dieser Einschätzung liegt darin, dass der Streit, was Fakten sind, von jeder Seite aus der eigenen Weltsicht bewertet wird, wobei der Beobachter dann wieder bei Nietzsche ist: Es gibt keine allgemeingültigen Fakten, sondern nur Interpretationen! Da hat denn auch Karl Popper es schwer mit seinem Ansatz der Falsifizierung sich durchzusetzen.

Zwei Menschen frühstücken miteinander. Beim Toast mit Butter beschmieren sagt einer: „Ist dir auch schon aufgefallen, dass beim Runterfallen der Toastschnitte, diese immer auf der beschmierten Seite landet?“ Der andere sagt darauf: „Nein, ich bin überzeugt davon, dass die Toastschnitte auch ebenso häufig auf der nicht beschmierten Seite landet!“ Das reizt den ersten wiederum, seine These zu beweisen: „Pass auf. Das zeige ich dir jetzt!“ – und lässt seine Toastschnitte runterfallen. Diese landet mit der Butterseite nach oben! Das freut denn anderen, der bemerkt: „Siehste, habe ich doch gesagt!“ „Unsinn“, meint der erste, „Ich habe nur die falsche Seite geschmiert!“

Und selbst bei deduktiver Methodik – vom Allgemeinen auf das Besondere zu schließen – werden Kopf und Füße vertauscht.

„Alle Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Somit ist auch Sokrates sterblich.“

Aber mit den Beispielen ist es so eine Sache: „Alle Menschen sind ehrlich. Trump ist ein Mensch. Somit ist auch Trump…..!? Da scheint dann wohl nicht nur bei der Annahme ein Fehler zu liegen, sondern auch in der Schlussfolgerung.

Wer zudem alle Fakten nach Belieben interpretiert, wie es seinem Weltbild entspricht, der neigt nicht nur zur Selbsttäuschung, sondern praktiziert auch Fremdtäuschung.  

 

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