Von kruden Ideen – oder Ängste fressen Verstand und Seele auf…

Begleitschutz

Zum Glück hatte im Kreis Heinsberg Stephan Pusch das Amt des Landrats inne als es um die wichtigen Entscheidungen in Sachen „Corona-Epidemie“ ging – und nicht eine Figur wie Donald Trump, dem „Gesamtkunstwerk“ des Macho und Business-Dealers mit dem langen, roten Gehängsel vor der Brust und seinem unsäglichen „Ge-Twitter“ mit den tiefen „Einsichten“ und Tipps für seine Eleven und Fans.

Albert Einstein wird das Zitat zugesprochen, in dem er ein Fazit zu Meinungsäußerungen von Menschen zog: „Die Dummheit der Menschen und das Universum sind unendlich, bei letzterem bin ich mir nicht ganz sicher!“ Ein Etikett, das komplett auf einen Teil der Gesellschaft zutrifft, der sich auf allen Kanälen Luft macht und bei Demonstrationen von seinem Recht Gebrauch macht, sich zu allem zu äußern – egal ob erkenntnisreich oder sinnentleert. Ein beliebtes Argument für jeden Unsinn wird damit angeführt, dass der „Teufel“ hinter der Pandemie stecke.Mit unverstandener Zahlenmystik wird versucht,  einen Beweis aufzuführen. Die Zahl „666“ steht symbolisch für den Teufel/das Teuflische. Viert- und fünftklassige Möchtegernstars und Sternchen wie Attila Hildmann und Xavier Naidoo krächzen ihre kruden Statements auf den beliebten Plattformen auch ungefragt in den Äther und posten sie in den bekannten sozialen Medien als Bestandteile ihrer Selbstdarstellungen.

Christian Ehring, Moderator der satirischen Sendung „extra 3“, nimmt diese Figuren der Lächerlichkeit aufs Korn und belegt, dass die Zahl 666 auf jede erdenkliche Weise als Ergebnis produziert werden kann. (extra 3 – Sendung vom 13.05.2020)

Wie soll mit den Menschen, die nach Kant in der „selbstverschuldeten Unmündigkeit leben“, umgegangen werden? Muss eine Demokratie das ertragen können? Wann und in welcher Weise sollte der Unvernunft begegnet und die Verhaltensweisen, die lt. Virenforscher wenig hilfreich sind, zurückgewiesen oder sogar in ihre Schranken gewiesen werden, weil sie die Mitmenschen und die Freiheit gefährden?

Ein Kriterium für den Umgang wird sein müssen: Die persönliche Freiheit hat dort ihre Grenzen, wo sie das Leben und die Freiheit der anderen bedroht oder wo mit Gewalt den anderen Menschen der eigene Wille aufgedrängt wird.

Dieser Maßstab gilt für alle – egal ob als Demonstrant, als Regierungsmitglied, als Staat sprich: den Funktionsträgern in den Institutionen, als Unternehmer, als Investor, als Anlageberater, als Nachbar oder als Gangmitglied.

Damit dies aber gelingt, müssen Regeln (moralisch-ethisch wie auch rechtsstaatliche) aufgestellt werden, die auf Vernunft und breiter Wissenschaftlichkeit basieren. Und nein, es sind eben nicht die liberalen „Freiheiten des Sozialdarwinismus“ eines Herbert Spencer  gemeint. (Der Stärkste hat recht, oder das Konzept des „survival of the fittest“) Staatlich festgelegte Regeln sind durchaus notwendig, auch weil die Ungleichzeitigkeit der Erkenntnisse und der Erkenntnisfähigkeit eben sonst zu falsch verstandener Freiheit führt.   

Leider sind aber auch Versäumnisse, Fehlentscheidungen, Machtmissbrauch, Parteilichkeit und Amigo-Denken nicht zu leugnen, denn Macht und Positionen sind – zu oft belegt – auch korrumpierbar. Und wenn dann Vertuschung, Leugnung und Intransparenz als Mittel der Machterhaltung genutzt werden, dann produziert diese Mixtur der Verantwortungslosigkeit und der Seilschaften die Ergebnisse, die den Vertrauensverlust gegenüber Regierung, Parlament und Entscheidungsträger in der Bevölkerung herbeiführen.

Dass in der Gesellschaft die Schere von Arm und Reich unheilvoll wirkt, ist eine Tatsache. Eine Pandemie, die die grundgesetzlich garantierten Rechte dann temporär einschränkt, führt in das Dilemma, dass die Komplexität der Probleme und ihre Lösungsansätze die Menschen überfordern.

Dann ist der Griff zu kruden Theorien und Behauptungen aber auch zu Konzepten der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit nicht mehr weit. Dass Gruppierungen ihre faschistischen, rechtsradikalen und völkisch-nationalen Modelle als Rettungsring anbieten werden, ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Freiheit des Einzelnen und der Gesellschaft.

Ergänzung vom 20.05.2020

Der Aachener Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko (Die Linke) tritt als Kritiker gegen die Corona-Maßnahmen und Grundrechtsbeschränkungen auf. Dass er in der Kritik dafür steht, kommt vor allem aus der Partei-Ecke der Katja Kipping (Die Linke) aber auch von den anderen Parteien. Hier deshalb Hunkos Rede, die er in Aachen auf einer Hygiene-Demo gehalten hat. Um den Diskurs zu führen, ist es notwendig, die Rede genau zu kennen, um selbstständig denken zu können.

Ergänzung II

Eine weitere Meinungsäußerung, die interessante Fakten und Hinweise aufführt, welche den Diskurs, was sind berechtigte Kritiken und keine Verschwörungsthesen, bereichern! Albrecht Müller macht Politik aus den Reihen der Bürgerschaft. Manche seiner Schlussfolgerungen sind diskutabel. 

Hinweise auf bestimmte Informationen bedeuten nicht, dass der Autor dieses Blogs sich dieser Meinung anschließt!