Corona-Viruszahlen: R oder P ? Reproduktionszahl oder Infektionsrate – das ist hier die Frage!

R oder P – oder beide?

“Wenn ein Arzt hinter dem Sarg seines Patienten geht, so folgt manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung.” – Robert Koch (Möge diese Erkenntnis nicht allzu häufig Realität werden!)

R oder P ? Was Zahlen vermitteln und wie Transparenz sein sollte, das lässt sich in dem hier verlinkten Artikel auf Telepolis des Heise-Verlages nachvollziehen.

Der Wert R steht für die Reproduktionszahl des Virus, die Aussage bei R=1 bedeutet, dass 10 Infizierte weitere 10 anstecken.

Der Wert P steht für die Infektionsrate (Zitat: „ …ist also eine Änderung der Infektionszahl über der Zeit, weshalb wir P auch als Infektionsrate definieren.“) Zitatende. (Quelle: Telepolis)

Die jeweiligen Werte sind als Grundlage für Entscheidungen der Politik in Bezug auf erlaubtes oder nicht erwünschtes Verhalten der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung, da sie sich in der zeitlichen Komponente deutlich unterscheiden, wenn es um die Erreichung von Grenzwerte handelt. Ein Zielwert für R ≤ 1 und P ≤ 1 , ab dem Öffnungsentscheidungen verkündet werden sollten, ergab im Vergleich der beiden Werte und ihrer Bedeutung als Ergebnis einen Zeitabstand von ca. 1 Monat!

Zitat: „Was die Reproduktionszahl anbelangt, nur noch so viel: R ≤ 1, so wie uns mitgeteilt, würde bedeuten, sollte der Autor nicht etwas völlig missverstanden haben, dass in unserer Betrachtung die Potenz P ≤ 1 sein müsste und die Zahl der Neuinfektionen konstant bliebe bzw. kleiner werden sollte. Wie die folgenden Ergebnisse zeigen, war dies erst ab etwa dem 26. April gegeben; laut RKI galt R ≤ 1 aber bereits ab dem 23. März. Warum, so fragen wir uns, ist der Widerspruch zwischen den vom RKI gemeldeten Fallzahlen und der Angabe einer Reproduktionszahl R nicht im RKI selbst aufgefallen? Aber er ist aufgefallen, vgl. Artikel von Florian Nill [5]   .“ Zitatende (Quelle: Telepolis )

Fazit: Der Autor dieses Artikels hat für sich die Schlussfolgerung gezogen, dass die beschlossenen politischen Maßnahmen wesentlich zu der Absenkung der Infektionsrate und zum Ziel „flatten the curve“ beigetragen haben.

In seinem letzten Schaubild nimmt er Bezug auf den Verlauf der Grippe-Pandemie in 1918 und 1919 und fordert dazu auf, die Gefahr einer zweiten, verheerenderen Welle ernst zu nehmen, weil diese nach bisherigen Erkenntnissen nicht ausgeschlossen werden kann.

Das Prinzip, das zur Zeit die Köpfe der Menschen beherrscht, scheint eher dem zu gleichen, welches symbolisch dargestellt wird nach dem “nichts hören, nichts sehen, und erst recht nichts denken zu wollen!” Stattdessen werden Esoterik, Verschwörungstheorien und  Selbst- und Fremdtäuschung wieder Raum eingeräumt.

Ergänzung: Da ist es an der Zeit, nochmals auf die Hinweise des Virologen und Epidemiologe Professor Alexander S. Kekulé zu verweisen! Wie schnell diese aber auch bei Fachwissenschaftler ergänzungsbedürftig sind, das zeigt seine Aussage, dass nach dem Kenntnisstand vom 14. März 2020 das die Übertragung des Virus …[nicht] “..(.aerogen, d.h. luftgetragen über weitere Strecken) findet, nach derzeitigem Kenntnisstand, höchstens sehr selten eine Übertragung statt. Gefährlich wird es nur, wenn beim Sprechen, Husten oder Niesen Tröpfchen ins Gesicht des Gegenübers spritzen.

Rund 2 Monate später sind die Kenntnisse der Übertragungswege differenzierter und die Ansteckung über den aerosolen Weg – sprich, dass das Virus sich als Aerosol eine recht lange Zeit in der Luft aufhalten kann- bestätigt. Das betrifft vor allem geschlossene Räume – Büros, Bars, Restaurants, Discos, Schulen, Verkaufsräume, Wartezimmer etc. – in den sich über längere Zeit einige Dutzend Menschen aufhalten.

Der Blick in esoterische Hohlspiegel und die Nutzung anderer Hokuspokus-Mittel hat mehr mit Wünschen und Realitätsverzerrungen denn mit Fakten zu tun. Nur pauschal jeden anzugreifen, der bestimmte Entscheidungen der Verantwortlichen in der Regierung hinterfragt, wie  z.B. den Plan des Gesundheitsminister Jens Spahn, einen Immunitätsausweis einzuführen, damit Grundrechte wieder wahrgenommen werden können, darf nicht akzeptiert werden. Nicht die Kritik an fragwürdigen Plänen ist verwerflich, sondern die grundrechtsverletzenden Pläne eines Jens Spahn! Und auch die Versäumnisse in den Anfängen (fehlende Bevorratung, obwohl Epidemie-Pläne und Vorgaben seit 2012 bestehen) oder verspätete Regelungen (keine Einreisekontrolle an Flughäfen, obwohl seit Januar die Warnungen zu einer Pandemie vorhanden waren) sind durchaus notwendig, dass sie aufgearbeitet werden und Entscheider dafür zur Verantwortung gezogen werden müssen!

Um auch hier klar zustellen, Kritik an Versäumnisse und Fehlentscheidungen zu Entscheidungen der Landes- oder Bundesregierung sind ein Grundrecht und absolut notwendig! Politiker wie der Aachener Andrej Hunko, der berechtigte Kritik äußert und seine Aufgabe als Oppositionspolitiker wahrnimmt, in einen Topf mit Spinnern zu werfen  und ein fragwürdiger Journalismus dabei hilft, diese diffamierende Aktion zu verbreiten, ist mehr als verdächtig!  Hunko (Die Linke) tritt als Kritiker gegen die Corona-Maßnahmen und Grundrechtsbeschränkungen auf. Dass er in der Kritik dafür steht, kommt vor einerseits aus der Partei-Ecke der Katja Kipping (Die Linke und “Parteifreundin”) aber auch von den anderen Parteien.

Hier deshalb Hunkos Rede, die er in Aachen auf einer Demo gehalten hat. Um den Diskurs zu führen, ist es notwendig, die Rede genau zu kennen, um sich selbst ein Bild zu machen. Die Übernahme der massenhaft übernommenen Textteile zentraler Presseagenturen mit verzerrendem Inhalt zu Hunkos Rede ist dabei kein ehrenwehrter und aufklärender Jouralismus!

Hunkos kritische Hinterfragungen sind nicht gleichbedeutend mit einer Identifizierung der kruden Ideen von wirklichen Verschwörungstheoretikern und Spinnern zu werten. Abstandseinhaltungen und Schutzmasken zu tragen, sind jedoch eine zumutbare temporäre Regelung, die kaum die Grundrechte beschränken dürften, wenn die Reduzierung der Infektionsrate damit möglich ist. 

So ist die Rede Hunkos eine berechtigte Kritik und Meinungsäußerung. Krude Ideen und ihre Verbreitung jedoch schaden einer konstruktiven Opposition. Rechtsnationale, rechtsradikale und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit unter dem Deckmantel der Demos unters Volk zu bringen, sind dagegen als demokratieschädliche und -gefährdende Aktionen zu benennen. 

So ist es mehr als notwendig und berechtigt, Spinner als Spinner zu bezeichnen, Nazis als Nazi und Gauner als Gauner, egal in welcher Funktion sie sich äußern. Und diejenigen, die sich mit Spinnern, Nazis und Gaunern gemein machen und sich nicht differenziert dazu abgrenzen, müssen nicht empört aufschreien, sie seinen keine Spinner, keine Nazis oder keine Eleven der Gaunereien. Auch Mitläufer haben ihre Verwantwortung!