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Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Cambridge Analytica – exemplarisches Beispiel für die zersetzende Wirkung von Datenverwertung im politischen Umfeld

Über Cambridge Analytica,  einem Unternehmen, das sich großkotzig brüstete – auch gegenüber den Käufern dieser massenmanipulativen Software , die wie in den Fällen der Brexit-Kampagne und der Unterstützung aggressiver „Märchenerzählungen“ gegenüber Hillary Clinton durch den Trump-Clan in seiner Wahlkampagne 2016 – und mit den Möglichkeiten der Beeinflussung von politischen Wahlen prahlte, sind durch die Untersuchung der britischen Datenschutzbehörde Fakten übrig geblieben, die es wert sind, genau zu bewerten.

Das skandalöse der Auswertung von Daten durch Cambridge Analytica liegt in der Tatsache begründet, dass vor allem Facebook-Daten (also Daten von Facebook-Nutzern) und ihre Kontakte zu Prognoseaussagen heimlich und ohne Zustimmung genutzt wurden! Durch die Analyse-Methoden und Bausteine zur Profilierung waren soziale Netzwerke und ihre Beziehungen untereinander zum Gegenstand des Datenmissbrauchs durch Cambridge Analytica geworden. Dort dann Narrative (Erzählungen mit der Bandbreite von Fake bis psychographische Halbwahrheiten wie dem Brexit oder des „mutigen und ehrbaren“ Trumps) zu verbreiten, war eine der Nutzungspotentiale, die gegenteilige Wirkungen von dem erzielten, was den Menschen in diesen Netzwerken vorgegaukelt wurde.

Die Verstrickung von Facebook in diesen Skandal ist ein exemplarisches Beispiel dafür, wie gesellschaftlich destruktiv Monopole und Kraken wie Facebook und Google mit ihren Datensammlungen auf die Demokratie wirken! Die bewusste oder fahrlässige Weitergabe von Daten für „Wissenschaft“ wie sie Cambridge Analytica vortäuschte, ist Beleg für die Verstrickung der Seilschaften zwischen Datenkraken und Algorithmen-Entwicklung in IT-Forschung und Hochschulen zur größtmöglichen Verwertung von Datenbeständen. Es fehlt das Korrektiv der ethischen Filterung und Bewertung solchen Vorgehens.

Wer den Bericht auf netzpolitik.org und den dortigen Quellen folgt, kann nachvollziehen, dass nicht nur das eigene naive Verhalten der Datenfreigabe von Nutzern auf den Plattformen von Facebook und Co., sondern auch die gesetzlichen Freiräume zur Überwachung der Bevölkerung durch Staatstrojaner für die Geheimdienste, sowie die Schwächung der Datenschutzbehörde und die wenig begrenzte wirtschaftliche Datennutzung zur Destabilisierung demokratischer Staaten führen! Da ist vor allem die DSGVO nachzubessern in Sachen Verwertung von Postadressen durch die Post – nicht nur in Österreich, auch bei uns!

Ergänzung:

Auch bei diesem hier auf LTO geschilderten Fall der Strafverfolgungsbehörde ist zu fragen, was geschieht mit den Daten der beschuldigten Person (Fingerabdruck, DNA-Spuren etc.) und wie werden diese weiterhin Datenschutz gemäß behandelt? Darüber hinaus ist zu fragen, wie ist das Vorgehen der Staatsanwalt noch zu begründen, wenn schon im Vorhinein zu werten war, dass eine Einstellung als Ergebnis juristisch zu erwarten ist? Die Weisungsgebundenheit an die Ministerien als politisch ausgerichtete Exekutive ist sicherlich nicht immer von Nutzen für die grundgesetzlichen Rechte von Menschen (Kunst- und Meinungsfreiheit).

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