Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Relative Realitäten – im Namen des Staates und der Parteien statt des Volkes – Teil 2

Vom Unscheinbaren und scheinbar Harmlosen in Corona-Zeiten

Was fällt dem Virus ein, sich nicht an die schönen Wünsche der Menschen zu halten oder an die Strategien der Politik und Regierenden? Dem einen geht´s über die Hutschnur, wenn schon wieder Hotel – und Reisebuchungen nicht realisiert werden können. Den Exekutiven und den Kandidaten samt ihrer Berater ist jede Schnur egal, Hauptsache das Macherprofil wird plakatiert. Notfalls eben mit Notverordnungen. Da wird denn auch mal auf die Grundrechte geschissen. Denn leider halten sich Teile des Volkes ja wie das Virus nicht an die Berater teuren Strategien des  Führungsstarken-Abbildes. Und weil daraus folgt, dass dem einen die eigene Verantwortung egal ist, weil er ja einen Sündenbock braucht, der die verlorenen Urlaubsinvestitionen zu entschädigen hat, sehen die anderen ihre politischen Investitionen  in der Wirkungslosigkeit schwinden. Und da sind die föderalen Strukturen ganz förderlich, seinen eigenen Regierungsbrei zu kochen.

Da müssen doch Fragen erlaubt sein an die Urlaubsfanatiker, ob es ein Grundrecht auf risikofreies Erleben in den Spaßzonen des All-Inklusiv-Urlaubs gibt? Ob vielleicht diese Gesellschaftsteile das Prinzip Freiheit nicht ganz verstanden haben, dass Freiheit dort ihre Grenzen hat, wo die Freiheit des anderen Menschen bedroht wird? Und für den „Feierfanatismus“ bei Singles und im Familien-Clanbereich vielleicht Freiheit nur für die Altersgruppe bis 50 Jahre gelten soll, weil die Alten und Kranken und Armen eingesperrt gehören? Denn da ist ja die Verkündigung der Rött-Me-Lasch-Figuren, dass nur die Starken über die Atlantikbrücke gehen und die Wege vorzeichnen dürfen, weil Dummheit von Dummheit kommt und Kranksein von Krankheit und Armut von Arm sein kommen soll.

Damit das gesinnungsmäßig klappt und sich als Meinung verinnerlicht, müssen alle das Ego-Prinzip verinnerlicht haben, welches dahinter steckt. Wenn die Covid-gefährdeten Alten, Kranken und Gehandicapten eingesperrt sind, dann muss die scheinbar Corona- mindergefährdete Jugend keine Rücksicht nehmen, und ein Verstoß gegen die AHA-Regeln kann nicht mehr gemeingefährlich sein  und man es krachen lassen kann in den einschlägig bekannten Etablissements. 

Krachen lassen wollen es auch Regierende und Möchtegern-Regierende im Kandidatenstatus.. Sie benötigen dazu aber Staatstrojaner zur Überwachung und Kontrolle und die einheitsmediale Befeuerung der Notwendigkeit von Grundrechtseinschränkungen wegen der  Sicherheit des Volkes. Denn die Vollkasko-Mentalität des „Spasszentrierten Volkes“ lässt sich bestens manipulieren vom Motto „Sicherheit“. Da lassen parteigesteuerte Legislative und wirtschaftslobbyistische Exekutive es gerne krachen.

Im letzteren Beispiel kann wiederum nur auf Karl Poppers Aphorismus verwiesen werden:

“Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.” – Karl Raimund Popper

Ergänzung:

Bildzitat – RKI vom 24.10.2020

Da kommt jetzt die Frage der Deutungshoheit wieder uns Spiel, wenn Beispiele wie auf der Homepage/dem Dashboard  des RKI (Robert-Koch-Institut) notwendig werden? Sind es menschliche Fehler? Dürfen die geschehen? Ist es vermeidbares Versagen? Oder sollen die Zahlen relativiert werden, weil es im allgemein passenden politischen Narrativ nicht passt? Oder ist es einfach so, dass Fehler passieren, wo gearbeitet wird und es bei vielen Schnittstellen während der Übergabe von Daten und Arbeit und nicht zertifizierter Übergabevorschriften immer zu Reibungsverlusten kommt? 

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