Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Wahre Freundschaft statt Kumpanei und Seilschaften – zur Verhinderung von Trumpschen Denken und Handeln in D und EU

Trump – you are fired!

“Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen.” – François de La Rochefoucauld

Trump musste eine weitere Niederlage einstecken. Die Übergabe der Geschäfte, die vom neuen Amtsinhaber mit der Vereidigung sofort funktionieren muss, wurde von der zuständigen Behörde als berechtigt erklärt. Die FAZ schrieb: „Kurz zuvor hatte die zuständige Behörde GSA (Verwaltungsbehörde (General Service Administration) Biden als offenkundigen Wahlsieger eingestuft und zugleich erklärt, diese Entscheidung unabhängig getroffen zu haben.“ Trump schien nichts anderes übrig geblieben zu sein, als die Behörden und Mitarbeiter anzuweisen, die Übergabe vorzubereiten.

Dennoch weigert sich Trump, gemäß seines egomanischen und von Gesinnungskumpanen unterstützten Irrsinns, die Wahlniederlage einzugestehen. Er verbreitet weiter seine Lügen, ihm sei die Wahl durch Betrug bestohlen worden. Gleichzeitig missachten Trump und seine Seilschaften ein seit 1963 geltendes Gesetz, das vorschreibt, die Übergabe ohne Störungen zu ermöglichen.

Dieses sowohl unmoralische wie auch gesetzeswidrige Verhalten ist Ausdruck der egomanischen und destruktiven Denk- und Handlungsweise, wie sie auch im ökonomischen Umfeld des Neoliberalismus immer mehr Raum gegriffen hat.

„Freundschaft“ (Partei- wie Lebensfreundschaft) verkommt zu einer Amigo-Seilschaft, in der jeder den anderen nur nach Nützlichkeitsgesichtspunkten solange stützt, wie sie der eigenen Absicht und den eigenen Zielen zugutekommen. Jenseits dieses Aspektes herrscht dann die „Hire and Fire-Atmosphäre“ und notfalls über „Leichen gehen“ vor.

Ausgangspunkt dieser Weltsicht ist das Amerika der Wallstreet und des Finanzkapitalismus, des „America great and first again“ und des „Trumpschen Universums von Menschenfeindlichkeit und Empathielosigkeit“.

Das alles brauchen wir weder in Deutschland, noch in der EU. Eine Freundschaft des Nutzens ist eine Pseudofreundschaft, die im gesinnungsethischen Geiste nur in die Komplizenschaft zur Vertuschung von Fehlentscheidungen und die Beschädigung und Verhinderung einer verantwortungsethischen Staatsführung endet.

Menschen, die als Wähler und Delegierte die Macht auf Zeit an die Parlamente abgeben, sollten bei ihrer Entscheidung diese Merkmale nicht außer Acht lassen. Der Wechsel zum „American way of life“ á la Trump und Neoliberalismus ist leider auch in Deutschland schon tief im Denken und Handeln der Parteien verankert. Die Menschen in Deutschland sollten den Wechsel der parlamentarischen Demokratie zur Parteien- und Egomanen-Demokratie aufhalten und umdrehen, wollen sie Verhältnisse wie in den USA vermeiden.

Wahre Freundschaft geht nur über Respekt gegenüber der Verfassung, der Orientierung daran für jegliche politischen Entscheidungen,  Diskurse führen mit Inhalten, die den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft als zentrales Ziel im Auge hat (nicht jedoch die Bevorzugung einer kleinen Klientel der Vermögenden und der Unternehmerschaft) und dem Wohle des gesamten Volkes dient.  

Jede Partei, die erkennbar diese Vorgaben nicht erfüllt, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit propagiert, die der neoliberalen Unmenschlichkeit das Wort redet, die selbstherrliche und erkennbaren Schaden durch eigenes Regierungshandeln herbeiführt (wie Mautverträge vor EU-Entscheidung abschließt oder Mrd. für Fehlentscheidungen im Gesundheitswesen verschleudert), sollte keine Macht auf Zeit durch Wahlergebnisse erhalten.

Ergänzung vom 25.11.2020

Dass in der EU schon Beispiele für eine Entwicklung bestehen, die nichts mehr mit Demokratie zu tun haben, das lässt sich an Polen (und Ungarn) deutlich nachvollziehen. Und immer sind es die Nationalkonservativen und die Anhänger neoliberaler Ökonomie, die den Weg für die Rechtsradikalen bereiten, die oft den beschrittenen Weg zur Schwächung der Demokratie dann zum zerstörerischen Ende führten. Das lässt sich historisch belegen. Die Ironie bei dieser Realität ist, dass es Polen betrifft, welches selbst in seiner Geschichte oft genug unter den Bedingungen von Unterdrückungsmechanismen leiden musste. Wer in den Parteien Typen wie Jaroslaw Kaczynski den Aufstieg und die Macht erlaubt, seine persönlichen, egomanischen Vorstellungen umzusetzen, macht sich mitschuldig am Verbrechen gegen die Bevölkerung. 

Auch hier ist wieder ein Verweis auf Deutschland notwendig, wenn die eigene persönliche Agenda die Antriebsfeder für “Sonderwege” in der Corona-Bewältigung ist, statt eine Linie zu verfolgen, die alles daran setzt, egomanische Ziele zu überwinden, um den effektivsten Weg zur Bewältigung der Pandemie-Krise zu erreichen. Wehret den Anfängen war schon immer ein hilfreiches Kriterium bei der Abwehr von destruktiven Absichten menschenfeindlicher Personen und Seilschaften.

 

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

Kommentare sind geschlossen.