Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Am 3. Advent anno 2020

Der Lockdown ist im Anmarsch – Graugänse fliegen – nichts Neues im Westen. 

Ergänzung am 14.12.2020

Was bedeutet nichts Neues? Zum Beispiel, dass die Antworten fehlen auf nachfolgende Fragen:

Warum sind die Corona-Infektzahlen dermaßen heftig angestiegen und halten sich seit Wochen auf hohem Niveau? Dazu gibt es genug sich widersprechende Aussagen – auch von Wissenschaftlern – deren Motivation, sich zu äußern, oft nicht ganz nachvollziehbar ist. 

Wenn die meisten Menschen sich an die AHA-Regeln halten, wie eine These lautet, warum steigen die Zahlen der Toten und die Intensivbetten-Auslastung weiter? Wenn der Lockdown nicht angemessen sei, wie manche behaupten, warum schaffen Österreich und Frankreich es, dadurch ihre Zahlen zu senken?

Wenn die Überdrüssigkeit bei den Menschen sich ausbreitet, was das Befolgen der Entscheidungen der Landes- und Bundesregierungen betrifft, sind dann nicht gerade diese Gründe (nur halbherzig die Maßnahmen umsetzen, oder bewusst sabotieren) ursächlich für die steigenden Zahlen und wäre dann nicht gerade der Lockdown ein probates Mittel, die Eingrenzung und das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen? 

Dass sich die Ansteckungen aufgrund der behaupteten Regeleinhaltung in der Öffentlichkeit dennoch steigern,  muss dann  nicht gefolgert werden, dass  entweder im privaten Umfeld oder im Arbeitsumfeld die Infizierungsumstände zu suchen sind? Das Wissen um Ansteckungswege ist zudem notwendig (z.b., dass Aerosole sich in den geschlossenen Räumen lange halten!), um angemessen sich zu verhalten. Und die Gewohnheiten müssen ständig hinterfragt werden. Ggf. sind die Gewohnheiten zu ändern und auch zu Hause oft zu lüften, sowie eventuell auch dort Schutzmasken zu tragen. Denn immerhin zeigen Studien, dass das Tragen der Schutzmasken auch die Infektionszahlen für die Influenza deutlich zurückgedrängt haben. Das wäre ein Beleg für das Verhindern von noch größeren Ansteckungszahlen auch bei Corona.

Jeder einzelne Mensch ist gefordert, Verantwortung zu tragen und keinen Schlendrian einreißen zu lassen. Jeder  ist verantwortlich, sich zu schützen und dadurch auch seine Mitmenschen.

Davon unabhängig sind berechtigte Kritiken an vermeidbare Fehlentscheidungen der Politik und der Landes- und Bundesregierung zu äußern. Dazu gehören vor allem, dass weiter an der Schließung von vielen Krankenhäusern festgehalten wird. Dass die fehlende Infrastruktur in den Schulen hinsichtlich von Hygieneeinrichtungen und der Vernetzung und deren Betreuung seit Beginn der Coronakrise bis heute nicht beseitigt wurde, ist nicht nur kritikwürdig, sondern ein Skandal.

Auch fehlt die Perspektive, wer und wie die Kosten der Krise verteilt und getragen werden sollen. Die ungeheuren Gewinne während der Corona-Maßnahmen durch wenige Superreiche (lt. Studien sind rd. 2200 Superreiche im Jahr 2020 um 1 Billion Dollar reicher geworden! – Finanzverwalter wie Larry Fink von BlackRock agieren jetzt schon durch ihre Einflussmaßnahmen auch auf die DAX-Unternehmen gegen eine Sonderabgabe auf diese Gewinne) und deren Vergesellschaftung durch Abschöpfung in Form von hohen Steuern, könnte – mittels einer weltweiten konzertierten Aktion der Regierungen – einen Großteil der Kosten abfedern. Die Superreichen würden trotzdem nicht am Hungertuch nagen!   

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