Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Nicht Heldengedenken – sondern Helden geht denken!

“Kein Heroen-Verehrer verfügt über irgendwelche inneren Werte.” – Edgar Allan Poe

“Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.”

Helden sind Bestandteile von Märchen und Erzählungen und leben lediglich in Prosa oder Lyrik. Sie sind jedoch nichts, was für das reale Leben Vorbild sein könnte. Denn ein Menschenfreund zu sein, ist deutlich schwieriger zu realisieren.

“Ich mag keine Helden. Sie machen mir zu viel Lärm in der Welt.” – Voltaire

Auch die sogenannten Erstürmer des Capitols, aufgestachelt von Donald Trump Jr., dem Prototyp des Brandstifters, der mit der Aussage: „You can be a hero, or you can be a zero. And the choice is yours. den Brennstoff für die Manipulation einer Meute lieferte, die mit ihrem Weltbild noch im 19. Jahrhundert des mittleren Westens lebt.

Die Ungleichzeitigkeit der Erkenntnisse – und der Bezug auf  rassistische und hasserfüllte Vorurteile als Werteorientierung – ist eine der Ursachen für die Spaltung der US-Gesellschaft durch den rückwärts orientierten Teil,  einer radikalen und gewaltbereiten Schicht, die mit Waffengewalt ihr Weltbild durchsetzen will. Typen á la Donald Trump nutzen diese Menschen als  aktiven Arm ihres Machtmissbrauchs. Mit ihrer Rückständigkeit sind sie die hässliche Seite der US-Demokratie.

Sie haben die von Trump Sen. und Trump Jr. erhoffte “Wahl” getroffen,  haben sich zusammengerottet und als mobilisierter Mob auf den Weg gemacht und sind somit in jeder Beziehung zu den Verlierern (Loser) geworden. Denn ihr von Trump Jr. beschworenes “Heldentum” besteht nur darin, in der Menge  Sachschaden, Körperverletzung und Totschlag begangen zu haben. Inhaltlich waren keine zukunftsweisenden Deklarationen zu vernehmen, die auf eine konstruktive Veränderung hingewiesen hätten. Sich auf den Kongress-Sitzen und in den Abgeordneten Büros zu lümmeln und davon Selfies zu produzieren, war alles, was sie hinbekamen. Wenn überhaupt der Begriff des Heros, des Helden angebracht wäre, dann in der Form ihnen zuzurufen: : “Eure Handlungen sind kein Anlass für Heldengedenken! Ihr Helden geht endlich denken!“

“Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.” – Bertolt Brecht / Das Leben des Galilei

 

Ergänzung vom 17.01.2021

Zum Thema des sich breitmachenden Zynismus (siehe auch Plattformen wie “Achgut”) bei den Anhängern des Bonapartismus, die sich selber zu den etablierten Individualisten zählen, die sich Regelverstöße gegen die Demokratie genehmigen und sich zum Establishment zählen, das Peter Sloterdijk in seinem Werk “Kritik der zynischen Vernunft” beschrieb und dort auf die nun eingetroffene Verbindung des “Zynismus von oben und unten” eingegangen ist, zu diesem Thema nimmt ein Artikel in der TAZ vom 17.01.2021 Stellung. 

Zitat “Darum scharen sich gebildete Karriere-Interessierte, für die es anderswo nicht gereicht hat und die nun bei Trump, Orbán, PiS oder AfD etwas werden und sein ­können. Hauptagitationsgruppe sind Leute, die sozial und kulturell abgestiegen sind oder ihren Abstieg fürchten, weil die liberale Demokratie es aus ­ihrer Sicht nur für andere, aber nicht für sie bringt.” Zitatende (Quelle: TAZ-Online vom 17.01.2021)    

Der Artikel endet mit dem Fazit, dass diesen Gruppen niemand mit “Aufklärung, Moral und Gemeinwohl” zu kommen brauche. Ein Blickwinkel, der unbedingt in den öffentlichen Diskurs gebracht werden muss, welche Alternativen denn noch möglich sind, um eine Integration dieser Anhänger der Unvernunft bewirken zu können.

Eine der Möglichkeiten wäre, dass die Kritik am “Schweinesystem des Finanzkapitalismus (*)” (wie die “Zyniker von unten” das westliche Wirtschaftssystem nennen!) zur Veränderung der Ökonomie führen muss, um die Existenznöte der “Zyniker von unten” zu mindern und ihnen eine Alternative zum Wechsel zu den Rechtsradikalen und Rechtskonservativen zu bieten.  

(*) Hierzu gehört vor allem die Drehtürsystematik – von Regierungspositionen in Positionen bei Hedgefonds, Finanzkapitalunternehmen und Vermögensverwaltungsunternehmen á la BlackRock und wieder zurückzuwechseln – wie sie in den USA bei jeder der Regierungen, egal von welcher Partei gestellt, es üblich ist. Dass dieses System auch für Deutschland und seinen gesellschaftlichen Frieden eine Gefahr ist, kann nicht erst nur am Beispiel von Friedrich Merz nachvollzogen werden. 

 

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