Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Statt gesellschaftlich das Nachdenken in Gang zusetzen, bleibt Deutschland beim „Weiter-so-wie-bisher!“ stehen

Bald jährt sich der Ausbruch der Pandemie im Kreis Heinsberg, welche  in der ersten Welle eine erschreckende und unfassbare Hilflosigkeit in der Bildungspolitik der Länder und Gemeinden offenbarte. Nicht nur, dass die Vorgaben bei einer Pandemie (Risikoanalyse für eine Pandemie!) nicht eingehalten wurden hinsichtlich der schon 2012/2013 festgelegten Vorräte (so fehlten Schutzmaterialien u.a. Schutzmasken, Handschuhe, Desinfektionsmaterialien) und Abläufe zur Bekämpfung der Pandemie nicht einheitlich umgesetzt wurden, sondern weil auch die IT-Infrastruktur für die Koordination und Erfassung der Betroffenenzahlen nicht zur Verfügung standen, kam das Pandemie-Management nicht rechtzeitig in die Gänge. Neben der Infrastrukturkatastrophe im Gesundheitsbereich waren vor allem die fehlenden Einrichtungen für Hygiene sowie die unzureichenden Einrichtungen der IT-Ausrüstung an den Schulen die Ursache für den nicht gelungenen und unzureichenden  des Heim- und Fernunterricht die Folge. 

Die Fehleinschätzungen sowie die sich fortsetzenden Versäumnisse, schnellstens die fehlende Infrastruktur im IT-Umfeld der Schulen und der Hygiene (fehlende Waschstellen, unzureichende Toilettenanlagen etc.) zu installieren, haben zum Belastungselend beigetragen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern, die oft zusätzlich  im Homeoffice sich befanden.

Auf der anderen Seite zeigten sich größere Teil der Bevölkerung uneinsichtig hinsichtlich der Umsetzung der staatlichen Anordnungen (AHA-Regeln = Abstand-Hygiene-Atemschutzmaske *). Eine fehlende Disziplin und das fehlende Verständnis für einen temporären Verzicht auf ihre üblichen Gewohnheiten (vom Urlaub bis zu privaten und öffentlichen Feiern) führten zur Konsequenz, dass nach den Herbstferien die zweite Infektionswelle durchs Land raste. (* Ergänzung vom 19.02.2021)

Hier ist zudem zu fragen, warum nicht die erkennbaren Folgen dieser allgemeinen Sorglosigkeit durch eine aktive Informationskampagne der Bundes- und Landesregierungen stärker in den Fokus gestellt wurden. Wer die Statistik betrachtet, weiß aus der Historie der Grippe-Pandemie 1918-1920, wie die nachfolgenden Wellen ein Vielfaches der Schädigungen der ersten Welle ausmachten.

Während dieser Zeit holten die Versäumnisse und die Folgen des radikalen Neoliberalismus weltweit die Nationen und Menschen ein und entblößten dieses Ökonomiemodell als Ursache für weltweite Armut. So wurde in Deutschland munter am Abbau der Krankenhauszahlen (Von 1200 auf 600 lt. Bertelsmann-Gutachten) festgehalten, obwohl die Krankenversorgung in der Pandemie durchaus auf der Kippe stand, bedingt durch das fehlende Personal aufgrund der Privatisierung großer Teile der Krankenhausversorgung. Auf EU-Ebene zeigten sich die Schwächen der personellen Fehlbesetzungen in der EU-Kommission besonders radikal bei der Impfstoffbeschaffung, die letztlich im nationalen Egoismus mündete und die gesamte EU schädigt.

Was durch die Pandemie auf der politischen Ebene an  Versagensursachen offengelegt wurde, erfolgte parallel auch auf der individuellen und persönlichen Ebene, in dem viel zu viele Menschen in der Gesellschaft zu oft scheiterten, weil  sie – auf sich selbst zurückgeworfen – nichts mehr mit ihrem von Vorschriften bestimmten Leben anfangen konnten. Die Frage nach dem Sinn eines gelingenden Lebens konnte zu oft und bis heute vom Einzelnen ebenso wenig wie von der Gesellschaft beantwortet werden.

Die Fragen, was macht ein erfülltes Leben der nahen Zukunft aus, und welche Lösungen sollten im Mittelpunkt der Nach-Corona-Zeit stehen, sind bis heute kaum beantwortet, und nur selten als Diskurs in der Gesellschaft in Gang gesetzt worden!

Wie kann ich ein solches Leben gestalten, wenn die bisherigen Vorstellungen nicht mehr umgesetzt werden können (Konsum orientierte  Freizeitgestaltung, Kulturerleben, Arbeitsleben, Berufsverwirklichung, Ausbildung)? Welche Auswirkungen haben Finanznöte, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit und steigende Kosten (Energie) und die auseinander gehende Schere zwischen Armut und Reichtum auf Mensch und Gesellschaft? Was muss sich ändern und wie werden die Menschen beteiligt, an den Lösungen für eine andere Gesellschaft und Politik mitzugestalten? Welche Wege stehen den Menschen zur Verfügung, ein gelingendes Leben umzusetzen und wie kann der Sinn der eigenen Existenz gefunden werden? Welche Ethik und Moral muss entwickelt werden, um den Einfluss von KI (Künstliche Intelligenz) zu regulieren und der zukünftigen Herrschaft der Algorithmen ein freies, menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben entgegenzusetzen?  

Dass sich immer mehr Menschen in Deutschland diese Fragen stellen, ist nicht die Ausnahme wie ein offener Brief eines RA (veröffentlicht auf den Nachdenkseiten) an den Ministerpräsidenten Kretschmann zeigt! 

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