Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Vertrauensverlust II – staatliche Einrichtungen und kooptierte Beratungs- und Gutachter-Kommissionen

“Was stört mich mein Geschwätz von gestern!”

Das ist wohl auch die Weisung vom Gesundheitsministerium an das RKI und seine STIKO in Sachen Corona-Impfstoff AstraZenica! “Heute passt die Altersgrenze nicht mehr, denn wir haben zu viel von dem Zeug auf Halde liegen! Deswegen nun die Weisung, die Empfehlung aufzuheben!” 

Adenauer hatte es schon vorgemacht. Heute macht die STIKO (Ständige Impfkommission) es nach. Das ist Situationsethik vom Feinsten! Oder besser gesagt: vom Übelsten! Weil der AstraZeneca-Impfstoff weniger wirksam ist, zudem mit höherem Risiko verbunden für ältere Menschen ab 65 Jahre, sollte der Impfstoff bei dieser Altersgruppe nicht genutzt werden. Nun häufen sich die Ablehnungen gegenüber AstraZenica und der Stoff liegt wohl auf Halde?

Da wird der aufmerksame Mitbürger wohl zum Schelm, der böses denkt, wenn nun die STIKO die Altersgrenze aufhebt. Das Zeug ist ja bezahlt und muss nun unters Volk gestreut werden. Da wird sicherlich schnell ein neues Gutachten die Aussage unterstützen. Und klar, die Massen folgen der neuen “Faktenlage” aufgrund des großen Vertrauens in Regierung, Beratungs- und Empfehlungseinrichtungen! 

Dass Situationsethik kaum mehr etwas mit Respekt den Menschen gegenüber zu tun hat, das wird auch dem unbedarftesten Menschen klar. Denn was im folgenden Witz als Beispiel für diese Gesinnung und Nützlichkeitsorientierung der Situationsethik belegt ist, wird von der Stiko und ihrer Vertrauensqualität bei weitem übertroffen!

Der Ursprungs-Witz geht so: Bankräuber überfallen eine Bank und zwingen die Anwesenden ihren Schmuck, ihre Geldbörsen und Wertgegenstände  herauszugeben. Zwei Bankmitarbeiter stehen nebeneinander. Der eine drückt dem anderen etwas in die Hand. “Was ist das?”, flüstert der. “Die fünfzig Euro, die ich dir noch schulde!”, antwortet der Schuldeninhaber. 

So ähnlich muss es auch in der STIKO zugegangen sein. 

Ergänzung 

Teil II der “Vertrauensbildenden Maßnahmen!”

Wehe, Sie wollen einen Impftermin vereinbaren. Dank des Föderalismus kriegen die Verantwortlichen in den Ländern den Blick nicht über den Tellerrand gehievt! Anstatt ein einheitliches System zu erstellen – und zwar rechtzeitig und im Vorfeld – basteln alle 16 Bundes-Länder ihre eigenen Systemchen mit den Ergebnissen: 16 x ein kleines Desaster! Da sind wohl mal wieder die Vergabekriterien beim Abend-Dinner ausgehandelt worden? 

Ergänzung II

Das Selbstverständnis der Politiker und die Rolle der Wissenschaft wird in dem Artikel auf Telepolis hinterfragt.

So formuliert der interviewte Philosoph  Jörg Phil Friedrich:Es muss klarer darauf hingewiesen werden, dass Wissenschaft in der Pandemieforschung keine Prognosen machen kann, sondern nur Szenarien errechnet.

Und weiter schlägt er vor: “Wichtig ist, dass sich die Wissenschaftler direkt gegenüber den Bürgern erklären müssen. Und dass sie so direkt und nicht nur vermittelt damit konfrontiert werden, wie die Sicht und die Sorgen der Bürger ausschauen. Sie haben dann selbst die Chance, den Bürgern ihre Sicht, ihre Sorgen und Einsichten zu erläutern. So kommen dann verschiedene Seiten zum Tragen.” 

Des Weiteren folgt die Argumentation: 

“… es wurden im Namen der Dringlichkeit in den letzten Monaten schon Parlamente ausgeschaltet. 

Jörg Phil Friedrich: (zum Selbstverständnis der Politiker!)  “Darüber müssen wir auch nochmal reden. Dieses “Wir müssen jetzt schnell handeln” ist ja auch eine Methode der Exekutive, um das zu tun, was ihr vorschwebt. Gemäß dem von Margaret Thatcher inspirierten TINA (“There is no Alternative”)-Prinzip glauben die an der Macht Befindlichen auch, dass das so sein muss, dass man weiß, was gemacht werden soll und dass man das jetzt möglichst ohne Diskussion macht.” 
 
Dass zudem zwei diametral entgegengesetzte Verhalten bei Wissenschaftler zu verzeichnen sind, ist für Friedrich keine wenig wirkende Irritation, die einem Vertrauensaufbau entgegenwirkt! 
 
Jörg Phil Friedrich: “Wissenschaftler, die sich auch in der Politikberatung stark engagieren, … neigen dazu, ihre Ergebnisse als eindeutige und klare Prognosen darzustellen.

Auf der anderen Seite haben Sie die Wissenschaftler aus Jülich, wo man mit einer nochmals anderen, großen Rechenpower tolle Modelle durchrechnet. Wenn Sie da auf die Webseite schauen, dann steht eben sehr ausdrücklich da, dass das alles Szenarien sind, dass man das nicht als tatsächliche Prognose des Geschehens betrachten darf. Und diese Wissenschaftler sind auch nicht politisch aktiv.
 
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