Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Entscheidend in der Demokratie ist die Fähigkeit, diejenigen wieder loszuwerden, die der Demokratie schaden!

“Die Frage bleibt, wie wird man diese ehrlosen, gierigen, skrupellosen, erpresserischen, menschenfeindlichen und verwerflichen Figuren wieder los und entfernt sie aus ihren Ämtern und stellt sie vor  Gericht?” 

So lautete der Schluss-Satz meines Beitrages vom 01.02.2020! Diese Frage zu beantworten ist oft genug gescheitert, so auch jetzt wieder im Umgang mit der unsäglichen Figur eines egomanischen Selbstdarstellers wie Donald Trump. Die Gazetten sind wieder voll davon und stürzen sich in ihrer Berichterstattung auf den ersten Auftritt nach dem gescheiterten zweiten Impeachment-Verfahren gegen den Ex-Präsidenten. Gescheitert ist auch der zweite Versuch, diesen Mann unblutig aus dem Politikbetrieb fernzuhalten, weil die Mitläufer, die Verantwortungslosen und Angsthasen mal wieder sich für das Prinzip entschieden haben, dass  “das Hemd näher ist als der Rock“!

Diesem Egoismus frönend und zugleich einem Gesinnungsdenken anzuhaften, das sind die Ursachen dafür, dass die Mehrheit der Republikaner ihrer Verantwortung nicht gerecht wurden und Donald Trump beim zweiten Impeachment wieder vom Haken ließen, in dem sie dem Impeachment nicht die notwendige Mehrheit ermöglichten.

Die gleiche Problematik formulierte schon Karl Popper und auch er griff auf die Erkenntnis zurück, dass die Menschheit sich im Wesentlichen seit den letzten 10000 Jahren nicht geändert haben. Und auf die Demokratie bezogen lautete Poppers Fazit:

Entscheidend ist für die Demokratie nicht, wie wir einen Machthaber wählen, sondern wie wir ihn wieder loswerden, ohne Blut zu vergießen.

Das, was für die USA in Sachen Trump und Republikaner gilt, ist ebenso zutreffend für die konservativen Versager und den geschassten Figuren mit betrügerisch erschlichenen Doktor-Titeln á la zu Guttenberg und den sich selbstüberschätzenden und elitär verhaltenen Figuren wie Phillip Amthor, wie Jens Spahn, Andreas Scheuer, Julia Klöckner und viele andere. 

Und dennoch wäre es falsch, nach irgendeinem/irgendeiner “starken Mann/Frau” zu schielen. Autoritarismus wäre der Start in die nur schrittweise entfernte Diktatur. Und so beschreibt der Historiker Phillip Blom im Interview auf Telepolis denn treffend das Dilemma: 

Zur demokratischen Grundstruktur darf es aber keine Alternative geben.” 

“Es kommt darauf an, die Strukturen und Prozesse, die wir jetzt haben, so zu verändern, dass sie partizipativer, kleinteiliger und unmittelbarer werden. Aktuell haben sie eher die Tendenz, zu einem Demokratie-Theater zu werden, wo eine Elite in erster Linie wirtschaftliche Interessen, die dem Gemeinwohl entgegenstehen, vertritt und so dem Wahlvolk ein Aufregungspotential bietet, das populistische Parteien ausnutzen.”

Durch die Erfahrungen mit der jetzt seit einem Jahr alles überlagernden Pandemie wird immer mehr Menschen bewusst, dass  vernunftbasiertes Denken erst die Voraussetzung gibt für die Bewältigung der dringenden Fragen und Probleme wie: Pandemie-Überwindung, Klimawandel, Wohnungsnot, echte und gerechte Demokratie- und Beteiligungsformen der Mitsprache als Veränderung des bisherigen Weges von “weiter so wie bisher!”  Und Karl Lauterbachs Aussage im Gespräch mit Thomas Vašek und André T. Nemat vom philosophischen Magazin “Hohe Luft”  betont zwar ebenso die Notwendigkeit, fordert allerdings eine emotionale Verpackung der vernünftigen Erkenntnisse.

Zitat: “Ich glaube zum Beispiel zwar, dass wir mit den Methoden der Vernunft die Voraussetzungen für die Bewältigung des Klimawandels schaffen. Aber die Vernunft wird nicht ausreichen, das Notwendige auch tatsächlich zu tun. Ich habe mich einmal sehr intensiv mit der folgenden Frage beschäftigt: Motiviert der Einblick der Vernunft automatisch – oder nicht? Ist die Überzeugung durch die Vernunft gleichzeitig auch motivierend? Das war eine interne Annahme von Kant, das ist auch bei Rawls angelegt oder bei Amartya Sen. Ich habe das lange Zeit für richtig gehalten.” 

Ohne Emotionen, ohne Empathie erreicht man zu wenige. Zitatende – Quelle: Hohe Luft

 

Fazit meinerseits: Gebt den Figuren wie Trump und Konsorten weniger Bühne in der Berichterstattung und lasst ihn die nächsten vier Jahre in der Versenkung verschwinden. Das Jagen nach scheinbaren Sensationen ist der falsche Weg.

 

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