Der Utilitarismus und die Facetten der Wahrheit

Wer mag schon so vermessen sein zu behaupten, dass ihm die Vermessung der Wahrheit und nichts als die Wahrheit gelungen sei? Vielleicht Politiker oder Forenbetreiber, die um ihr politisches oder unternehmerisches Überleben ringen. Da wird dann schnell die eigene Wahrheit zur absoluten Wahrheit propagiert. Es sollte den Menschen zu denken aufgeben, wenn der Anspruch in letzterer Form verbreitet wird. Je weniger Blickwinkel auf die vielen Facetten von Wahrheiten ersichtlich werden bei Wort und Bild der Verlautbarer und Schreihälse, desto mehr Scheuklappen sind wohl aufgespannt. Dann reicht der erkenntnisheischende Blick nicht mal mehr über den Desserttellerrand.

Mit Vorliebe agieren in diesem Sinne jene, die gefangen sind in ihrer Identität und Weltsicht, egal ob bestimmt durch einen religiösen, ideologischen oder pragmatischen Fundamentalismus. Sobald menschenfeindliches und menschenbedrohliches Verhalten und deren Auswirkungen sichtbar werden, sei es durch physische oder psychische Gewalt, sind diese Facetten von Wahrheit notwendig und ausreichend darzustellen.

Hilfreich für eine solche Darstellung sind immer Indizien von Widersprüchlichkeit. Ebenso hilfreich für eine Skepsis sind auch Bezüge und Querverbindungen zu untersuchen, wenn staatlich-offizielle Verlautbarungen in kürzester Zeit erfolgen, die gegensätzlichen Aussagen enthalten. Ein exemplarisches Beispiel dafür sind die Empfehlungen des RKI und der STIKO zum Impfstoff AstraZenica! Lautete die Empfehlung vor einigen Wochen noch, diesen Impfstoff nicht bei den über 65jährigen zu nutzen, so erfolgt nun die Handlungsanweisung, dass AstraZenica nicht mehr unter 55jährige zu verwenden sei! Abstufungen dieser Wahrheitsmitteilung dazwischen sollen die Verwirrungstaktik nicht noch vertiefen, obwohl es sie gab.

Es bleibt das Bild, dass je nach politisch bedrohlichem Erkenntnisstand eine neue Anordnung erfolgt. Jedoch deutlich Hinweise hinterlässt, dass die Verordnung mit 180°-Wechsel geleitet ist, die Vorräte auf Teufel komm raus zu verbrauchen. Das Risiko wird dann jeweils in ein neues Narrativ verpackt und utilitaristisch bestimmt, heißt, welche Nutzen-Schaden-Relation ist durchsetzbar in der Bevölkerung? Schließlich muss das verdammte Zeug, das ja schon bezahlt ist, unters Volk gebracht werden. Dass die Verantwortungsethik mal wieder der Gesinnungsethik geopfert wird, ist Teil der Wahrheit und Realität.

Da wünscht sich der Funktionsträger im Regierungsamt doch noch schneller als Entscheider die KI (Künstliche Intelligenz) herbei, um selber dann ein weiteres Argument parat zu haben, aus der Schusslinie zu springen: war alternativlos, konnten wir nichts mehr machen, hat die KI so entschieden nach bestem Wissen und Gewissen von unübertroffener Maschinen-Intelligenz und perfekter Umsetzung des Utilitarismus.