Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Wenn Marketing die Qualitätssicherung und Einhaltung notwendiger Güte-Kriterien ersetzt – dann sind Fehlleistungen vorprogrammiert!

“Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimmst.” – Dante Alighieri

“Die Verantwortung beginnt genau dann, wenn man keine Gewissheit mehr hat.” – Jacques Derrida

“Seine Verantwortung bewusst auf sich zu nehmen, bedeutet an sich schon einen wichtigen Schritt auf dem Wege schnelleren Fortschritts.” – Julian Huxley  “Der Mensch in der modernen Welt”

 

Wenn Marketing die notwendigen Kriterien (Zweckbindung, Transparenz, Freiwilligkeit und Risikoabwägung) ersetzt – auch wenn diese von den Wettbewerbern ins Feld geführt werden, sind sie nicht weniger korrekt! –  dann kommt sowas wie die “Luca-App” raus. Diese App wird nicht nur von Datenschützern und Wissenschaftlerin aus dem Bereich IT kritisiert, auch der CCC (Chaos Computer Club) hat die technologischen und handwerklichen Mängel der App sowie ihre daraus folgende fragwürdige Nutzbarkeit bewertet.

Es ist jedoch kein Einzelfall, wenn Versprechungen von „dynamisch-agilen“ Hochglanzpapier affinen Unternehmen nicht eingehalten werden können und falsche Erwartungen schüren. Wenn zudem Personen des Musik- und Entertainment-Gewerbes als Zugpferde aktiv werden, stellt sich die Frage nach der Verantwortung dieser Frontpersonen für die falschen Versprechungen, vor allem, wenn in Persona diese auch noch als Investoren verzeichnet werden können. Benachteiligt sind insbesondere die Nutzer/Anwender solcher Produkte, sowohl auf der Konsumenten- wie Anbieter-/Einzelhandelsseite. Die sowieso schon gebeutelten Einzelhändler bestimmter Branchen sind zu bedauern, wenn sie die App „Luca“ mit finanziellem Aufwand, der wehtut,  nun einsetzen, wie es genügend Buchhandlungen exemplarisch schon praktizieren.

Noch weniger Verständnis ist allerdings dafür aufzubringen, wenn der Staat (Land Mecklenburg-Vorpommern etc.) ganz offiziell den Erwerb der App für eigene Nachverfolgungsbedürfnisse einsetzt und mit Steuergeldern finanziert hat. Auch solche Vorgänge, die keineswegs Einzelfälle sind, steht die Frage im Raum: Wie groß darf überhaupt die Entscheidungsfreiheit staatlicher Einrichtungen für Fehlleistungen sein, um ohne Haftung und Konsequenzen bleiben zu können? In diesem Bereich ist eine Nachbesserung ebenso notwendig. 

Zur notwendigen und erneut geforderten Ethik gehört, Verantwortung zu übernehmen für das, was man tut, wie für das, was man unterlassen hat! 

 

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