Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Humor als Ventil in schwierigen Zeiten

»Weil Kürze dann des Witzes Seele ist, Weitschweifigkeit der Leib und äußre Zierat, Fass’ ich mich kurz.« Shakespeare – Polonius in Shakespeares Hamlet (II. Akt, 2. Szene) 

Schwierige Zeiten – eine solche Bewertung ist immer subjektiv, aber dennoch zutreffend, wenn staatliches Eingreifen von Menschen legitimiert wird, die selber mehr als zweifelhaftes Verhalten an den Tag legen. Die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben reichen bis in existenzielle Gefährdungen – sowohl finanzieller wie psychischer Art. Nicht nur der damit verbundene Vertrauensverlust wird Folgen hinterlassen für den Einzelnen wie für die Gesamtgesellschaft. 

Schwierige Zeiten – das waren für die Deutschen die jeweiligen Diktaturen im sogenannten 3. Reich und in der DDR mit negativen Folgen weit bis in die Existenz der Bundesrepublik der 50er bis 70 Jahre und im Gesamtdeutschland der Wiedervereinigung bis in die 90 Jahre und darüber hinaus. Diese Zeiten innerhalb der Diktaturen waren sicherlich anderer Qualität und Beeinträchtigung als jene aktuellen, die mit der Pandemie und dem armseligen Management und ministeriellem Versagen verbunden sind. 

Und dennoch empfinden die Menschen ihre Lage subjektiv oft genug als Verzweiflung, mögen die Auswirkungen auf die persönliche Freiheit niemals vergleichbar sein, wie dies mit der lebensbedrohlichen Willkür in den deutschen Diktaturen von fast sechs Jahrzehnten im letzten Jahrhundert erfolgt ist. 

Dass heute mit den sozialen Medien, der undifferenzierten Verbreitung von falschen Narrativen in nicht mehr für den Einzelnen zu verarbeitender Flut an Informationen und der sich ausbreitenden Egoismen eine andere Gefährdung vorhanden ist, macht es dennoch nicht einfacher. 

In solchen Zeiten war und ist der Humor – auch in Form von Witzen – ein willkommenes Ventil, Kritik und Kommentar zum gesellschaftspolitischen Umfeld zu äußern. Als Sigmund Freud seine Abhandlung über den Witz verfasste, stützte er sich auf die jahrhundertealte Erfahrung des jüdischen Volkes, mit dem Witz eine Form der Verarbeitung von Traumata gefunden zu haben. Darüber hinaus entwickelte diese Ethnie mit dem Witz eine  philosophische Essenz ihrer langen Jahrhunderte der Unterdrückung.

Zielobjekte des Witzes waren und sind die herrschenden Klassen und ihre Repräsentanten. Aktuell sind dies die Kanzlerkandidaten der Koalition zur Bundestagswahl im Herbst. Gegenstand der Witze ist allerdings auch der um diesen Prozess vorhandenen Irrsinn parteipolitischer Entscheidungen bei der CDU/CSU (Maaßen!). Die Peinlichkeiten der betroffenen Minister und ihr Verhalten in den Untersuchungsausschüssen für das Verkehrs-, Wirtschafts- und Finanzministerium stehen als Dünger der Witzentstehung zur  Verfügung. 

Koalitionsabgeordnete der aktuellen Regierung treffen sich beim abendlichen Drink an der Bar. Nach dem Plausch übers Wetter kommt beim steigenden Alkoholpegel unweigerlich die Frage: “Na – Suchst Du Auch Pöstchen?” Mit dem letzten Rest an Moral kommt dann leicht entrüstet die Antwort: “Mit dieser ehemaligen Partei will ich nichts zu tun haben!” Als Mitglied der Werteunion sei er dankbar für den potenziellen Partner und dessen rechten “Arm für Deutschland”.

Telefonanruf bei einem CDU/CSU-Mitglied und Wähler: “Hallo, ist dort Kunz?” tönt die Stimme aus dem Lautsprecher. “Wen wollen Sie sprechen?” “Kunz, sind Sie Familie Kunz?” “Nein, mein Name ist Hinz!” Enttäuschung klingt auf der anderen Seite mit: “Na, dann habe ich falsch gewählt.” Schlussworte des CDU/CSU-Wählers: “Das haben wir wohl alle gemacht!” 

Auch nachstehender Witz ist mit seiner Struktur jederzeit an die jeweilige politische Begebenheit und ihre Figuren anpassbar. 

“Wenn Söder, Laschet, Merz und ihre Entourage aus Lobbyisten und Unternehmensverbandsvertreter auf einem Schiff drohen unterzugehen, wer wird dann gerettet?” Antwort: “Deutschland!”  

 

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

Kommentare sind geschlossen.