Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Die neoliberale Umdeutung des Begriffes “Generationengerechtigkeit”

Es ist wie immer, die Kohorten des Neoliberalismus – auch durch die Gesinnungsethik bei den Wissenschaftlern und Juristen zu finden, die den Neoliberalismus in ihre Theorien eingebaut haben  – beginnen zunächst mit der Umdeutung der Begriffe. So wird jener Begriff der „Generationengerechtigkeit“, der für den Bereich des Klimawandels in der Tat berechtigterweise seitens des Bundesverfassungsgerichtes eingebracht wurde, auch übertragen auf einen anderen Bereich. Er wird genutzt zum Angriff auf das Rentensystem und dessen Grundprinzip der Solidarität. Das Interesse der Neoliberalen an der Zerstörung des Solidarprinzips und an dessen Ersetzung durch private Altersvorsorgemodelle ist besonders groß.

Und wie immer agieren die neoliberalen Vertreter damit, dass sie auch auf das Rentensystem den Begriff der „Generationengerechtigkeit“ anwenden, um Druck auf die Menschen auszuüben. Aber anstatt auf die tatsächlich vom Privatrentensystem profitierenden Gesellschaftsgruppen Einfluss zu nehmen, hetzten sie die Betroffenen gegeneinander auf. Neoliberale Parteien wie die CDU/CSU benutzen dann das Narrativ von der „Generationengerechtigkeit“ verquer dafür, das Rentenalter weiter rauf zu setzen.

Alternativ wäre dagegen die Regelung notwendig, das bestehende solidarische Prinzip der Renten zu stärken, in dem alle – die Freiberufler, die Vermögenden, die Unternehmer und alle, die Einkommen aus Kapital und Eigentum, das über die Selbstnutzung hinausgeht – mit ihren Beiträgen das bestehende Rentensystem erhalten könnten, ohne die Drohkulissen von „länger arbeiten müssen“ bei „gekürzten Renten“ aufzubauen! Generationengerechtigkeit in diesem Sinne würde auf Solidarität setzen, anstatt auf Privatisierung! 

Nicht umsonst ist die Vertreterin eines philosophischen Egoismus neoliberaler Provenienz Ayn Rand, wieder hoch im Kurs bei den Profiteuren des Neoliberalismus. 

Zitat:

“Wenn irgendeine Zivilisation überleben soll, müssen die Menschen die Moral des Altruismus ablehnen.” Ayn Rand

„Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft”.
Zitatende 

Nach diesem Verständnis sind die zurückgetretenen Geldeinsammler und Profiteure im Maskenskandal der CDU/CSU  moralisch die “Guten”, die “Stützen der Gesellschaft” (*) und exemplarisch für die Mitglieder der “Achse des Guten”!  Und Trump ist in diesem Universum der “Göttervater”?

Nur das ist echt zum “Schämen”, Frau Basad

Durch die Verinnerlichung des Neoliberalismus in allen Lebensbereichen und seine Auswirkungen auf die Individuen mit ihren Egoismen erfolgt dann das weltweite Versagen der Regierungen in der Pandemie. Das verheerende Management zur Bewältigung der Pandemie ist Ausdruck der vom Neoliberalismus (Urkapitalismus) geleiteten Gesinnung und Handlungsanleitungen á la “Kosten-Nutzen-Verhalten” nach dem Motto: “abwarten ist kostengünstiger als schnelle Reaktionen wie Aufbau eigener Produktionsstätten für Medikamente, Hilfsmittel zum Schutz vor Ansteckung etc. oder die schnelle Ausstattung von Schulen, um AHA-Regeln umsetzen zu können und die Zeiten des Lockdowns von Schulen dafür zu nutzen!

Ergänzung vom 16.05.2021

(*) Auf der Liste der Bundestagsabgeordneten, die bestätigt und im Verdacht stehen, mit Maskendeals ebenfalls in einen Skandal verwickelt zu sein, steht auch Christian Lindner (FDP). Wiedergewählt als Vorsitzender einer Partei, die als einzige Option zur Gestaltung der Ökonomie den Neoliberalismus schon seit Jahrzehnten die Fahne hochhält. So kommt jetzt schon das wichtigste Motto ihres Wahlkampfes über die Lippen ihres Vorsitzenden: “Keine Steuererhöhung”! Dass diese kommen wird, ist aber so sicher wie das Amen in der Kirche. Nur soll die Klientel der FDP davon freigestellt bleiben. Erbschaftssteuer oder Vermögenssteuer oder Transaktionssteuer sollen auf keinen Fall die gutsituierten Profiteure des Neoliberalismus nicht treffen. Und so zielt diese wirtschaftsliberale Partei FDP auf die bisherigen Wähler der CDU/CSU, die sich dort nicht mehr aufgehoben fühlen. Mit einer erstarkten FDP würden Koalitionsverhandlungen mit anderen Schwerpunkten auf jeden Fall scheitern!

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