Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Warum die Flucht in die innere Freiheit verständlich ist – Von der Notwendigkeit der Problemlösung in heutiger Zeit

Auf der Suche nach der blauen Blume – Rückzug in romantisierende Vereinzelung

„Das Wesen der Romantik ist die Ungewissheit.“ – Oscar Wilde

„Jedes Mal, wenn die Romantik sich einer Sache bemächtigt und Gloriolen um sie webt, dann ist deren Zeit schon vorüber, und die Sehnsucht nur macht aus der Erinnerung einen wünschenswerten Zukunftstraum.“ – Carl von Ossietzky

Während Trump weiterhin sein Unwesen und seine Brandstiftung bei den rechtsnationalistischen Massen treibt, agiert Elon Musk nach typischer US-neoliberaler Art und tobt sich mit seinen größenwahnsinnigen Machtphantasien im erdnahen Orbit aus. 

Die Rücksichtslosigkeit, die beide Figuren zeigen, wird allerdings auch von anderen „Mitspielern“ praktiziert. 

Wer aufmerksam und mit Distanz das politische Treiben von KanzlerkandidatenInnen, Regierungsmitgliedern und Abgeordneten betrachtet, der kann angesichts der Vergehen und Verfehlungen sowie dem Versagen im Funktionsamt oft genug nur Ohnmacht empfinden. Ohnmacht, weil lokale wie globale Machtstrukturen eine Veränderung dieser Zustände unglaublich schwierig machen. Die parallel dazu sichtbaren Wertemissachtungen führen gleichzeitig dazu, dass die Verursacher dieser Verhältnisse keine Skrupel mehr haben, am Amt zu kleben und ihre negativen Handlungen ungestraft fortzuführen.

Empörungen darüber sind nachvollziehbar, weil Gerechtigkeit verhindert wird, Demokratien aufs Spiel gesetzt werden, Menschenwürde und Menschenrechte mit Füßen getreten werden, Toleranz und Solidarität verschwinden und die Gleichgültigkeit gegenüber dieser Entwicklung zu noch mehr Egoismus und Menschenfeindlichkeit führen. Ablesbar wird dies auch an der Bereitschaft zur mehr Konfrontationen, Gewaltbereitschaft und der Steigerung der Kriegsgefahren.

Die emotionalen Auseinandersetzungspiralen in den sozialen Medien sind für die zuvor beschriebene Entwicklungen ein weiteres Indiz dafür, dass auf Vernunft gegründetes Denken und Handeln unter Einbezug von menschenfreundlicher Werteorientierung (Achtung des Mitmenschen, Solidarität und Teilen, Ausbau der Daseinsfürsorge [Wohnen, Existenzsicherung, Gesundheit, Bildung, Freiheit], Heranziehung des leistungslosen Einkommens in die Besteuerung, Schließen der Steuerfluchtmöglichkeiten etc.) vernachlässigt und zurückgedrängt wird.

Stattdessen werden Emotionen durch Brandstifter à la Trump, Erdogan und Konsorten geschürt, die Ausgrenzung und Hass und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit steigern. Zur gleichen Zeit erfolgt eine Vereinzelung der Emotionen als Entscheidungsbasis, in dem sich jeder seine Emotionsformen bastelt, die auf seine sozialisationsbedingten, subjektiven Erfahrungen beruhen und als „Wahrheit“ verstanden werden.

Anders formuliert: Emotionen und individuelle Gefühle entsprechen in diesem Verständnis immer dem subjektiven Erkenntnishorizont und ordnen danach geleitet die Ereignisse im Umfeld(privater wie öffentlicher Natur) in ein solchermaßen entstandenes Schema von Werten und Wichtigkeit ein.

Aus einer solchen Gemengelage entsteht der emotionale Brei, der die Teilnehmer für die Bewegung der sogenannten „Querdenker“ generiert. Wenn derartig höchst emotionalisierte Menschenversammlungen entstehen, deren einzige Gemeinsamkeit in undifferenzierter Emotionalität bestehen, dann wird verständlich, warum diese leicht manipulierbar werden. Diesen Effekt machen sich sowohl die Anbieter der privaten Fernsehsender mit ihren unsäglichen TV-Formaten wie auch politisch, wirtschaftlich und religiös fragwürdige Propagandisten für ihre Machtgelüste zu Nutzen.

Auf der Strecke bleiben sowohl die freiheitsorientierten Gesellschaften, wie auch die Staatsformen der Demokratien.

Welche Hoffnung auf Änderung oder Verhinderung o.g. beschriebener Entwicklungen können wir noch haben? Wie muss politisch gehandelt werden? Welche Ethik und welche moralischen Werte sind relevant für diese Ziele? Wie können wir die Macht einzelner beschränken, die den Menschen nicht guttun? Wie werden wir die Figuren gewaltlos wieder los, die der Gesellschaft und dem Staat Schaden zufügen?

Diese Fragen stellen sich die Menschen seit Jahrtausenden schon. Philosophische Konzepte haben darauf Antworten zu geben versucht. In den nachfolgenden Beiträgen werden einige davon vorgestellt, um zu schauen, welche Teile davon heute noch hilfreich sein können.

 

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