Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

George Lukács – oder Natur ist eine gesellschaftliche Kategorie

„Jedes Naturgesetz, das sich dem Beobachter offenbart, lässt auf ein höheres, noch unerkanntes schließen.“ – Alexander von Humboldt

„Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß.“ unbekannter Graffiti-Autor

Natur ist sowohl eine gesellschaftliche, wie wirtschaftliche und politische Kategorie. Auf globaler Ebene ist die Gefährdung der Weltmeere und ihrer Lebewesen durch Plastik Müll, Ölkatastrophen und den Schiffsverkehr  ebenso real wie das Schmelzen der Polkappen als Folge der menschengemachten Klimaveränderungen. 

Die Folgen des Gülletourismus auf regionaler Ebene in Form der Grundwasserbeeinträchtigungen ist ebenso real, wie die Ausbeutung der Bodenschätze und die damit verbundenen Zerstörungen der Natur. Das Abholzen der Urwälder am Amazonas ist exemplarisch für negative Entwicklungen der dort lebenden  Menschen, der Flora wie Fauna. 

Was wir heute im Zusammenhang mit der Natur denken, ist in der gesamten Bandbreite – als lebensbedrohliches Virus bis hin zu  Lebensraum vernichtende Klimaveränderungen – eine gesellschaftliche, (Menschen, die wie die „Friday for Future-Bewegung“ als Forderung zur Veränderung sich manifestiert), wirtschaftliche (Profitgier und Zerstörung oder Versuch, im Einklang mit der Natur zu leben) sowie nicht zuletzt  politische Kategorie (Parteien, welche die Folgen der Klimaveränderungen zum Kern der Identität machen), die das Denken und Handeln beeinflusst. 

Natur ist die Bezeichnung für Bereiche der Wirklichkeit, die sowohl durch menschliches Handeln beeinflusst werden, sowie parallel ohne menschliche Beeinflussung existieren und sich der Steuerung des Menschen entziehen. Natur in diesem Sosein ist nicht ohne die Wechselwirkungen mit der Kulturgesellschaft mehr zu verstehen und ist somit nicht mehr  nur ein Gegenbegriff zu Kunst und Kultur. Das Covid19-Virus ist Beleg dafür, dass die Natur – trotz aller Naturwissenschaften – Kultur verändern und beenden kann. 

Der Mensch kann nicht ohne die Natur sein, die Natur jedoch kann ohne den Menschen sein. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Leider hat der Mensch Mittel ersonnen, sich und die Natur vollkommen zu zerstören (atomarer Overkill). Die Natur selber ist dazu jederzeit auch in der Lage, vor allem wenn die kosmische Dimension und über die Grenzen des Planeten hinausgehende Natur einbezogen wird. 

Der Mensch in seiner Vermessenheit, „sich die Erde untertan zu machen“, hat längst den Respekt vor der Natur verloren. Auch den vor der eigenen Art! Rassismus als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Sklaventum als Ausformung der entfremdeten Arbeit in den Arbeitsprozessen und Produktionen der Textilindustrie (Lieferkettengesetz-Verwässerung)  und Selbstzerstörung sind Ausdrucksformen dieser Respektlosigkeit. Dies geht bis zur Selbstausbeutung in westlichen und industriellen Arbeitsgesellschaften. 

Die Ökologie wird noch immer von der herrschenden Form der Ökonomie (Neoliberalismus) unterjocht. Selbst die Pandemie wird nichts an diesem Zustand ändern, wenn die alten Machtinhaber bei der nächsten Bundestagswahl die Oberhand behalten. 

Das Sterben der Biene wird gedankenlos hingenommen. 

 

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