Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Freiheit, Verantwortung, Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit

Zu den Demos der „Ver-Querdenker“

„Freiheit ist nicht vorhanden, wenn die Freiheit des anderen nicht mitgedacht wird.“

»Leere Dosen machen den meisten Lärm.« / „Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!“ Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Teilnehmer der Demos in Berlin an Graffiti-Zitaten mit obigen Inhalten bei ihrem illegalen Zug durch Berlin vorbeimarschiert sind. Und ebenso würde kaum es kaum verwundern, wenn sie auch von „Freiheit“ faseln würden, die sie sich nehmen würden.

Nur ist es wirklich Freiheit, die sie als Freiheit meinen? Klar, Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht. Freiheiten im Handeln sich zu nehmen, welche die Freiheit der anderen Menschen in der Gesellschaft nicht berücksichtigt, das ist eher als Gefährdung der Freiheit zu betrachten.

„Der Tod ist gewiss, nur nicht die Stunde, die Art und die Ursache nicht!

Freiheit besteht darin zu wissen und zu beurteilen, was wir beeinflussen können! Und zu akzeptieren – aufgrund des Wissens – was nicht in unserer Macht steht (wie z.B., wann wir sterben werden!).

Freiheit heißt, frei in Gedanken und in der Meinung sein zu können. Gedankenfreiheit und Meinungsfreiheit, letztere setzt eine Staatsform wie die der Demokratie voraus, sind Ausdruck von Freiheit. Meinungsfreiheit bedeutet, Vorgänge, Handlungen und Aussagen auch beurteilen zu können. Etwas beurteilen zu können, setzt wiederum Bildung in Form von Wissen, Können und Erkennen voraus. Wer Bildung ablehnt, nicht nutzt oder verhindert, macht sich und andere unfrei. Wenn also Bildung verweigert wird – wobei Begrenzungen durch Rahmenbedingungen (fehlende Ressourcen, dreigeteiltes Schulsystem etc.) gegeben sind, wie sie durch Staatsführung oder politischen Willen bedingt werden – lässt Unfreiheit zu.

Freiheit kann zur Illusion werden, wenn geglaubt wird, statt zu wissen. Freiheit ohne Wissen und ohne die Begründungszusammenhänge für ein Handeln zu kennen, ist Täuschung. Freiheit setzt Aufklärung, Faktenwissen und Erkenntnis der Zusammenhänge voraus. Wichtig ist zu wissen, warum ich mich für eine Handlung entscheide. (z.B. an den ungenehmigten Demos der „Querdenker“-Demos teilzunehmen aufgrund von Narrativen der eigenen Filterblase) Dafür muss jeder die Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen dafür tragen!

Wenn Selbst- und Fremdtäuschungen wohlbegründete Entscheidungen, Wissen und Gewissen ersetzen, dann sind Manipulationen Tür und Tor geöffnet. Statt Gewissheit wird etwas „fürwahr“ genommen. Nicht selten ersetzen Emotionen dabei das Bewusstsein. Die Masse reißt den Einzelnen mit und eigenständiges Handeln wird abgegeben und durch blindes Tun ersetzt.

Freiheit setzt bewusste Erkenntnis und Entscheidung voraus. Aufgeklärtes und freies Denken geschieht in der Öffentlichkeit nur ohne religiöse, pseudo-moralische und propagandistische Zwänge. Weil Despoten und Brandstifter diese Form von Freiheit nicht zulassen, wird sie ersetzt durch Manipulation und Propaganda mit Inhalten der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, Vorurteile, Ausgrenzung (Rassismus/ Antisemitismus),  von Hass und Gewalt.

Freiheit ist nur da, wo Menschenwürde beachtet, Toleranz praktiziert, Gewaltfreiheit das Zusammenleben prägt und die Grund- und Menschenrechte in einem Staat umgesetzt werden.

Politik und Wahlprogramme, die dazu keine Aussagen machen, wie dies geschehen kann, sind mit großer Skepsis zu betrachten. Wer jedoch stattdessen Symbolik bemüht, wie Laschet in Warschau beim Gedenken an die Vernichtung der Stadt und der dort lebenden Menschen durch die Nazis in Form einer Kranzniederlegung – und gleichzeitig eine Amnesie zur eigenen Partei-Geschichte zeigt, weil von Adenauer und seiner CDU die gleichen Täter aus Nützlichkeitserwägungen „freigesprochen“ und Amnestie erteilt wurde und  sie in der Bürokratie und Staatsverwaltung der Adenauer-Ära in leitenden Stellungen (Globke als rechte Hand Adenauers!) ihre Gesinnung weiter praktizierten konnten, dann kann vor dieser Doppelmoral und Scheinheiligkeit  nur gewarnt werden und diesem CDU-Kanzlerkandidaten nur größtes Misstrauen entgegengebracht werden.

Auch auf diesem Feld plagiiert Laschet: Er macht sich (wie Baerbock) größer in seiner Bedeutung, als er in Wirklichkeit ist. 

image_pdf(c) JvHSimage_print(c) JvHS

Kommentare sind geschlossen.