Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Der junge Armin, der Junge namens Armin – Titel wie beim TV-Format der BBC: der junge Inspektor Morse

Nein, es ist nicht Armin, der Cherusker, von dem hier die Rede sein wird. Auch wenn das teutonisch Konservative in der Variante „Erz-“ zahlreich zu entdecken ist wie in den Bezügen: erz-katholisch, erz-reaktionär.  Immer auch essenziell mit dem Begriff: fundamentalistisch verbunden. Auf gleicher Ebene steht dann auch die Vorsilbe „neo“ wie in Laschets anderer Fundamental-Kategorie: neoliberal= erz-kapitalistisch! 

Im Kommentar zur Person namens Armin Laschet auf diesem Blog stand sein Profil im Mittelpunkt des Textes. Heute veröffentlicht die TAZ zur gleichen Personalie ein doppelbödig gestricktes Geflecht. Der Leser wird gefordert, zwischen den Zeilen zu lesen. Und ein geschriebenes Lob lässt gleich die Frage auftauchen, ob es ein wirkliches Lob sei?

Die Doppelbödigkeit der geschriebenen Bilder ist als solche nicht direkt erkennbar. Die Möglichkeit, sich im Geflecht zu verstricken und zu verfangen, auch ablenken zu lassen, ist potenziell groß. Und auch hinter die kaleidoskopartig beschriebene Personal-Landschaft  zu schauen ist durchaus verwirrend, wenn gleichzeitig durchs Gestrickte mit seinen Durchbrechungen geschaut werden kann. 

Insgesamt ein forderndes Stück Biografie, das dennoch Klarheit verschafft, wessen geistig-moralisches Kind bei dieser Personalie fassbar wird. 

Ein roter Faden zu Armin Laschet wird im TAZ-Artikel des Aachener Autors Bernd Müllender erkennbar, der – wie folgt – gesponnen ist:

  • schon früh als Politiker ein Blender
  • weder eine äußerliche, noch eine innere Größe – obwohl anscheinend  in 50ster Generation ein Nachkommen von Kaiser-Karl-der Große;
  • Zitat: „Laschets Motto lautete schon ganz früh: „20 Prozent Sein, 30 Prozent Schein, 50 Prozent Schwein.“ (So berichtet in der Laschet-Biografie „Der Machtmenschliche“ sein Jugendfreund Heribert Walz).“ Quelle: TAZ vom 02.08.2021;
  • Karrierist und Netzwerk gebunden in Burschenschaften und im Opus-Dei-Dunst; (da erscheint seine Aussage auf die Frage, wie er zu den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche  stehe und ob es nicht an der Zeit sei, endlich diese unter weltlicher Gerichtsbarkeit zu stellen, antwortete, das sei nicht nötig, das solle die Kirche unter sich ausmachen… in einem völlig anderen Licht!)
  • selten nachdenklich, immer (partei- linientreu) – Aussage eines Mitschülers 
  • normale Schulkarriere (Sitzenbleiber im weltlichen Gymnasium, wechsel zum Erzkatholischen Pius-Gymnasium: ob dort die praktisch gezeigten Skills: Karnevalssitzungen leiten, Benefizkonzerte organisieren und Theaterspiele zentrale Fertigkeiten zum Erhalt des Abiturs waren, bleibt offen)
  • sich größer machen, als man ist, das ist wohl ein Aachen-Hautevolee-Gen; vielleicht bedingt aus der Tatsache, dass gerne das provinzielle übertüncht werden will und ein bisschen Großstadtwunschdenken  dahinter steht; schon von Kaderschmiede beim Pius-Gymnasium sprechen zu wollen und als Beleg auf „Größen“ wie dem Gerne-Ministerpräsident-sein-wollenden Thomas Kemmerich (FDP) als ehemaligen Pius Schüler zu verweisen, entspringt wohl eher der kleinbürgerlichen Provenienz.
  • Laschet als Bundeswehrfreund war nicht tauglich für den Wehrdienst (Zitat: … hatte Rücken…“); aber nicht tauglich für die Bundeswehr zu sein, das bekamen auch Bundesligaspieler der Alemannia Aachen bescheinigt, die dann Profispieler wurden;
  • und auch der „Öcher Klüngel“ scheint ein wenig provinzieller, als der „Kölsche Klüngel“ zu sein, aber keineswegs weniger dünkelhaft;
  • Berater und Wahlkampfeinflüsterer Nathanael Liminski als radikaler Opus-Dei-Trojaner 

Fazit: kleine Männer zu unterschätzen, das ist gefährlich für die Gesellschaft wie für das Land; vor allem, wenn die Gesinnung der Kohl’schen geistig-moralischen Wende einen weiteren Schub in Richtung Seilschaften mit erz-reaktionären Fundamentalisten des Opus Dei erhält. 

Es wird ein Profil erkennbar, das nicht den Erfordernissen des Kanzleramtes gewachsen zu sein scheint. Zudem zeigt die bisherige Erfahrung, dass ein Wechsel der so lange führenden und bestimmenden Partei in der Regierung unbedingt geraten ist. Nach mehr als drei Jahrzehnten an der Macht in den letzten 40 Jahren sind die unweigerlich gewachsenen Strukturen der Unbeweglichkeit, der Verkrustungen und des Veränderungsstaus nur änderbar, wenn die CDU/CSU in der Opposition sich erneuern und hinterfragen kann.

Aufgrund der sich noch bietenden Alternativen scheint das geringere Übel als einzige Wahlmöglichkeit sinnvoll zu bleiben: Dies ist anscheinend als stärkste Personalie der  Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Wer diese Wahl will, muss seine Partei stärken und wählen. Eine Koalition aus SPD, Grüne, Linke und den Teilen der Sozialliberalen in der FDP würde nicht nur Armin Laschet verhindern, sondern auch den BlackRock-Adepten Friedrich Merz, den Einfluss von Opus-Dei  und die Versager der CSU-Minister. Dem Klimaschutzthema, der Steuergerechtigkeit, dem Solidaritätsgedanken und anderen Feldern der Daseinsvorsorge käme dies zugute.

 

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