Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Gedankensplitter – Katastrophen und Identität

Verhüllt und eingesponnen = ausgesaugt und vertrocknet!

„»Die Bosheit war sein Hauptpläsier, drum« – spricht die Tante – »hängt er hier!«“ – Wilhelm Busch, Hans Huckebein

„Tugend will ermuntert sein, Bosheit kann man schon allein!“ – Wilhelm Busch, „Plisch und Plum“

„Wer die Enge seiner Heimat ermessen will, reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte.“, Kurt Tucholsky

„Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden.“ – Kurt Tucholsky,

„Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut.“ – Kurt Tucholsky

„Macht hat Legitimität nur im Dienst der Vernunft. Allein von hier bezieht sie ihren Sinn. An sich ist sie böse.“ – Karl Jaspers

Bösartigkeit beeinflusst jeden!

Wenn Identität aufgebaut wird auf fehlendem Wissen, Gier, Intoleranz und Angst, denn hat Boshaftigkeit freie Bahn.

Freiheit hat dort ihre Grenzen, wo sie die Freiheit des anderen einschränkt. Freiheit hat keine Chance als Menschenrecht sich zu etablieren, wenn die Grundrechte missbraucht werden. Freiheit ohne die Freiheit des Gegenübers mitzudenken, ist der Beginn der Unfreiheit.

Perfider geht Manipulation von Gesinnung und Geisteshaltung nicht, als einen Henryk M. Broder mit Tucholsky gleichzusetzen. Broder als modernen Tucholsky zu bezeichnen, ist die Spitze der Verfälschung der Geschichte und eine postmortale Beleidigung Tucholskys. Die Grenzen der Toleranz sind dabei längst überschritten. Es wird zum exemplarischen Beispiel der Manipulation von Gesinnung, die zu Spaltung und Destabilisierung der Gesellschaft führt. Wer glaubt, Broders Achsen-Plattform sei die „Weltbühne„, der glaubt auch, Sirenengeheul sei ein neuer Aufruf zur Gemütlichkeit. 

Das Prinzip der Konkurrenz schafft eine Haltung, die Kategorien wie Solidarität, Empathie, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Diskursfähigkeit verhindern. Die Algorithmen der sozialen Medien und Nachrichtenverbreitung schaffen eine Dis-Kultur, die zu Polarisierung führt. Das Zuhören und die Bereitschaft zum Nachdenken werden verdrängt durch die Fesselung in den Filterblasen der Identitätsmärchen. PR-Maßnahmen und Propaganda-Methoden leiten zur Bekämpfung des Anderen. Hass und Gewalt gegen Gruppen mit anderer Identität (religiöser oder ideologischer Art) sind überwiegend auf dem Vormarsch und bestimmen den Stil des Miteinanderumgehens. Die Ausweitung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ist das Ergebnis dieser Wettbewerbe.

Die Technologien der modernen Medien fördern die Wirkung, dass die extremen Art und Weisen immer sichtbarer als „Erfolg“ verkauft werden. Die gemäßigten und mitfühlenden Weisen der Selbst- und Fremddarstellung geraten immer mehr in den Hintergrund und verlieren ihre Wirkung.

Extreme Gesinnung wird „belohnt“, weil die Übersättigung mit Informationen die Menschen überfordert und die Differenzierung und Komplexität als Einflussgrößen vom Extremismus als Methode verdrängt werden. Mäßigung, Bedächtigkeit und Gelassenheit sind Tugenden, die von der Vermarktung überbordender Emotionen in die Unsichtbarkeit verbannt werden.

Die Ökonomisierung aller menschlichen Bereiche, sprich, die Profitorientierung aller Lebensbereiche als Motivation für die Produktion von Unterhaltung ist ebenso auf extremste Formen und  Entäußerung (TV-Formate des Privatfernsehens) fokussiert wie die Ausweitung von Macht durch gesellschaftliche Gruppen (Wirtschaftslobbyisten, Parteien, Weltkonzerne, Staaten).

Das Leid der Menschen, ausgelöst durch Pandemien, durch Kriege und durch Verdrängungswettkämpfe erschöpft die Menschen und entleert ihre Mitgefühlsfähigkeit. Aber jede neue Katastrophe – wie bei den Flutkatastrophen – schafft kurzfristig wieder Hilfsbereitschaft, wie in den Überflutungsgebieten sich gezeigt hat. Die Menge der Ereignisse aber führen zur Mitgefühls-Erschöpfung. Der hilfsbereite Mensch zieht sich zurück und hat dennoch nicht – ohne große Selbstdisziplin – die Chance, sich der Flut der humanen Katastrophen zu entziehen. Der Rückzug in untätiges Verharren ist aber keineswegs ein Ausweg aus dem Dilemma.

Was kann und darf der Mensch noch hoffen? 

Vielleicht, dass in der Politik das Gieren nach Macht der Verantwortungsethik gegenüber dem Souverän weicht und die Inhaber der Macht auf Zeit der Gesinnung entsagen und durch Transparenz, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit ihren Verpflichtungen nachkommen. In der Zusammenfassung: René Descartes Aussage mit anderem Handeln verantwortungsethisch widerlegen. 

„Wenn auch die Fähigkeit zu täuschen ein Zeichen von Scharfsinn und Macht zu sein scheint, so beweist doch die Absicht zu täuschen ohne Zweifel Bosheit oder Schwäche.“ – René Descartes 

Ergänzung

Gedankensplitter – Katastrophen und Identität oder die Ideologen sind immer nur die anderen! 

Welche Hoffnung braucht der Wähler sich nicht mehr zu machen? Die, dass das Selbstbildnis der CDU/CSU von Wahrhaftigkeit und Selbsterkenntnis geprägt ist. Denn die Ideologen sind immer nur in den anderen Parteien!

Und wenn der Wahlkampf ohne Inhalte und wegen der falschen Kandidaten mal schlecht läuft, dann werden die ideologischen Phrasen eben wieder aktiviert:

  • Motto und Slogan: Rote Socken nehmen uns die Freiheit (… zum Kungeln mit der Wirtschaft und den Vermögenden)

Und wenn das nicht reicht, dann eben mit angstbesetzten Androhungen und Propaganda! (Download-Link zur Analyse der Bildrhetorik im CDU-Wahlkampf)

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