Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Politische Führung in Zeiten der Krisen und des Wandelns – sowie der Wert der Wahrheit und des Vertrauens

„Wir müssen uns klarmachen, daß alles ethisch orientierte Handeln unter zwei voneinander grundverschiedenen, unaustragbar gegensätzlichen Maximen stehen kann: Es kann »gesinnungsethisch« oder »verantwortungsethisch« orientiert sein.“ – Politik als Beruf, 1919

„Ethik ist ins Grenzenlose erweiterte Verantwortung gegen alles, was lebt.“ – Albert Schweitzer, Kultur und Ethik, Kap. 21

„Ethisch werden heißt, wahrhaft denkend werden.“ – Albert Schweitzer, Kultur und Ethik

„Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.“ – Albert Schweitzer, Verfall und Wiederaufbau der Kultur

Die ethischen Normen, die einen Orientierungsfaden für die Gemeinschaft und Solidarität gewährleisten, sind heute atomisiert und auf die Verwertungsinteressen der einzelnen Subjekte reduziert worden. Während Max Weber Gesinnungsethik als Form der „guten“ Absicht verstand, sowie Verantwortungsethik als Konzentration des Handelns auf „gute“ Folgen unterschied, ist Gesinnung verkommen als Handeln im Sinne einer bestimmten Seilschaft mit dem Schwerpunkt, an den Vorteilen der Macht zu partizipieren. Gesinnung begleitet heute der Geruch des Korrumpiertseins und die Nähe zur Korruption. (Beispiele dafür sind zuhauf bei den CDU/CSU-Abgeordneten zu finden, wie in der Kabarettsendung „Die Anstalt“ grafisch nachvollziehbar dargestellt wurde.)  

Vereinfacht gesprochen, ist Gesinnungsethik verzerrt nur noch als Egoismus im Privaten und bei den Egomanen in Wirtschaft und Politik als überwiegendes Profil zu finden, die mit ihrer Konzentration auf das materialistische Haben auch für Maßlosigkeit statt Nachhaltigkeit stehen.

Der Blick auf die Gesamtheit der Gesellschaft interessiert nicht mehr, welche eine wesentliche Voraussetzung für eine Verantwortungsethik ist. Weitere Grundlagen für diese Ethik sind Freiheit (auf der Grundlage der Menschenrechte), Selbstbestimmtheit aufgrund staatlicher Daseinsvorsorge und ernsthafte Umsetzung des Gemeinwohls, sowie die Stärkung der Mündigkeit aller Mitglieder der Gesellschaft durch Bildung und Mitbestimmung.

Weil diese Voraussetzungen bei der CDU/CSU und bei seinem Führungspersonal nicht zu finden sind, ist die Notwendigkeit zur Abwahl aus der Regierungsverantwortung gegeben.

Jede Wahlalternative muss an den genannten Kriterien ebenfalls gemessen werden. Wichtig ist zudem, dass neben dem Zutrauen, wer – vielleicht als kleinstes Übel – die anstehenden Veränderungen wie Klimawandel, Bildungsgarantie, Abbau der Privatisierungen, Senkung der Kinder- und Altersarmut am besten bewerkstelligen kann, auch geprüft werden muss, wer im Zuge der temporären Übertragung der Macht das Vertrauen verdient. Die Parteien, die wie die CDU/CSU, die FDP und die AfD als Vertreter des Neoliberalismus sich darstellen, sind es nicht, denen das Vertrauen ausgesprochen werden kann.

Denn Vertrauen heißt, einer Partei und ihrem Personal „die Sorge um die o.g. gesellschafts- politischen Kernthemen“ zu überlassen, die der Gesellschaft am Herzen liegt und aus wissenschaftlichen Erkenntnissen zügig und unter gerechter Verteilung der Lasten erfolgreich umgesetzt werden müssen!

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