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Späte Reue und Einsicht? – Mit-Initiator von #allesdichtmachen mit neuer Erkenntnis in Sachen Corona-Erkrankung

Im Kommentar zur Argumentation der Akteure von „#allesdichtmachen“ ist auf diesem Blog hier und hier Stellung bezogen worden. 

In dem Bericht auf Zeit-online vom heutigen Tag nimmt Jan Josef Liefers Bezug auf seine neuen gewonnenen Erkenntnisse, die er im Rahmen eines Kurz-Einsatzes als Praktikant auf einer Corona-Intensivstation gewonnen hat. Was man Liefers zugute halten kann, ist seine Bereitschaft sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen und sich aufgrund seiner Erfahrungen neu zu positionieren. Es ist zudem für alle Coronaleugner und Impfgegner ein Weg, den Unterschied von analytischen Aussagen und synthetischen Aussagen zu verstehen. 

„Alle Corona-Intensivpatienten sind als Menschen an Corona erkrankt.“ Das wäre eine analytische Aussage und nach Kant auch eine „a priori-Aussage“, die aufgrund der Vernunft nachvollziehbar ist.

„Manche Corona-Intensivpatienten schielen.“ Das ist eine synthetische Aussage und eine „a posteriori-Aussage“, die aufgrund der sinnlichen Wahrnehmung erfolgt ist. In Bezug auf die Corona-Erkrankung ist sie unerheblich, auch wenn sie eine weitere Information über diese Intensiv-Patienten enthält.

Wer bei letzterer Aussage sich nicht selber vom Schielen überzeugen kann, in dem er diesen Menschen in die Augen schaut, kann den Wahrheitsgehalt dann nur vermuten, wenn er sich auf die Aussage von anderen verlässt, der behauptet, er habe genau das getan. 

Kant hat nun versucht heraus zu finden, ob es eine weitere Form von Aussagen gäbe, nämlich „synthetische a priori-Aussagen.“ Also Aussagen, die neue Erkenntnisse über die Außenwelt erschließen, allein über den Einsatz der Vernunft und das Denken. Die Empiristen hatten diesen Weg zu Kants Zeiten immer ausgeschlossen, weil nach ihrem Verständnis jedes Wissen nur über die Wahrnehmung der Sinne erfolgen könne. 

Das Dilemma, in dem die Corona-Leugner und Impfgegner erkenntnistheoretisch stecken, spiegelt sich auch im Sprichwort wider: „Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht!“

Auf das Thema Impfgegner bezogen, scheint die Erkenntnisgewinnung religiös-sektiererisch begrenzt zu sein, vor allem in Bezug auf die Begründungsformel: „Das Impfen verändert das Erbgut (Genom)“. 

Ein wenig Satire und Biss sei an dieser Stelle erlaubt, in dem auf den Spruch verwiesen wird, der schon länger kursiert: 

„Wer fürchtet, die Impfung würde sein Genom verändern, sollte das als Chance begreifen.“

 

 

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