Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

FDP – die eigentliche Gefahr für die Demokratie und den notwendigen Regierungswechsel in Deutschland?

„Anbieter und Nachfrager suchen stets – wo immer es möglich ist – Konkurrenz zu vermeiden und monopolistische Stellungen zu erwerben oder zu behaupten.“ – Grundsätze der Wirtschaftspolitik, I. Kapitel (Walter Eucken)

„Die Meinungen der Menschen, ihre geistige Haltung, sind für die Richtung der Wirtschaftspolitik vielfach wichtiger als die wirtschaftlichen Tatsachen selbst.“ – Grundsätze der Wirtschaftspolitik. (Walter Eucken, Sozial-Liberaler)

Die FDP als kleinste der drei Ampel-Parteien hat gerade mal 11,5 % der Wählerstimmen, damit einen Anteil von 22,2 % der Ampelkoalition und 92 Sitze im Bundestag und ist damit erst an vierter Stelle aller vertretenen Parteien im Bundestag. 

Dennoch züngelt diese Partei in beiden Dreier-Koalitionen und spielt sich auf, kristallisierend in der Person des Vorsitzenden Christian Lindner. Eine typisch durch PR-Maßnahmen aufgebaute Figur, mit den ikonografischen Merkmalen der Parfüm-Werbung von Hugo Boss & Co. als überhöhte synthetische Irrationalität des „Erfolgreichen“, geschmückt mit den Begriffen Lässigkeit (Drei-Tage-Bart), Jugendlichkeit (in der Form einer Midlife-Figur) und Männlichkeit (als Exemplar des mittleren Managements und Controllers). Ein Versprechen, das den Neoliberalismus-affinen Studienanfängern aus der Bürgerlichkeit wie die goldene Zukunft erschien.

So wie die geschichtslose und auf Erfolg getrimmte Wunschwelt eines Teils der bessergestellten Jugendlichen sich in den eigenen Blasen der sozialen Medien das „gelingende“ Leben vorstellen, befriedigte die Pseudo-Welt der FDP-Wahlwerbung die Evidenz befreite Wahlentscheidung dieser Generation. Ein „Erfolg“ der Wahlstrategie der FDP.   

Worin besteht nun die Gefahr der Demokratie und der Gesellschaft durch die FDP? Das „Erpressungspotenzial“ der aktuellen FDP-Granden um Lindner in den Koalitionsverhandlungen gegenüber den Partnern der Ampelkoalition ist hoch. Lindner wird es für sich, die Partei-Funktionärsebene und für die Profiteure des aktuell eindimensionalen FDP-Weltbildes (Neoliberalismus-Anhänger) überstrapazierend ausnutzen. Die Drohung mit der Jamaika-Koalition und der unethische Versuch, die CDU aufzufordern, die „Grünen“ herüber zu ziehen auf die Seite einer Jamaika-Koalition und den Verlierern der CDU/CSU mit Laschet  doch durch die Hintertür zur Regierungsmacht zu verhelfen, zeigt die Unfähigkeit der FDP-Führung, über den Tellerrand der egomanisch agierenden FDP-Führung und der engbegrenzten, wirtschaftsliberalen Orientierung zu schauen. Dieser FDP ist ein unredliches Spiel zuzutrauen, indem der von der Mehrheit der Bevölkerung gewählte und gewünschte Wechsel und die Abwahl der CDU/CSU hintergangen wird und das Platzen der Ampel-Koalition eingeplant sein könnte. 

Das ist bekanntes Verhalten der FDP aus dem Jahr 2017. Wer einmal so agiert, dem traut der Skeptiker nicht! Die Aussagen der FDP hinsichtlich der Zukunftsorientierung erweisen sich aus diesen Signalen als heiße Luft. In Wirklichkeit will sie mit den Wahlverlierern der CDU/CSU ein „weiter so wie bisher!“ Dabei ist die Eindimensionalität der Wirtschaftsliberalen längst überholt. Die Sozial-Liberalität war ein wesentlicher Stützpfeiler der ursprünglichen FDP der Nachkriegszeit! Das Drama-Dreieck aus den Positionswechseln von „Täter-Opfer-Helfer“ beginnt scheinbar erst. Mal sehen, ob die Junior-Partner sich wie Erwachsene verhalten können und nicht im Drama-Dreieck gefangen bleiben. 

 

 

 

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