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Das konservative Erbgut im Einflussbereich des Neoliberalismus – Herrenzimmer-Attitüde im Neokonservatismus

Selbstverständnisse in der Politik und Ökonomie

„Es ist schwierig zu beurteilen, ob ein aufrichtiges und ehrliches Verhalten sowie Anständigkeit in der Welt des berechnenden  Politikers  oder eines wachstumsorientierten Unternehmers überhaupt noch Platz finden kann.“ – JWB

Während wohl Mathias Döpfner exemplarisch für den Dünkel und die Skrupellosigkeit des Hayek´schen Neoliberalismus steht, in dem die Herrenzimmerattitüde, bestehend aus dem Zigarrendunst extravaganter Rauchexoten aus dickbäuchigen Humidoren, ihre Bühne hat, steht der jüngere Verschnitt des Neoliberalismus 2.0 – Christian, die Werbekreation – in seinem Dünkel der Döpfner Generation in nichts nach. 

Am Sprachduktus sind dennoch beide im zutreffenden Weltbild des neoliberalen und seilschaftsagierenden Vermögens-Establishment korrekt zu verorten. Dass beide Generationen – ihre Ausbildung und Karriere realisierend – im Geiste der „Kohl’schen geistig-moralischen Wende“ aufgewachsen und beruflich tätig werden konnten, ist Beleg für ihren Einfluss als Teil einer gesellschaftlich privilegierten Gruppe, die der Demokratie Schwächung und der Gesellschaft die gewachsene Spaltung in Arm und Reich bescherte. 

Die Affinität der letzten zwei Generationen von eindimensionalen Berufspolitikern, die weit von der Realität der meisten Menschen entfernt lebend, zum Bütteltum und zu den Privilegien ihrer Kaste, erleichterte die Vereinnahmung der Gesellschaft durch einen kleinen Anteil der Bevölkerung aus Vermögenden und Meinungsmacht-Inhabern. 

Neben den erkennbaren Denkmustern, dem menschenverächtlichen Handeln und der verräterischen Sprache der Journaille wird die irre Ideologie der Ablehnung jeder Solidarität sichtbar, weil die neoliberalen Generationen von Döpfner bis Lindner meint, dass die notwendige Umverteilung von oben nach unten ein Sakrileg sei, die mit allen Mittel zu bekämpfen sei. 

Die Rücksichtlosigkeit in Sachen Durchsetzung der eigenen Ideologie ist wohl beiden Generationen eigen, ebenso wie das Klammern an Positionen. Egal, ob die Eignung dafür vorliegt oder nicht. Denn Anstand ist schon lange kein Kriterium mehr für ihr Verhalten.