Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Kälte II

Die zeitgeistigen Wellenbewegungen gesellschaftlicher Entwicklungen und Werthaltungen lassen die Vermutung zu, dass sich Geschichte wiederholt. Ähnlichkeiten und geschichtliche Bezüge zu den Nazis sind beobachtbar, vor allem, wenn an das Wiedererstarken des faschistischen und rechtsradikalen Verhaltens und das Abdriften von deutschen, europäischen und US-rassistischen und gewaltbereiten National-Konservativen gedacht wird.

In Krisenzeiten besteht erhöhter Erklärungsbedarf für die komplexen und oft nicht nachvollziehbaren Veränderungen. Erklärungsmuster wurden seit Menschengedenken von Religionen oder herrschaftsbedingten Hierarchien den Menschen aufgedrängt, um Leid, Sorge und Ängste zu kanalisieren und Machtgefüge zu etablieren und zu bewahren. Bis heute sind diese Verhalten nachvollziehbar und lassen die Menschen – auch oder trotz Aufklärung und Informationsmöglichkeiten – zwischen Vernunft und Esoterik respektive Glaubensalternativen/ Aberglaube hin- und herpendeln. Das ist in der aktuellen Krise der Pandemie nicht anders. Gerade in solchen Zeiten versuchen Populisten und die Menschen geringachtenden Ideologen von der Unsicherheit zu profitieren.

A-Moral, Narzissmus/Egoismus, Machtgier und Menschenfeindlichkeit haben wieder Konjunktur.

Ayn Rand ist eine solche Figur, die als Idol der Ichbezogenheit das Ringen um eine gerechtere Welt ablehnte, weil es „ausnahmslos auf das eigene Wohlergehen ankomme!“  Diejenigen Menschen, die es nicht schaffen, ihre eigene Existenz zu sichern, egal aus welchem Grunde – meistens Bettler und Kriminelle – seien keine Mitbürger, die Hilfe erwarten dürften, sondern „Parasiten“. Ihre Unfähigkeit zu überleben, zerstöre die Welt derjenigen, die sich alles selbst erarbeitet hätten. Wer Liebe, Respekt, Anerkennung, Solidarität, Empathie erwarte, solle sich dieses verdienen. Das Streben nach Glück – ein Grundbaustein der US-Lebenseinstellung und in der Verfassung verankert – haben nur die verdient, die erfolgreich sind.

Im Finanz-Kapitalismus also jene, die als Erben und als Profiteure ihrer Skrupellosigkeit und sozialen Kälte (mit sozio- oder psychopathischer Energie) und glücklicher Fügungen zu Vermögen und leistungslosen Einkünften gelangt sind. Oder im Rahmen der Parteien-Demokratie das Machtgefüge einer Parteien-Hierarchie für sich nutzbar gemacht haben.

Staaten und ihre Funktionäre, die diese soziopathischen Strukturen verinnerlichen und nutzen, werden ihre Machteinflüsse auch durch Kriege als Mittel zum Zweck vergrößern wollen. Die eigentlichen Feinde der offenen Gesellschaft sind Figuren wie Trump, Erdogan, Putin, Kurz und die neoliberalen Ökonomen à la Zuckerberg, Musk, Bezos  und Politiker á la FDP-Lindner und CDU-Merz.

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