Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Von nützlichen Idioten im taktischen Spiel des Herrn Selenskyjs

„Was für den Selbstsüchtigen gilt, gilt auch für den narzisstischen Menschen. Dessen allgegenwärtiges Interesse ist es weniger, sich Dinge anzueignen, als vielmehr sich selbst zu bewundern.“ – Erich Fromm

„Die Selbstsucht ist die Wurzel aller anderen Verderbtheit.“ – Johann Gottlieb Fichte

 

Der Herr Selenskyj trifft diejenigen, die ihm nützliche Idioten sein können. Er treibt sein Spielchen auf der gleichen propagandistisch-taktischen Ebene wie Putin. Allerdings sind da zwei Figuren, die graduell schon sehr weit auseinander liegen, auch wenn sie sich auf vermeintlich gleichem Boden bewegen:  Selenskyj hat zwar eine Wahl, die aber ist aufgrund des Krieges nicht nur in seiner Hand – er nimmt, was er kriegen kann, um zu dem zu kommen, was er benötigt: Waffen, Waffen, schwere Waffen. Da stehen dann die Moral und die Ethik des diplomatischen Knigge-Katalogs weit, weit hinten an. Erst kommen die Waffen, dann das Fressen, dann die verzweifelte Gegenwehr und dann erst die Diplomatie und die Moral.

„Die Selbstsucht hat das Ziel, aus der doppelten materiellen und psychischen Abhängigkeit herauszukommen. Die Wege, die zu diesem Ziele führen, laufen jedoch alle darauf hinaus, dass jeder auf Kosten aller anderen seine Unabhängigkeit zu erobern sucht. Ansehen, Reichtum, Macht werden erstrebt, weil sie ihren Besitzer unabhängig und andere von ihm abhängig machen.“ –  Jean-Jacques Rousseau

Anders ist es mit dem nützlichen Idioten namens Merz. Er geriert sich als Pseudo-Staatsmann und ist doch nichts anderes als das gierige Huhn, das blind nach den Körnchen pickt, um etwas von dem abzubekommen, wonach er seit der Entmachtung durch Angela Merkel Anfang der 2000er Jahre wie ein Verdurstender hinterherhechelt. Unter dem Deckmäntelchen des „Patrioten“ bezeugt seine Ukraine-Reise nichts anderes als den platten Versuch, der „bessere“ Kanzler zu sein. Und ist doch nichts anderes als Mittel zum Zweck beim taktischen Spielchen Selenskyjs – kurz gesagt: Merz schadet dem Ansehen Deutschlands, weil er dem verzweifelten Selenskyj die Gelegenheit gibt, den deutschen Regierungschef zu desavouieren. Merz stellt sich zudem in einer Reihe mit den Anti-EU-Politikern Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, seinem Stellvertreter Jaroslaw Kaczynski sowie Tschechiens Regierungschef Petr Fiala und seinem slowenischen Amtskollegen Janez Janša auf, um ein wenig von dem „Licht jener Figuren“ abzubekommen, die selber autokratische Ansätze praktizieren. Ein erbärmliches Verhalten eines narzisstischen Neoliberalen mit verquerem Selbstverständnis.

Dass die Leitmedien dies als „PR-Coup“ bezeichnen, zeigt, wessen Geisteskind Merz ist. Dieses Verhalten auch noch medial zu beklatschen, belegt zugleich den Absturz der Mainstream-Medien auf das Niveau reiner Journaille.

Nachtrag

Und um es wiederholt hier deutlich zu betonen:

Nein, ich bin als Autor und Kommentator kein Unterstützer Putins. Ich verurteile den völkerrechtsbrüchigen Angriffskrieg aufs Schärfste und unterstütze die Versuche, die Kriegsverbrechen der russischen Armee zu dokumentieren und die Verantwortlichen – Putin und seine politische, militärische und oligarchische Entourage – juristisch vor dem Menschenrechtsgerichtshof zur Verantwortung zu ziehen. 

Dennoch erlaube ich mir die kritische Betrachtung eines mehr als zweifelhaften Verhaltens von Politikern und Medienvertretern. Die praktizierte Gesinnungsethik ist für die Spaltung der Gesellschaft ursächlich und verheerend. 

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