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Unterzeichner offener Briefe – es könnte peinlich werden für die eigene Reputation

„Der Reporter hat keine Tendenz, hat nichts zu rechtfertigen und hat keinen Standpunkt. Er hat unbefangen Zeuge zu sein und unbefangene Zeugenschaft zu liefern.“ – Egon Erwin Kisch

„Journalisten sind insgesamt wie Politiker, sie reichen vom Staatsmann bis zum Verbrecher.“ – Helmut Schmidt

Mit der Streitkultur in Deutschlands Demokratie steht es nicht unbedingt zum Besten. Wenn nun zum Thema „Waffenlieferung“ an die Ukraine offene Briefe an den Kanzler gesendet werden, dann ist dies grundsätzlich etwas Positives, wenn diese zu einem sachlichen und argumentativen Austausch der Gedanken führen.

Auf diesem Blog ist zum eher tobenden Meinungskampf gegensätzlicher Inhalte der offenen Briefe schon Stellung bezogen worden. Eines bleibt dennoch zu erwähnen: Wer unterzeichnet, sollte nicht ganz außer Acht lassen, wer denn Mitunterzeichner ist. Da könnte sonst der Schuß in Sachen Reputation nach hinten losgehen. Vor allem dann, wenn darunter Verantwortliche von Gazetten wie der „Bild“ sich befinden, in der nicht unbedingt die ethische Selbstverpflichtung zur objektiven Berichterstattung an erster Stelle steht. 

Das aber darf gerade von einem seriösen Journalismus erwartet werden. Ansonsten ist Gesinnungs-Propaganda an die Stelle wahrheitsgemäßer Berichterstattung getreten.