Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Von den Eliten, Kabarettisten und Philosophen – Wer gibt sinnvolle Antworten auf die aktuellen Krisen und Kriege?

„Despotismus erzeugt Krieg, und der Krieg erhält den Despotismus am Leben.“ -Leo Tolstoi

Welche Antworten sind noch sinnvoll auf die Krisen der Welt (vom Ukraine-Krieg bis zum Neoliberalismus)? Wer kann Antworten geben, die über den Egoismus und Despotismus hinaus den Menschen helfen zu mehr Gerechtigkeit, Solidarität und friedlicher Koexistenz? Wie muss gedacht, gesprochen und gehandelt werden, um diese Ziele zu erreichen? Welche Erkenntnisse und Einsichten sind überzeugend?

Welchen Persönlichkeiten kann vertraut werden?

Einer lobbyistisch agierenden FDP-Politikerin á la Strack-Zimmermann, die bedenkenlos ins Lobbyhorn der Waffenproduzenten bläst, die Ukraine mit Kampfpanzer zu beliefern durch Deutschland, obwohl die USA ihrerseits diese Waffen nicht liefern will?

Oder eventuell einem Kabarettisten á la Christoph Sieber, der mit seinem Programm „Mensch bleiben 2022“-  satirisch überzeichnend und doch schonungslos offenlegend mit seinen Beispielen zu Narzissmus, Egoismus, Neoliberalismus, Heuchelei, Lügen und politischen Hasardeuren und Diktatoren –  den Menschen  sinnvollere Anregungen zu Nachdenken und damit Antworten gibt?

Oder doch eher Philosophen und Wissenschaftlern, die Sprache und darin enthaltenen Botschaften zwischen den Zeilen untersuchen und für die Kraft der Literatur und Poesie werben? Und ist ein Aphorismus wie der folgende schon Poesie, wenn die Essenz des Krieges mit dem Satz umschrieben wird:

„Der Krieg ist die Angst der Kleinen, und die Gleichgültigkeit der Großen.  (Nico Szaba)“ 

Und Kurt Tucholsky gelang durchaus eine eindringliche Mahnung:

Krieg dem Kriege!
Und Friede auf Erden.

Braucht man in Krisen- und Kriegszeiten Poesie? Verhilft es zur inneren Kraft, um allem Unheil zu widerstehen sowie Hass außen vorzulassen? In der Rezension zum Buch „Poetisch denken. Jetzt!“ des Sprachwissenschaftlers Marko Pajević meint der Autor Frank Hahn: „Tatsächlich kann man das Buch als Manifest lesen, das nicht nur zu einem anderen Denken, sondern zum Handeln auffordert – poetisches Denken also, ganz im Sinne der griechischen Poiesis, was ja nichts anderes als „Erschaffen von Neuem“ bedeutet.“  

Und als Beleg zitiert Hahn den Sprachwissenschaftler:

„Wir müssen das Fremde aushalten, auch das Fremde in uns selbst […]. Sprechen ist deshalb immer ein Dennoch-Sprechen, trotz der Unmöglichkeit einer vollständigen Übereinstimmung. Aber es ist ein Bemühen um das Fremde und in diesem Bemühen gewissermaßen eine Überwindung der Fremdheit […]. In solchem liebenden Sprechen wird jedes Mal und jeweilig gemeinsam etwas Neues hergestellt […]. Das Poetische ist immer etwas noch nicht Gewusstes, es muss einem zufallen. Alles Erwartete, und sei es noch so erfreulich, kann nicht poetisch sein.“

Zum als Manifest bezeichneten Werk Pajevićs könne man sagen, dass gegen alle Versuche, im heutigen Diskurs Eindeutigkeit zu postulieren – sei es durch ein binäres Denken – das den identitären Verirrungen zuarbeitet, sei es durch die Vorherrschaft des „Gewussten“ in Form von Fakten, Daten, Zahlen, mit denen komplexe Vorgänge auf einfache Modelle und Regeln reduziert würden. Gefährlich werde es, wenn daraus ein Wahrheitsanspruch abgeleitet werde, der jedwedes kritische Hinterfragen als „unwissenschaftlich“ zu delegitimieren versuche.“  Quelle: Tell – Magazin für Literatur

Die Komplexität der philosophisch affinen Antworten scheint für die Allgemeinheit keine praktische Handlungs- und Erkenntnismöglichkeiten zu eröffnen.

Eventuell ist das Programm von Christoph Sieber, (auch Moderator der erfolgreichen „Mitternachtsspitzen“-Sendung im WDR), dem Volk näher und lässt die Menschen in den aktuellen Krisen (Inflation, Versagen der Politik, negative Auswirkungen der neoliberalen Ökonomie, Klimawandel-Folgen, Gas- und Strompreisexplosionen und Einfluss des Ukraine-Angriffskrieges durch Putin sowie der Zerfall der EU und die Gefährdung der Demokratien) das Nachdenken über die Ursachen und den Umgang damit besser umsetzen. 

Was dem einen die Poesie, ist dem anderen ggf. der Spiegel des Kabaretts, der ihm vorgehalten wird. Und im Humor liegt mehr Wahrheit, als in der Propaganda-Agenda einer Strack-Zimmermann (FDP),   die zum Krieg bläst, ohne jemals selber in die Gefahr des Krieges zu geraten oder auch nur den Versuch zu machen, alternative Ansätze zur Beilegung zu formulieren. Wer sich zu den Eliten in diesem Land zählt und in aller konservativen Einseitigkeit der Allensbacher Umfrage beipflichtet (die genau diese Personen befragt, die sich nach eigenem Verständnis für die Elite halten), der muss sich nicht wundern, dass diese den FM Lindner (FDP) als besten Politiker wählt.

Da passt dann auch der Fünfzeiler von Guido Rohm wie die Faust aufs Auge:

In der Galerie

  • Ein Wahnsinnsbild. Tolles Motiv.
  • Es spricht mich an. Erzählt etwas über mich.
  • Ganz großartig.

      – Oh, das ist nur der Garderobenspiegel.

  • Das hätte ich gekauft.

Ergänzung vom 22.01.2023

„Panzer bringen keinen Durchbruch zum Frieden“ argumentiert Ralph Urban als Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der Internationalen Ärzt:innen für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW). 

Eine Sammlung von Vorschlägen des (IPPNW) zur Beendigung des Krieges ist hier zu finden.

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