Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Armut – Reichtum oder die Verteilungsfrage

Armut und Reichtum

„Reicher Mann und armer Mann
standen da und sah´n sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.’ ”
(Bertolt Brecht)

Es ist zynisch, wenn die Vertreter des Neoliberalismus verlauten lassen, dass  gegen Armut am besten Reichtum hilft. Die menschenverachtende Hohlformel von “Arbeit muss sich wieder lohnen” passt in die Pseudo-Ethik der shareholder value-Vertreter.

Vermögen heute bedeutet in der Regel, Erbgewinnler zu sein und/oder Kapitalzuwächse aus Mietzins, Finanztransaktionen und auch aus Steuerfluchtaktionen aufgebaut zu haben.

Unternehmertum, das Einkommen und Vermögen aus prekären Mitarbeitertum speist, bedeutet gleichsam Ausweichen vor der grundgesetzlich definierten Verantwortung des Eigentums.

Vermögenszuwächse aus nicht arbeitsgestützten Einkommen ( siehe Mieten, Zinsen aus Finanzkapitalanlagen etc.) entziehen sich der Verantwortung für die Sozialsysteme.

Um den sozialen Frieden und eine wirkliche Gemeinschaft als Gesamtgesellschaft wieder zu schaffen, sind Vermögen oberhalb von 500.000 Euro und Einkommen oberhalb von 250.000 Euro jährlich zusätzlich mit einer Sonderabgabe zu belegen. Die Größenordnung muss äquivalent dem Anteil am Gesamtvermögen der Gesellschaft entsprechen:

Die o.g. Vermögenden besitzen mehr als 53 % des gesamten gesellschaftlichen Vermögens als Privatvermögen. Daraus resultiert, dass die Kosten für die Sozialsysteme und die notwendigen Steuern ebenfalls in der Größenordnung von 53 % von den oben definierten Vermögenden aufzubringen sind. Die Verteilung der Kosten kann progressiv der Vermögen zueinander vorgenommen werden. In der Gesamtsumme müssen die 10 % der Vermögenden, die 53 % der gesamtgesellschaftlichen Vermögen besitzen, auch 53% der Gesamtkosten der Sozialversicherung und der Steuern tragen! Verschiebt sich der prozentuale Anteil ist dies entsprechend zu würdigen. Die gesetzlichen Grundlagen sind dafür zu schaffen.

Die Kosten der Sozialsysteme (Renten / Gesundheitssystem) und des zu erneuernden Bildungssystems können als Deckungsbeitrag somit abgefedert werden. Das ist soziale Marktwirtschaft, die die Spreizung zwischen Armut und Reichtum wieder auf Null bringen kann.

 

 

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