Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Von Blickwinkeln, Scheuklappen, Mainstream und der Schere im Kopf bei den Medien

“Sie merken nichts. Sie lernen nichts.”

Ein Fazit, dass der Journalist Stefan Niggemeier zieht, weil auf eine wichtige Nachricht durch die Medien gar nicht, oder wiederum nur vereinzelt und wenig selbstkritisch reagiert wurde. Da wird von 60 Prominenten aus Politik (Altkanzler Gerhard Schroeder, Alt-Bundespräsident Roman Herzog), Kultur und Wissenschaft ein öffentlicher Aufruf zum Thema “Ukraine und Kriegstreiberei” an die Bundesregierung in der Zeit veröffentlicht, und keiner der Mainstream-Medien aus Presse und TV bringt diese Nachricht oder gibt ihr entsprechenden Raum.

Die immer stärker sichtbare These, dass die Mainstream-Medien in der Hand bestimmter Personen mit einem subjektiven Weltbild und einseitiger Ausrichtung auf das Ausrichten mit den USA sich befinden, erhält durch diese sichtbaren Reaktionen respektive durch das Nichtreagieren eine verstärkende Wirkung.

Nicht die Auseinandersetzung mit dem Inhalt und der darin formulierten Sorge um die Position Deutschlands, welche durch Frau Merkel bedingungslos an die USA gekettet, und dadurch einen Beitrag zur Eskalation im Verhältnis zu Russland bedingt, steht im Interesse, sondern das Abstreiten der Berechtigung.

Es muss die Frage erlaubt sein, wie wird heute in den Redaktionen gearbeitet? Sind die Rahmenbedingungen so, dass in der Hierarchiekette die Themen von Oben nach Unten festgelegt werden? Reicht die vorhandene Zeit für den einzelnen Redakteur nicht mehr aus, über das “Quick and dirty-Verhalten” hinaus zu recherchieren? Ist die Auswahl der Mitarbeiter so getroffen, dass nicht mehr die Bandbreite des gesellschaftlichen Spektrums sich in den Redaktionen wiederspiegelt, sondern nur die einseitige, immer gleiche Gesinnung sich breit gemacht hat?

Feststellbar ist, dass nicht selten eine Hofberichterstattung erfolgt für neoliberales Unternehmertum, den Blick westwärts mit Demut gerichtet, die Politik Merkels in Deutschland und der EU unterstützt wird. Selbst existentielle Themen für Demokratie und Gesellschaft wie Kriegstreiberei, Sanktionswilligkeit und Demokratie zerstörenden Vertragsgestaltungen wie bei CETA, TTIp und TiSA werden kaum kritisch begleitet.

In den TV-Medienanstalten werden die unabhängigen und kritischen Beiträge dann zu nächtlichen Zeiten oder gar nicht gesendet. Ist das dann Ergebnis der Schere im Kopf oder bewusstes Gestalten und Kanaliseren der Informationsströme?

In der Presse sind nur wenige Blätter darauf eingegangen (Zeit, Sueddeutsche Zeitung oder die Nachdenkseiten). Das zeitweilig und letztlich immer öfters als Revolverblatt-Journaille agierende Blatt Die Welt wird seinem Ruf als Springerpresse wieder gerecht. Eine Übersicht mit Stand: 09.12.2014 ist hier zu lesen.

Fazit: Nicht “Sie merken nichts. Sie lernen nichts.” Status Quo ist: es wird verschwiegen und weggeschaut! Oder die Fakten werden entsprechend beharkt, bis das “Weltbild” wieder stimmt. Und wenn das nicht reicht, wird das Unsägliche in Form eines Pamphlets auch noch in Schwarz auf Weiss gedruckt. Mit Bewertungswünschen, in denen Frau Merkel in eine Reihe mit Habermas und Willy Brandt gestellt wird, wie:

Zitat aus besagtem Artikel der FAZ

“Und deshalb ist diese neue „Friedensbewegung“ auch so gefährlich – weil sie nichts mit dem zu tun hat, was das demokratische Nachkriegsdeutschland eines Jürgen Habermas, eines Willy Brandt oder einer Angela Merkel ausmacht.”

Und als Steigerung das Konglomerat an Halbwissen und die Unfähigkeit zur echten Recherche basierten Analyse:

“Wie aber kann man diese Friedensbewegten aufhalten? Und wo? In Deutschland? Durch eine noch besser funktionierende Wirtschaft? Durch noch weniger Arbeitslose? Durch noch mehr Sozialkundeunterricht an den Schulen? Oder doch eher in Russland? Denn dort lebt und regiert ihr großes antidemokratisches Vorbild. Die Sache ist einfach: Solange Putin an der Macht ist, solange seine Macht immer größer wird, solange er sich mit voller Entschlossenheit gegen die westlichen Werte erhebt, bleibt er der Antrieb der neuen Wahrheitssucher in Deutschland, und ihre Bewegung wird wachsen. Und wenn er dann doch eines Tages zurücktritt, gestürzt oder abgewählt wird, oder einfach so, weil er es kann, für immer auf einem großen, weißen Pferd davonreitet? Dann erst werden die Friedensbewegten aufhören, ihre Wahrheit und ihren Hass montags dem Brandenburger Tor entgegenzubrüllen. Hoffentlich.”

Zitatende

Es ist wohl nicht nur die Schere im Kopf, es scheint auch an Synapsen zu fehlen.

 

 

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