Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Geldmacht – Meinungsmacht – Staatsmacht

Der These des Einflusses von wenigen Familien in den USA auf Politik, Staat, Bildung und Informations-Infrastruktur widerspricht niemand in diesem Land, der sich wissenschaftlich mit diesen Themen auseinander gesetzt hat (1 Propagandamodell) . Den Einfluss solcher „Eliten“ auf die medialen Leitmedien sowie auf den Journalismus in unserem Land hat in einer wissenschaftlichen Analyse dieses Netzwerks  Dr. Uwe Krüger untersucht und publiziert. (Meinungsmacht 2)

Der Macht den Varofakis machen

Der Macht den Varoufakis machen

Der Zustand unseres Landes, in dem bis zu 15 Millionen Mitbürger unter dem Einfluss der prekären Arbeitseinkommen leiden, wird noch immer als vorbildlich von den Leitmedien propagiert. Dass die Erosion von allen Seiten – hier die prekären Arbeitsverhältnisse, dort die Altersarmut – aber an dem gesellschaftlichen Sockel unserer Demokratie rüttelt, wird ignoriert. Die Parteiendemokratie, in die sich unsere Gesellschaft auf dem politischen Feld von einer parlamentarischen Demokratie längst gewandelt hat, wird von den karriereorientierten Abgeordneten, die sich dem Druck der pyramedialen Form der Politikmacht innerhalb der Parteien unterworfen haben, auch im Innersten der Demokratie aushöhlend wirksam. (3 Wolfgang Koschnick)

Noch zehren wir als Gesellschaft davon, dass über wenige Jahrzehnte bis zum Ende der 70er Jahre ein Teil der Gesellschaft einen breiteren Wohlstand schaffen konnte, der auch von den Arbeitseinkommen her ein wenig Grundbesitz und Immobilien ermöglichte. Davon aber war auch damals schon die Hälfte der Bevölkerung, vor allem in den urbanen Zentren, ausgeschlossen. Die heutigen Perspektiven der erbenden Kindergeneration, sprich die 30-45 jährigen in unserer Gesellschaft, weisen auf eine unstete und kaum planbare Arbeits- und Lebensplanungssituation hin.

Dynamische Veränderungen zum Wohle der gesamten Bevölkerung stoßen bei der heutigen Mitte der Gesellschaft auf einen kaum mit den Überlebenden des furchtbaren Weltkrieges vergleichbaren Lebenswillen. Es fehlt wohl die Bereitschaft zur Bescheidenheit und vor allem die Willenskraft. Ein kleinerer Teil der sogenannten Mitte ist erbender Teil, der größere Anteil der Bevölkerung sieht sich mit dem Zerfall der Infrastruktur auf Landes- und kommunaler Ebene konfrontiert. Sprich, es fehlt die Finanzkraft für den Erhalt, die Reparaturen und den Ersatz der bisherigen Infrastruktur für Bildung und Versorgung im Bereich der Energie und des Wassers. Statt die Vermögen mit adäquater Belastung zu beteiligen, wird der Privatisierung und damit der Konzentration von Vermögen weiter der Boden bereitet.

Die Wirkung des von Kohl propagierten Modells der „geistigen und moralischen“ Wende ist heute ablesbar: die Geldmacht und die Vermögensmacht bei 10 % der Gesellschaft vereinahmt alle Bereiche und monopolisiert diese: von der Meinungsmacht bis hin zur politischen Macht sind deren Einflüsse gesichert. Selbst auf die Staatsmacht wird Einfluss genommen durch Stiftungen und Lobbyismus.

Demokratie im Visier - Freihandel dient nur den Konzernen

Demokratie im Visier – Freihandel dient nur den Konzernen

Was die Meinungsmacht betrifft, teilen sich einige Familie die gesamte Republik. Springer mit Bild und Welt und dem Fernsehsender N24; Mohn mit Bertelsmann/Random House als Eigentümer des Gruner & Jahr Verlags. Mohn gehört mit der RTL-Gruppe, Spiegel, Stern und was sonst noch von der ehemaligen Aufklärungspresse als Printmedium übrig geblieben ist. Die Gesetzesentwicklungen werden mit Modellen wie der Bertelsmann Stiftung und den Lobbyismusstrukturen in die richtigen Bahnen lenkend beeinflusst. Burda deckt den Boulevard (Focus, Gala, Bunte) und die sonstige Yellow-Presse ab. Neven Dumont hat den Bezirk Köln im Griff; die Familie Funke hat mit der WAZ-Gruppe  das Ruhrgebiet im Griff und vier weitere Familien den Niederrhein mit der RP. Und die Süddeutsche Zeitung gehört der Familie Schaub.

Eine humorvolle Beschreibung dieser Meinungsmacht gelingt Volker Pispers mit seiner satirischen Analyse auf  you tube VP.

Die Interessen dieser Familien werden auf weite Felder der Politik, der Gesellschaft und der Arbeitswelt gewahrt bleiben. Durch ihre Netzwerke, durch Politik- und Management-Söldner, die sich verdingen unter Aufgabe von Moral und Ethik, wird die Vorstellung von Welt, den sich diese Familien und Personen zu eigen gemacht haben, auf Staat und Gesellschaft übertragen. Der Privatisierung jeglicher hoheitlicher Aufgaben wird Vorschub geleistet. Die Struktur der Politikumsetzung wird auf nationaler Ebene durch die Parteiendemokratie und auf europäischer Ebene durch die EU-Verträge mit dem Anschein von Legetimierung und scheinbar durch den Auftrag des Volkssouverän gesichert. Seit zehn Jahren setzt dies mit immer größerer Chuzpe die Kanzlerin durch und um. CETA und TTIP gehören als weitere Bausteine dazu. Und wir alle lassen uns wie die Lemminge zur Klippe führen oder durch Brot und Spiele vom eigenen Denken und Handeln ablenken. Schöne neue Welt!

 

(1) Noam Chomsky – ein Wissenschaftler des MIT (Massachusetts Institute of Technology) und emeritierter Professor für Linguistik ist ein bekannter kritischer Geist, der die US-amerikanische Politik zum Gegenstand seiner Untersuchungen machte.

Die Wirkweisen der Medien und ihren Einfluss untersuchte er wissenschaftlich und entwickelte das von ihm sogenannte Propaganda-Modell der Massenmedien und seinen folgenreichen Einfluss.

Mit seinem Co-Autor Edward S. Herman beschreibt er in dem gemeinsamen Werk Manufacturing Consent: the Political Economy of the Mass Media die Theorie des Propagandamodells.

(2) Meinungsmacht Dr. Uwe Krüger

(3) Wolfgang Koschnick – Demokratie am Ende

In der Reihe zur Bestandsaufnahme der Demokratie als Gesellschaftsform von Wolfgang J. Koschnick  werden einige Untersuchungsergebnisse in Kapitel 30 aufgeführt, die es wert sind, hier zitiert zu werden.Die Idee und die Wirklichkeit

Zitat 1: “Der Idee nach sind Demokratien Gebilde voller lebendiger Teilnahme der Völker an der politischen Wirklichkeit. In ihnen nimmt der Wille der Mehrheit eines Volks konkrete Gestalt an. Sie sind ein Menschheitsideal, solange sie das Gemeinwohl der Bevölkerung verwirklichen und die Chance auf ein erfülltes Leben für so viele Menschen wie möglich bieten. Die Demokratie ist das Menschheitsideal schlechthin.” Zitatende

Status Quo

Zitat 2: “Aus dem einstigen Ideal ist ein Herrschaftssystem geworden, in dem eine besonders üble und unfähige Spezies von Berufspolitikern sich an den Schalthebeln der politischen Macht bequem eingerichtet hat, ihre eigenen und eigennützigen Interessen verfolgt und sich aus staatlichen Mitteln komfortabel versorgt.Das politische System ist so weit erstarrt, dass die von der Bevölkerung losgelösten Berufspolitiker noch nicht einmal mehr so zu tun brauchen, als verträten sie das Gemeinwohl. Sie leben in ihrer eigenen Welt. Sie sind eine politische Kaste für sich, die sich weitgehend von der breiten Bevölkerung losgelöst hat.

Es ist eine politische Kaste mit eigenen Gewohnheiten, Ressourcen, Interessen und klarer Abgrenzung vom Rest der Bevölkerung. Sie dient auch nicht der Mehrheit der Bevölkerung, sondern nur der verschwindend kleinen Minderheit der Reichen und Superreichen. Sie sind die willigen Helfer und Helfershelfer des Kapitals.

Und so herrscht allenthalben ein merkwürdiger Gegensatz: Alle Menschen lieben die Demokratie als Prinzip und Ideal. Aber über den demokratischen Alltag sind sie entsetzt, ja angewidert. Doch der politische Alltag ist die wahre Realität, nicht die Utopie.” Zitatende

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