Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Dasein im Hiersein und Sosein

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Wie ist das Leben zu denken? Vom Tod her? Oder doch besser von der Entstehung? Ist Geburt Entstehung und nur Auftauchen? Ist das Leben nicht eher zu gestalten, anstatt zu denken? Es einfach ins Werden zu entlassen? Dem Zufall als Kreativpotential die Form zu überlassen und damit beeinflussend auch den Inhalt erstellen zu lassen? Wem soll die Dominanz überlassen werden? Der Hand, dem Fuß, dem Bauch oder dem Kopf? Was aber, wenn das Hirn nicht vorhanden? Reicht dann der übrige Automat, um Mensch zu sein?

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Keine der Kategorien, der Strategien und der Nachfragen kann ohne die anderen sein. Dasein ist Pflicht, ist manchmal auch Kür, wenn das Glück vorbeischaut. Dasein ist Skepsis und Vertrauen. Manche sehen Dasein als Kontrolle, vor allem der anderen. Die Auswüchse sind bekannt. Dasein ist Hiersein, nicht Dortsein, noch Jensei(ts)n, aber in der Vielfältigkeit des Soseins. Das Unendliche ist symbolisierbar, jedoch nicht vorstellbar. Dasein ist ein Atom in einem Körper, der wiederum Atom in einem anderen Körper und so fort in Ewigkeit, in die eine wie die andere Richtung und Zeit. Das Daseinsende ist unendlich. Der Beginn auch. Der Tod auf und des Planeten also nur eine Durchgangsstation. Die Geburt ebenso. Dazwischen ist Daseinsverantwortung.. Jeder hat die Wahl, für eine Gesinnungsethik  oder Verantwortungsethik als roter Faden seines Daseins.

Sinnbild der Demokratie

„Und man muss sich beeilen und aufmerksam sein, will man noch etwas sehen. Denn alles verschwindet“, formulierte Paul Cezanne.

Und „alles fließt“ ist eine der Formen des Verschwindens. Verschwinden ist Veränderung. Unzählbar die ästhetischen Formen, die im Fließen entstehen. Die Natur schafft dies seit allen Zeiten mühelos. Welche Mühsal braucht´s beim Menschen, wenn es Kunst genannt werden will. Wenn der Zuschauer mit offenem Mund staunt, wenn das, was erhaben sich zeigt, als jenes erahnt wird vom Betrachter und Zuhörer, dann ist ein winziges Teil der Gestaltungskraft der Natur im Kunstwerk wiederzufinden.

Und keiner konstruierte und gestaltete Formen des Nichts so, wie Leonardo da Vinci.

„Das NICHTS hat keine Mitte, und seine Grenzen sind das NICHTS. Unter den großen Dingen, die mitten unter uns zu finden sind, ist das Sein des NICHTS das Größte.“ (Leonardo da Vinci)

Und dennoch, mag das Dasein des Einzelnen noch so geringfügig sein, jedes Dasein hat ein Anrecht auf Würde in Freiheit und Frieden. Das kann nur gemeinsam erreichbar sein. Solidarität ist die Voraussetzung für das Gemeinwohl. Jeder Gesellschaftsvertrag ist dem verpflichtet. An der Gestaltung des Gesellschaftsvertrages sind alle zu beteiligen. Freihandel hat kein Sonderrecht, erst recht nicht, wenn es im Verborgenen formuliert wird. Die Freiheit des einen Daseins hört dort auf, wo die Freiheit des anderen Daseins verdrängt, unterdrückt, ausgebeutet, kontrolliert und mit Gewalt erzwungen wird.

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Kriege sind keine Betriebsunfälle. Mordbanden sind keine Heilsbringer. Und das Tischgebet des Puffbesitzers ist eine vergnüglichere Angelegenheit, die von größerer Ehrlichkeit getragen sein kann, als manche Predigt religiöser Fundamentalisten.

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