Johannes von Heinsberg – Bilder und Texte

Fotografie und Philosophie – Sehen und Erkennen

Alternativen zu Gewalt, Hass und Terror

Flucht und Hoffnung

Der edle Mensch kümmert sich am meisten um Weisheit und Freundschaft. Von ihnen ist die erstgenannte ein sterbliches Gut, das letztgenannte ein unsterbliches. (Epikur)

Schlimm ist der Zwang, doch es gibt keinen Zwang, unter Zwang zu leben. (Epikur)

Es scheint, als ob der Fanatismus aufgebracht über die kleinen Fortschritte der Vernunft, sich mit desto größerer Wut gegen sie auflehnte. (Voltaire)

Nichts ist jemals für den Menschen und für die menschliche Gesellschaft unerträglicher gewesen als die Freiheit! (Dostojewski)

Es gibt kein richtiges Leben im falschen. (Adorno)

In der eindimensionalen Vorstellung der Fundamentalisten jeglicher Couleur ist die Welt nur schwarz oder weiß. Glaubensfuror einerseits, Rassismus andererseits sind die Auswüchse dieser Weltbilder. Das Entweder-Oder-Denken führt nicht selten zu Gewalthandlungen. Das Andere muss vernichtet werden, so lautet das einzige Ziel. Willige Helfer werden mittels Gehirnwäsche zu vernunftlosen und fremdgesteuerten Wesen erzogen, die zum Attentat bereit sind. Hier die Selbstmörder, deren Sprengstoffgürtel nicht selten von „Führern“ aus der Ferne gesprengt werden, wobei diese Psychopathen sich selber nicht gefährden wollen. Dort die selbstgebastelten Molotow-Brandsätze, die in bewohnte Unterkünfte geworfen werden. Die Strukturen der Empathieferne, der Gewaltbereitschaft und Unterdrückung sind die gleichen auf beiden Seiten.

Den religiösen Fanatikern hatte Gottfried Wilhelm Leibniz schon entgegen gehalten:

Meine Absicht ist es, die Menschen von den falschen Vorstellungen zu befreien, die ihnen [einen] Gott als einen absoluten Herrscher darstellen, despotisch Macht ausübend, wenig geeignet und wenig wert, geliebt zu werden. (Leibniz)

Und den gewaltbereiten Ideologen des Hasses und der Unmenschlichkeit kann entgegnet werden:

Es kommt nicht darauf an, was die Natur/das Kismet scheinbar aus dem Menschen macht oder ihm vorgibt, sondern was dieser aus sich selber macht. Und genau dafür hat er Verantwortung zu übernehmen. Das Paradies wartet dabei weder auf Erden, noch im Jenseits auf denjenigen der mordet, vergewaltigt und stiehlt.  (jwb)

Wenn das eindimensionale Denken auf die Ungleichzeitigkeit des Erkennens und die Unfähigkeit zum besonnenen, gütigen, mitfühlenden, solidarischen und helfenden Handeln stößt, dann ist diese Realität eine Menschen gefährdende. Der Schutz durch den Rechtsstaat vor dieser immer realer werdenden Gefährdungslage ist zu gewährleisten. Gleichzeitig sind aber Konzepte notwendig, die den Ausstieg der fremdbestimmten Dschihadisten einerseits und der rassistischen Gewalttäter andererseits ermöglichen.

Weitere Beiträge hier zu philosophischen Ansätzen auch hier.

Den Verführern auf der religiös fundamentalistischen Seite wie den Ideologen auf der faschistisch neonazistischen Seite ist die Verbreitung ihres Gedankenguts unmöglich zu machen, wenn dieses zur Zerstörung und Vernichtung des Rechtsstaates und der demokratischen Gesellschaft aufruft. Einschränkung des Betätigungsfeldes der „geistigen Führer“ einerseits, Gegenmodelle von alternativen Lebensplänen andererseits sind notwendige Ergänzungen staatlichen Handelns.

Dafür ist jedoch Geld in die Hand zu nehmen, sowie solidarisches, empathisches und besonnenes Handeln auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Zusammenseins vorzuleben. Im staatlichen Handeln muss dies durch die gerechte Verteilung der Belastungen und Pflichten praktiziert werden. Die gesetzlichen Grundlagen müssen auch für die Ökonomie den Rahmen so vorgeben, dass die Ausrichtung des unternehmerischen Handelns nicht zur Gewinnmaximierung der Besitzenden und Vermögenden dient, sondern zur Befriedung der Menschen und Nationen sowie zur Grundversorgung für das globale Zusammenleben. Die Ziele des Aktienmarktes stehen nicht über die der Menschenrechte und des Grundgesetzes.

Demokratie im Visier - Freihandel dient nur den Konzernen

Demokratie im Visier – Freihandel dient nur den Konzernen

Terror einzudämmen und zu beenden ist nicht nur eine polizeiliche Aufgabe. Es wird Zeit, dass die Gestaltung der Lebensräume und der Lösungen für die Frage nach: Wie wollen wir leben?, nicht alleine der Politik und ihren unfähigen Strukturen und Einrichtungen überlassen bleiben. Die Gesellschaft will direkter beteiligt sein, z.B. über Diskurse und das Ringen um die neuen Lösungen. Die Verteilung der Macht, die Verteilung der Erlöse und die gerechte Beteiligung an den Ressourcen sind Wege zur Verhinderung von Terror und Hass.

Ob dieser Weg ein gangbarer ist, muss ausgehandelt werden, er ist zumindest ein aufgezeigter Vorschlag.

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